Wirtschaft

Navigationssystem Nokia Here Uber bietet Milliarden für Kartendienst

Uber hat große Pläne: Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler bietet offenbar bis zu drei Milliarden Dollar für Nokias Kartendienst Here. Uber tritt damit in Konkurrenz zu einem Bieterkonsortium deutscher Autobauer.

In Deutschland ist die Expansion des Fahrdienst-Vermittlers nach Klagen von Taxi-Betreibern vorerst gestoppt. Doch international hat das in Kalifornien gegründete Unternehmen weiter große Pläne. Einem Bericht der "New York Times" zufolge bietet Uber bis zu drei Milliarden Dollar für Nokias Kartendienst Here. Auch die Autobauer BMW, Audi und Mercedes-Benz bereiteten ein Gebot vor, schrieb die Zeitung weiter unter Berufung auf informierte Personen. Die deutschen Premium-Marken wollten sich mit der chinesischen Internet-Firma Baidu verbünden, hieß es wie schon vor einigen Tagen im "Wall Street Journal".

Ein Uber-Gebot von drei Milliarden Dollar könnte den Kaufpreis in die Nähe von Nokias Vorstellungen liegen. Aktuell wären das umgerechnet 2,67 Milliarden Euro - und der finnische Konzern strebt nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg bis zu drei Milliarden Euro an. Facebook wurde bereits ebenfalls als möglicher Käufer genannt. Zudem soll Nokia auch Apple angesprochen haben.

Deutsche Autobauer fürchten Silicon Valley

Das Interesse von BMW, Audi und Mercedes-Benz an Here hat auch strategische Gründe. Eigentlich sind die drei Automobilkonzerne harte Konkurrenten im Markt für Premiumkarossen. Allerdings eint sie die Sorge vor einem zu starken Einfluss des Silicon Valley auf die Branche. Also bündeln sie ihre Kräfte, um im Dreierverbund für Here zu bieten - und um Techriesen wie Google, Apple oder Facebook daran zu hindern, die Kontrolle über einen wichtigen Teil der Technologie zu übernehmen. Diese benötigen sie für die Entwicklung selbstfahrender Autos oder digitaler Dienste innerhalb der Fahrzeuge.

Wie Dow Jones Newswire berichtete, hatten die deutschen Premium-Autohersteller im Übernahmekampf um Nokias Kartendienstleister mit der Kündigung ihrer Geschäftsbeziehung gedroht. Für den Fall, dass ein branchenfremder Bieter wie Facebook oder Uber neuer Eigentümer von Here werde und nicht das Bieterkonsortium aus Audi, BMW und Daimler, erwägen die Unternehmen demnach den Wechsel zu einem anderen Dienstleister. Die deutschen Autohersteller gehören zu den wichtigsten Kunden von Here.

Quelle: ntv.de, afe/dpa/DJ