Wirtschaft

Nachfrageeinbruch in Europa VW bremst Passat-Produktion

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Beliebt auch als Kombi: Der VW Passat.

Die Unsicherheiten der Schuldenkrise erreicht zentrale Kundenschichten des deutschen Autobaus: Nach dem Tag der deutschen Einheit verlängert Volkswagen beim Passat die Feiertagspause, um den Pkw-Ausstoß der nachlassenden Nachfrage anzupassen.

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VW-Button am Revers: Bernd Osterloh (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Europas größter Automobilkonzern Volkswagen stellt sich nach Worten von Betriebsratschef Bernd Osterloh auf den Einbruch der Nachfrage in den europäischen Märkten ein. "Die Probleme in Europa treffen uns besonders beim Passat, der gerade bei Geschäftskunden gefragt ist. Viele Flottenkunden schieben ihre Bestellungen auf", sagte Osterloh dem "Handelsblatt".

Die nachlassende Nachfrage hat unmittelbare Konsequenzen für die Produktionsplanung. "Wir reagieren darauf, indem wir Schichten herausnehmen", erklärte Osterloh, der als Gesamtbetriebsratschef Einblicke in die Unternehmensstrategie erhält.

Den Angaben zufolge lässt VW die Produktion des Passats in dieser Woche nach dem Tag der deutschen Einheit für zwei Tage ruhen. Beim Golf führen die Wolfsburger demnach dagegen Sonderschichten. Trotz des Modellwechsels werde das auslaufende Golf-Modell weiter produziert.

Da die Maschinen längst abgeschrieben seien, falle die Rendite entsprechend hoch aus. "Weil wir die alte Generation bis Ende des Jahres parallel mit dem neuen Modell bauen, können wir damit Preiskämpfe abwehren, ohne den neuen Golf zu belasten", erklärte Osterloh das Vorgehen.

Lockangebote im Internet

VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler wies laut "Handelsblatt" den Vorwurf zurück, der Autobauer müsse bereits vor dem Start der im November hohe Rabatte gewähren.

"Die Bestellungen des neuen Golfs liegen über unseren Erwartungen, der Auftragseingang ist überaus erfreulich", sagte der Vertriebsvorstand der Zeitung. "Wir gewähren auch keine Riesen-Rabatte, wie das gegenwärtig kolportiert wird. Das sind Lockangebote einiger weniger Händler im Internet."

Um die Kosten im Griff zu behalten, reduziert Volkswagen dem Blatt zufolge die Lagerbestände. "Teilweise liegen die Bestände 20 Prozent unter der idealen Größe", sagte Betriebsratschef Osterloh. Der Konzern senkt laut "Handelsblatt" zudem seine maximal eingeplante Produktionskapazität.

Mit Blick auf die Verkaufszahlen sagte Osterloh: "Der VW-Konzern verkauft 2012 voraussichtlich deutlich mehr Autos als im letzten Jahr. Aber richtig ist, es werden etwas weniger sein als ursprünglich geplant", sagte Osterloh. "Wir reden allerdings von maximal 140.000 Autos."

2011 setzte der Wolfsburger Konzern weltweit knapp 8,4 Millionen Autos ab.

Quelle: ntv.de, dpa