Wirtschaft

Aufwertung eines Berufsstands Verdi fordert zehn Prozent für Erzieher

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(Foto: picture alliance / dpa)

In die Tarifverhandlungen für rund 220.000 Mitarbeiter in Sozial- und Erziehungswesen geht Verdi mit einer satten Forderung. Damit soll auch der Qualitätsschub der vergangenen Jahre honoriert werden. In der vorhergehenden Runde hatte es massive Streiks gegeben.

Die Gewerkschaft Verdi fordert ein Gehaltsplus von durchschnittlich zehn Prozent für Erzieher und Sozialarbeiter und will diese Berufe damit aufwerten. Das soll in der anstehenden Tarifrunde für Beschäftigte in Sozial- und Erziehungsdiensten Anfang 2015 mit einer besseren tariflichen Eingruppierung erreicht werden. "Wir wollen damit den Veränderungen im Anforderungsprofil Rechnung tragen", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske.

Kitas seien zu einem wichtigen Lernort geworden, Sozialarbeit werde immer schwieriger und wichtiger. Soziale Berufe hätten einen Qualitätsschub vollzogen. "Ihre Aufwertung ist überfällig", sagte er.

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Verdi-Chef Bsirske fordert zehn Prozent mehr.

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Bei den anstehenden Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) geht es nicht um eine allgemeine Lohnrunde, sondern um die Einordnung der Berufe in der Vergütungsordnung. Verdi hat die Eingruppierungsregeln zum Ende dieses Jahres gekündigt. Die Tarifkommission soll die Forderungen am 18. Dezember beschließen. Betroffen davon sind unter anderem Kinderpfleger, Erzieherinnen, Heilpädagogen und Sozialarbeiter in kommunalen Kindergärten und Sozialeinrichtungen.

2009 wurde die Tarifrunde für rund 220.000 Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsdienste bundesweit von wochenlangen Streiks in Kindergärten und Kitas begleitet. Auf die Frage nach neuen massiven Arbeitskämpfen sagte Bsirske: "Man steckt ja in der Psychologie der Arbeitgeberseite nicht drin, ausgeschlossen ist das nicht." Er rechne mit "Verhandlungen, die sich über mehrere Monate hinziehen." Die massiven Streiks von 2009 müssten sich nicht wiederholen. "Auch wenn es nicht schaden kann, wenn man sich auf so etwas vorbereitet."

Der Arbeitgeberverband VKA reagierte zurückhaltend auf die Forderungen. Die Eingruppierung der sozialen Berufe sei bereits 2009 verbessert worden. Erst im Frühjahr sei zudem im öffentlichen Dienst ein Lohnplus von 5,4 Prozent vereinbart worden. "Wir sehen keinen Handlungsbedarf für eine weitere Aufwertung", sagte VKA-Sprecherin Katja Christ.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa