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Auffälliger Abgastest bei Zafira Umwelthilfe verdächtigt Opel der Manipulation

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In freier Wildbahn soll der Zafira ganz andere Abgaswerte liefern als im Labor.

Opel

Was ist mit den anderen Autokonzernen? Die Frage wird seit dem VW-Abgasskandal immer wieder gestellt. Halten andere Diesel die Grenzwerte ohne Tricks ein? Laut Deutscher Umwelthilfe führt ein Test mit einem Opel zu einem eindeutigen Ergebnis. Opel reagiert scharf.

Eine Untersuchung eines Opel Zafiras hat nach Darstellung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ergeben, dass das Testfahrzeug die gültige Euro-6-Norm zulässig nur einhielt, wenn sich auf dem Teststand die Hinterräder nicht drehten. Bei einem realistischeren Szenario, bei dem sich alle vier Räder drehten, hätte das Auto dagegen drei- bis viermal so viel Stickoxide (NOx) ausgestoßen als erlaubt. Auch bei höheren Geschwindigkeiten als im normalen Testbetrieb, seien die NOx-Emissionen plötzlich extrem angestiegen. Opel wies die "scharf" zurück.

GM
General Motors (GM) 35,11

Die Untersuchung wurde im Auftrag der DUH von der Abgasprüfstelle der Berner Fachhochschule durchgeführt. Das getestete Fahrzeug war ein Opel Zafira 1,6 CDTi mit Frontantrieb. Die Schweizer Experten kommen zu dem Ergebnis, dass die Aktivität des Systems zur Reinigung der Abgase von NOx vom Testmodus abhängig sei. Der Zafira verfügt über einen mit dem Zusatzmittel AdBlue arbeitenden SCR-Katalysator.

Bei den vom VW-Abgasskandal betroffenen Fahrzeugen wurde dieses System so manipuliert, dass es unter Testbedingungen wesentlich mehr des teuren Zusatzes verbrauchte, als im Normalbetrieb. So fahren die Wagen auf der Straße wirtschaftlicher, halten aber die Abgasnormen nicht mehr ein.

"Eindeutig falsch und unbegründet"

Für Opel sind die Ergebnisse des Tests nicht nachvollziehbar. Die die Tochter des US-Autobauers General Motor teilte weiter mit, es sei unfair, dass die Umwelthilfe Behauptungen aufstelle, aber trotz mehrfacher Aufforderung die angeblich gemessenen Werte nicht zur Verfügung stelle. Die von GM entwickelte Software habe keine Funktion, die das Erkennen von Tests ermögliche.

Opel erklärte, mit einem entsprechenden Fahrzeug eigene Tests durchgeführt und protokolliert zu haben - und zwar sowohl auf einem Zwei- als auch auf einem Vier-Rollen-Prüfstand. Dies habe ergeben, dass die Werte absolut korrekt und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben seien. Die Anschuldigungen der Umwelthilfe seien aus Sicht von Opel deshalb eindeutig falsch und unbegründet.

Die Umwelthilfe hat sich nach eigenen Angaben entschlossen, in Reaktion auf den VW-Skandal systematisch Dieselfahrzeuge anderer Hersteller zu überprüfen. "Wir haben uns entschlossen, bei unseren Abgastests mit dem Opel Zafira zu beginnen, weil wir bei diesem Fahrzeug besonders detaillierte Hinweise auf Unstimmigkeiten bei der Abgasreinigung erhalten haben", sagte der Chef der Umwelthilfe, Jürgen Resch. Die Umwelthilfe habe den Prüfbericht an das Kraftfahrt-Bundesamt übermittelt und es aufgefordert, das Modell zu überprüfen.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts

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