Wirtschaft

Neue Hoffnung Vodafone kommt in Europa in Tritt

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(Foto: REUTERS)

Beim zweitgrößten Mobilfunkkonzern der Welt kehrt die Zuversicht zurück: In Deutschland stabilisiert sich die Kundenzahl und auch Kabel Deutschland liefert. Lichtblicke sind weiter Afrika und Asien.

Vodafone sieht in Europa Licht am Ende des Tunnels. Allerdings sinken die Umsätze weiter. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres schwächte sich der Rückgang im zweiten Jahresviertel beim bereinigten Umsatz auf 1,5 Prozent aber ab. Negative Vorzeichen stehen bei Vodafones europäischem Geschäft nach wie vor in Italien, Spanien und eben auch Deutschland. Nur im britischen Heimatmarkt legte Vodafone zu.

In Deutschland, dem wichtigsten Markt von Vodafone, sanken die Erlöse zwischen April und Ende Juni - für den Konzern ist dies das erste Quartal im Geschäftsjahr - aus mobilen Diensten um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,5 Milliarden Euro. Gleichwohl war der Rückgang drei Monate zuvor mit im Jahresvergleich 3,2 Prozent noch drastischer ausgefallen. Vodafone begründete die Entwicklung mit gesunkenen Preisen im Mobilfunk.

Vodafone gewinnt lukrative Vertragskunden

Vodafone zählt in seinem größten Markt Deutschland nunmehr 30,32 Millionen Mobilfunkkunden. Nach Milliarden-Investitionen in den Netzausbau erzielte der Deutsche-Telekom -Konkurrent die niedrigste Kundenkündigungsrate seit drei Jahren. Die um 5,1 Prozent geschrumpfte Kundenbasis verursachte ein Rückgang der Prepaid-Kunden. Die Zahl der umsatzstärkeren Vertragskunden legte gleichwohl um 3,8 Prozent zu - getragen von mehr Unternehmenskunden.

Im Festnetz-Bereich beginnt sich für Vodafone der zehn Milliarden Euro teure Zukauf von Kabel Deutschland auszuzahlen. In dem Segment bleib der Serviceumsatz mit 926 Millionen Euro stabil. Dazu hat maßgeblich Kabel Deutschland beigetragen, deren Erlöse um 6,6 Prozent anstiegen. Zudem gewann Kabel Deutschland im abgelaufenen Quartal 102.000 neue Breitband-Kunden, 22.000 von ihnen kamen indes von Vodafone selbst. Laut dem Telekommunikationsunternehmen aus Düsseldorf hat die erstmalige Einbeziehung von Kabel Deutschland 1,6 Prozentpunkte zur Wachstumsrate beigetragen. Beim Gesamtumsatz, der auch den Verkauf von Geräten und Zubehör enthält, legte Vodafone in Deutschland um 1,5 Prozent auf 2,65 Milliarden Euro zu.

"Zunehmend mehr Wachstum ein Europa"

Lichtblick für Vodafone ist das Geschäft in Afrika und Asien. Insgesamt fielen die Einnahmen Vodafones im ersten Geschäftsquartal per Ende Juni um 0,9 Prozent auf 10,1 Milliarden Britische Pfund. Dies war vor allem Wechselkurseffekten anzulasten, bereinigt um Devisenkursschwankungen und Zukäufe legten die Umsätze um 3,3 Prozent zu. Ergebniszahlen nennt Vodafone in ihren Zwischenberichten zum ersten und dritten Quartal des Geschäftsjahres üblicherweise nicht.

"Wir hatten einen guten Start ins neue Geschäftsjahr", sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao. "In den Schwellenländern haben wir ein gutes Wachstum beibehalten, und immer mehr europäische Aktivitäten kehren zu Wachstum zurück."

Die Börse teilt seine Einschätzung. In London legt die Aktie am Vormittag um 3,4 Prozent auf 239,80 Pence zu.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ