Wirtschaft

VW-Chef ist guten Mutes Winterkorn: "Zukunft? Es gibt eine!"

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Martin Winterkorn zeigt Angela Merkel und Narendra Modi ein Auto.

(Foto: dpa)

VW-Chef Winterkorn versucht im Machtkampf mit Aufsichtsratschef Piëch, Zuversicht auszustrahlen. Am Rande der Hannover Messe äußert er sich knapp, aber eindeutig. Die Reaktionen aus Politik und Wirtschaft dürften ihn positiv gestimmt haben.

Der Chef von Volkswagen, Martin Winterkorn, zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik des Konzern-Patriarchen Ferdinand Piëch. Am Rande der Eröffnung der Hannover Messe sagte er dem NDR-Hörfunk auf die Frage nach seiner Zukunft: "Es gibt eine." Daraufhin habe er laut NDR gelacht und keine weiteren Aussagen gemacht.

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Winterkorn hatte zuvor ohne erkennbare Gemütsregung Kanzlerin Angela Merkel und Indiens Premier Narendra Modi auf der Hannover Messe empfangen und den beiden Gästen einen auf dem Subkontinent gebauten VW gezeigt. Es war Winterkorns zweiter öffentlicher Auftritt nach dem Eklat - am Vorabend hatte er an einem VIP-Empfang nach dem Start der Industrieschau Hannover Messe teilgenommen.

Piëch ist Großaktionär und Aufsichtsratschef bei VW, Winterkorn sein "Ziehsohn". Er galt lange Zeit als Nachfolger Piëchs an der Spitze des Aufsichtsrates. Doch der Patriarch (77) entzog Winterkorn (67) am Freitag öffentlich das Vertrauen. Dem "Spiegel" sagte Piëch über seinen bisherigen Vertrauten: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn."

Piëch hat sich offenbar verzockt

Auf einem VIP-Empfang, den Winterkorn nach dem Start der Industrieschau Hannover Messe besuchte, erfuhr der 67-Jährige hingegen eindeutige Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. "Ihm ist eine Welle der Solidarität entgegengeschwappt", sagte ein Gast. Weitere Teilnehmer bestätigten, dass bekannte Persönlichkeiten intensiv auf Winterkorn zugingen und sich mit dem Konzern-Chef unterhielten. Darunter waren Daimler-Boss Dieter Zetsche, der Aufsichtsratsquerelen um sein Amt nur zu gut kennt, und Vizekanzler Sigmar Gabriel.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh rief zur Beilegung des Streits auf. "Wir plädieren dafür, dass wir uns nun wieder dem Unternehmen und seinen 600.000 Beschäftigten zuwenden und weiter am Erfolg arbeiten, statt Debatten zu führen, die nur die Zeitungsseiten füllen", sagte er dem "Handelsblatt". "Mit uns wird es keine weiteren Diskussionen über Personen und Funktionen geben."

Meldungen vom Wochenende zufolge wird es Piëch schwer haben, Winterkorn abzusetzen. Neben den zehn Arbeitnehmerstimmen im Aufsichtsrat ist das Land Niedersachsen mit zwei Stimmen vertreten. Auch Ministerpräsident Stephan Weil stellte sich hinter Winterkorn. Für seinen Vorstoß bekam Piëch auch von der Familie Porsche keine öffentliche Unterstützung. VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche hatte zuletzt Piëchs Machtspiele kritisiert.

Quelle: ntv.de, jog/dpa/AFP