Wirtschaft

Jeder zweite Deutsche enttäuscht VW verliert das Vertrauen

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Einer der Lieblinge der Deutschen hat schwere Kratzer abbekommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der VW-Abgas-Skandal ramponiert weltweit das Image von VW. Auch die deutschen Verbraucher verlieren laut einer Umfrage massiv das Vertrauen in den Konzern. Branchenkollegen wie Daimler und BMW leiden mit.

Volkswagen hat einer Umfrage zufolge wegen des Abgas-Skandals massiv das Vertrauen der deutschen Verbraucher verloren. Wie aus einer aktuellen Studie des Verbandes der Kommunikationsagenturen GPRA hervorgeht, vertrauen nur noch 43 Prozent der Befragten dem Wolfsburger Konzern. Bei einer ähnlichen Umfrage des Verbandes im Oktober 2013 hatten noch 84 Prozent der Befragten angegeben, VW zu vertrauen.

Auch andere deutsche Hersteller bekämen das zu spüren, hieß es. "Dabei wird deutlich, dass sich die Verbraucher persönlich von der Autoindustrie hintergangen fühlen", sagte GPRA-Präsident Uwe Kohrs. "Es herrscht grundsätzliches Misstrauen und bemerkenswerterweise gilt dies insbesondere für deutsche Autobauer, die bisher unangefochten als das Maß aller Dinge galten", sagte Kohrs.

An der "Vertrauens"-Spitze rangiert die Daimler-Marke Mercedes-Benz, der 76 Prozent der Befragten vertrauen. Doch auch hier steht ein Minus von 6 Punkten. BMW vertrauen demnach noch 65 Prozent, ein Minus von 17 Punkten.

Rote Zahlen voraus

Insidern zufolge wird die Marke VW wegen der hohen Kosten, die der Abgasskandal verursacht, in diesem Jahr wahrscheinlich rote Zahlen schreiben. "Das wird so kommen, weil VW die Hauptlast im Konzern trägt", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters aus Unternehmenskreisen. Demnach dürfte ein Großteil der Rückstellungen von 6,5 Milliarden Euro, die Volkswagen für das dritte Quartal für Rückrufe wegen manipulierter Abgaswerte angekündigt hatte, bei der Hauptmarke VW verbucht werden. Von weltweit insgesamt elf Millionen Fahrzeugen mit einer Manipulationssoftware entfallen fünf Millionen auf die Kernmarke VW. Der Autobauer äußerte sich nicht dazu.

Die Marke VW, die für etwa die Hälfte des Konzernumsatzes steht, hatte im ersten Halbjahr einen Betriebsgewinn von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Insgesamt kam der Wolfsburger Mehr-Marken-Konzern in diesem Zeitraum auf ein operatives Ergebnis von 6,8 Milliarden Euro.

Die Geschäftszahlen für den Zeitraum Juli bis September will Volkswagen am 28. Oktober veröffentlichen. Dann werden wohl auch weitere Details zum Sparkurs, den der neue Konzernchef Matthias Müller einschlagen will, bekannt gegeben werden.

Quelle: n-tv.de, sla/rts/dpa

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