Wirtschaft

Russland-Geschäft unter Druck Ukraine-Krise lässt Metro erzittern

Der deutsche Handelskonzern Metro ist in Russland und der Ukraine stark vertreten. Die Krise in Osteuropa macht den Düsseldorfern schwer zu schaffen: Der Umsatz geht zurück, der Gewinn bricht ein.

Der Absturz der russischen Währung hat dem Handelskonzern Metro das zurückliegende Quartal vermiest. Der Nettogewinn sank in den drei Monaten von Oktober bis Dezember um mehr als zehn Prozent zum Vorjahresquartal auf 404 Millionen Euro, wie Metro mitteilte. Der Umsatz ging um 2,2 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro zurück. Nach Bekanntwerden der Zahlen büßte die Aktie heftig ein und rutschte ans MDax-Ende.

Metro
Metro AG 12,04

Metro macht einen großen Teil seines Umsatzes in Osteuropa; in Russland ist der Konzern mit seinen Cash-&-Carry-Großmärkten vertreten. Unter dem schwachen Rubel hatte besonders dieser Geschäftsbereich zu leiden, dessen Gewinn um fast 60 Millionen auf 481 Millionen Euro sank. Metro wollte die hochprofitable russische Großhandels-Tochter ursprünglich einmal an die Börse bringen, die Pläne liegen jedoch auf Eis.

Metro-Chef Olaf Koch versuchte allerdings, das Ergebnis schönzurechnen. "Rechnet man die negativen Währungseinflüsse heraus, haben wir unser Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal übertroffen." Im Weihnachtsgeschäft hätten alle Vertriebslinien einen "deutlichen Zuwachs" erwirtschaftet. "Sehr erfreulich" sei die Entwicklung bei Media-Saturn gewesen.

Ergebnisse sinken auch bei Real und Kaufhof

Die lange schwächelnde Elektroniktochter profitiert mehr und mehr vom Ausbau des Online-Geschäfts und der Verzahnung der Vertriebskanäle. Angetrieben von einem starken Umsatzplus von 4,1 Prozent auf knapp 6,9 Milliarden Euro, steigerte Media-Saturn ihren Gewinn vor Sonderfaktoren um 60 Millionen auf 349 Millionen Euro.

Die übrigen beiden Vertriebslinien - Real und Kaufhof - verzeichneten sinkende Ergebnisse. Bei der SB-Warenhauskette Real waren vor allem die Abgabe des Osteuropageschäfts sowie höhere Marketingausgaben dafür verantwortlich. Kaufhof belastete das schwache Geschäft mit Textilien in Folge der milden Witterung zum Auftakt der Wintersaison.

Das erste Quartal ist das wichtigste Quartal für Metro. Das Unternehmen erzielt etwa rund 60 Prozent des Gewinns und geschätzte 30 Prozent des Umsatzes in dieser Zeit.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP/DJ