Wirtschaft

Verkaufsstopps in Westeuropa VW setzt weniger Fahrzeuge ab

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Bereit zum Verkauf: Selbst in der Abgasaffäre kann VW seine Verkaufszahlen in einigen Märkten steigern.

(Foto: AP)

Inmitten der Abgasaffäre verzeichnet VW leichte Rückgänge beim Absatz: Im Oktober liefern die Wolfsburger konzernweit 3,5 Prozent weniger Fahrzeuge aus als vor Jahresfrist. Die Auswirkungen des Skandals halten sich offenbar in Grenzen.

Europas größer Automobilkonzern bekommt die Folgen der Wirtschaftsschwäche in den Schwellenländern offenbar stärker zu spüren als die Auswirkungen des Abgas-Skandals. Im Oktober lag die Zahl der konzernweiten Auslieferungen bei 831.000 Autos und Nutzfahrzeugen und damit 3,5 Prozent unter dem Niveau des Vergleichsmonats aus dem Vorjahr.

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sank der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um insgesamt 1,7 Prozent auf 8,4 Millionen Fahrzeuge. Grund sei die Entwicklung der Märkte Brasilien und Russland, wie VW erklärte. Im chinesischen Markt habe Volkswagen dagegen im Oktober erneut zulegen können.

Nur 1,3 Prozent weniger

Die Folgen des Abgas-Skandals machen sich nur in einzelnen Regionen bemerkbar: In Westeuropa beeinflussten vor allem Verkaufsstopps die Absatzzahlen. Einzelne Staaten hatten nach Bekanntwerden der Diesel-Manipulationen entsprechende Beschränkungen verhängt. In der Region Westeuropa lieferte der Autobauer im Oktober in der Kernmarke VW 1,3 Prozent weniger Fahrzeug aus als im Oktober 2014.

Drastische Folgen scheint "Diesel-Gate" für VW damit vorerst nicht zu haben: Der Rückgang im Oktober liegt im Bereich üblicher Schwankungen. Angesichts der behördlich angeordneten Einschränkungen in einzelnen Zielmärkten deutet ein Minus von 1,3 Prozent sogar auf eine robuste Entwicklung in den übrigen Märkten Westeuropas hin.

Leicht zulegen konnte VW den Angaben zufolge zum Beispiel in Deutschland, Spanien und in Italien. "Teils deutliche Zuwächse" verzeichnete der Hersteller auch in Zentral- und Osteuropa, etwa in Tschechien und in Polen.

"Um jeden Kunden kümmern"

VW hatte im September zugegeben, in etwa elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Software eingesetzt zu haben, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb drosselt. Vergangene Woche hatte der Vorstand außerdem eingeräumt, dass auch der CO2-Ausstoß von rund 800.000 Autos in der Praxis höher ausfällt als angegeben.

VW-Vertriebsvorstand Stackmann erklärte, das gesamte Unternehmen arbeite daran, das Vertrauen der Kunden "in unsere Marke und unsere Produkte" wieder herzustellen. "Wir werden uns um jeden einzelnen betroffenen Kunden kümmern." Die nötigen Umrüstungen der Fahrzeuge stellten Volkswagen vor "eine enorme Herausforderung". Die erforderlichen Maßnahmen und der Zeitplan seien weiterhin "Gegenstand der Gespräche mit den Behörden", die Kunden müssten also noch "etwas Geduld" aufbringen.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/DJ