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Wall Street fängt sich Dax macht nur wenig Boden gut

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Anfangs noch mit Ausschlägen, geht es am Nachmittag ruhig zu beim Dax.

(Foto: REUTERS)

Kaum etwas zu holen gibt es für den Dax zur Wochenmitte. Jedoch stabilisieren sich die Kurse nach den Verlusten vom Vortag. Der europäische Bankensektor erholt sich wieder. Im Fokus stehen Geschäftszahlen - von denen ein Dax-Wert besonders profitiert.

Nur einen schmalen Gewinn verbuchte der deutsche Leitindex am Handelsende und konnte damit die Verluste vom Vortag nur zum Teil ausgleichen. Immerhin um 0,3 Prozent verbesserte sich der Dax auf 10.170 Punkte. Der europäische Bankensektor stieg um 2,1 Prozent - nachdem er seit Jahresbeginn noch immer um 30 Prozent eingebrochen ist.

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Nach anfänglichen Schwankungen kamen die Bewegung beim Dax am Nachmittag fast vollkommen zum Erliegen. Vor der Sitzung der Bank of England am Donnerstag und dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Juli am Freitag blieben Anleger in Deckung. Der zuletzt feste Euro gab zum US-Dollar wieder etwas nach auf knapp unter 1,12 Dollar. Am Vortag war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1234 gestiegen. Ein positiver Vorabbericht zum Arbeitsmarkt in den USA, der auf einer Umfrage des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP basiert, setzte Europas Währung schließlich etwas stärker unter Druck.

An den Aktienmärkten mussten Anleger zudem eine Vielzahl von Unternehmenszahlen verdauen. Die Deutsche Post verdiente im abgelaufenen Quartal mit 752 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen mehr als Analysten erwartet hatten. Der Gewinn des Roboterbauers Kuka ging dagegen im Halbjahr deutlich zurück.

Positiv kamen die Quartalszahlen der europäischen Banken an der Börse an. Mit einem Gewinn von 1,46 Milliarden Euro hatte die Societe Generale die Erwartung um 100 Millionen Euro übertroffen, die Aktie stieg um 4,1 Prozent. Der Credit Agricole hatte ebenfalls die Erwartungen übertroffen, die Aktie schloss nahezu unverändert. Auch die Quartalszahlen der ING (plus 9,3 Prozent) fielen überraschend besser als erwartet aus. HSBC stiegen in London um 5,0 Prozent, obwohl die Gewinnentwicklung enttäuschend ausgefallen war.

Frankfurt: Deutsche Post liefert und steigt an Dax-Spitze

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Der Dax ging mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 10.170 Punkten aus dem Handel. Für den MDax ging es hingegen 0,3 Prozent nach unten auf 20.815 Zähler. Rund 0,7 Prozent verlor der TecDax, der auf 1684 Punkte absank. Leichte Aufschläge verzeichnete der Euro-Stoxx-50, der um 0,1 Prozent auf 2910 Punkte zulegte.

Eindeutiger Spitzenreiter im Dax waren die Aktien der Deutschen Post, die nach anfangs deutlicheren Gewinnen noch 3,2 Prozent zulegten. "Die Zahlen sind durch die Bank gut", sagte Heino Ruland von Ruland Research mit Blick auf die Deutsche Post. Auf der Umsatzseite hätten sie die Erwartungen erfüllt, die Profitabilität sei aber höher als gedacht ausgefallen.

Leicht unter Druck mit minus 0,1 Prozent standen Continental. "Der Markt war der Conti-Prognose schon weit vorausgelaufen und ist enttäuscht", sagte ein Händler. Conti habe die Margenprognose auf "über 11 Prozent" nach "um 11 Prozent" angehoben, der Markt habe jedoch mindestens 11,5 Prozent erwartet.

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Anleger folgten einer Kaufempfehlung für Salzgitter-Papiere. Die im Nebenwerteindex MDax notierten Aktien stiegen um 3,0 Prozent auf 27,53 Euro, nachdem Analysten der Deutschen Bank ihr Kursziel auf 41 von 40 Euro angehoben hatten.

Für Katerstimmung sorgte hingegen der Medienkonzern Axel Springer, der seine Umsatzziele für dieses Jahr zurücknahm und nur noch mit stagnierenden Erlösen rechnet. Die Aktien fielen im MDax um 3,4 Prozent. Kuka verbuchten trotz eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal ein Plus von 0,2 Prozent.

Nach einem Analystenkommentar warfen Anleger Nemetschek aus ihren Depots. Die Aktien des Softwareherstellers rutschten im TecDax um 6,3 Prozent ab. Die Analysten von Equinet hatten die Titel auf "reduce" von "neutral" heruntergestuft.

USA: Wall Street fängt sich

Mit stabilisierteren Kursen wartete die Wall Street zur Wochenmitte auf. Echte Kauflaune kam aber nicht auf. Das dürfte daran gelegen haben, dass in den kommenden beiden Tagen mit dem Zinsentscheid der Bank of England (BoE) und dem offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung wichtige Ereignisse anstehen, vor denen die Anleger keine Risiken eingehen wollten.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,2 Prozent auf 18.355 Punkte, der S&P-500 und der Nasdaq-Composite legten um 0,3 und 0,4 Prozent zu.

Unter den Einzelwerten legten die Aktien von American International Group (AIG) 7,3 Prozent zu. Für das zweite Quartal wies der Versicherungskonzern einen Anstieg des Nettogewinns um 6,3 Prozent aus. Zudem wurden die Kosten deutlich gesenkt. Allerdings gingen die operativen Einnahmen aufgrund gestiegener Ausgaben für Naturkatastrophen um 41 Prozent zurück.  Die Aktien von Time Warner gewann 2,7 Prozent. Der Medienkonzern hat das Ergebnis im zweiten Quartal gesteigert und seine Prognose erhöht. Zudem hat er 10 Prozent des Streamingdienstes Hulu übernommen, den Walt Disney, 21st Century Fox und Comcast als Joint Venture betreiben. Besser als erwartet schnitt auch Fitbit ab, ein Hersteller von Fitness-Armbändern. Die Aktien sprangen um 13,4 Prozent in die Höhe.

Asien: Anleger enttäuscht über ausbleibende Konjunkturmaßnahmen

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Die asiatischen Aktienmärkte haben kräftig nachgegeben. Anleger zeigten sich enttäuscht, dass die Regierung am Vortag im Rahmen ihres Konjunkturpakets nicht mehr direkte Staatsausgaben beschlossen hatte, die das Wirtschaftswachstum sofort ankurbeln könnten. Für Verunsicherung sorgten zudem Gerüchte, die Bank von Japan (BoJ) könnte von ihrem massiven Anleihe-Aufkaufprogramm abrücken. Insbesondere an den Anleihemärkten gaben die Kurse nach. Auch der niedrige Ölpreis drückte auf die Stimmung.

In Tokio schloss der Nikkei-Index 1,9 Prozent schwächer bei 16.083 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,2 Prozent auf 1271 Zähler. Der zuletzt gestiegene Yen belastete Exportwerte. Die fielen die Papiere des Autobauers Nissan um drei Prozent. Der Kurs des Elektronikkonzerns Toshiba sank um 2,8 Prozent. Aber auch die Aktien von Finanzfirmen gerieten unter Druck.

Auch an anderen Fernost-Märkten gaben die Kurse nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 1,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index in Hongkong büßte 1,6 Prozent ein. An der Börse in Taiwan betrug das Minus 0,7 Prozent. Dagegen notierte die chinesische Börse in Shanghai nur wenig verändert.

Rohstoffe: WTI-Öl steigt über 40-Dollar-Marke

Die Ölpreise haben am späten Nachmittag wieder etwas deutlicher zugelegt. Am Markt geht die Hoffnung um, dass anstehende neue Daten zu den US-Rohöllagerbeständen einen Rückgang aufweisen und so die Sorgen um ein globales Überangebot gedämpft werden könnten.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete zuletzt 42,46 US-Dollar. Das waren 66 Cent oder 1,6 Prozent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September kletterte wieder über 40 Dollar, nachdem er am Vortag unter diese Marke gefallen war. Zuletzt lag der Preis bei 40,21 Dollar. Das waren 70 Cent oder 1,8 Prozent mehr als am Vortag.

Gold bleibt momentan Trumpf. Die allgemeine Unsicherheit, die jüngste Dollarschwäche und das Niedrigzins-Umfeld stützten das Edelmetall. Es ging es zwar nicht weiter aufwärts, doch die jüngsten Gewinne konnten gehalten werden, die Feinunze kostete 1360 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt Gold nun knapp 29 Prozent im Plus.

Devisen: Euro rutscht unter 1,12 Dollar

Der Kurs des Euro ist unter 1,12 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,1166 US-Dollar gehandelt. In der Nacht hatte er noch über 1,12 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1200 (Dienstag: 1,1193) Dollar festgesetzt.

"Die am Nachmittag veröffentlichten Daten zum US-Arbeitsmarkt haben den Dollar gestützt", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte bei der BHF-Bank. Die ADP-Zahlen gelten als Hinweis auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird. "Der US-Arbeitsmarkt ist entscheidend für die weitere Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft", sagte Rieke. Nur bei einem starken Arbeitsmarkt werde auch der Konsum gut laufen. In den vergangenen Tagen war der Dollar noch unter Druck geraten. Nach den am vergangenen Freitag veröffentlichten schwachen Daten zum Bruttoinlandsprodukt in den USA gilt eine baldige Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank als noch unwahrscheinlicher.

Quelle: n-tv.de, kst/kpi/rts/dpa/DJ