Marktberichte

Pandemie setzt US-Börsen zu Fed warnt vor schwierigen Monaten

US-Notenbankchef Powell mahnt zur Vorsicht.

US-Notenbankchef Powell mahnt zur Vorsicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

US-Notenbankchef Powell mahnt vor herausfordernden Monaten für die US-Wirtschaft. Aktien des Medienkonzerns Fox bekommen das jetzt schon zu spüren. Sie fielen deutlich nach verbalen Angriffen des abgewählten Präsidenten Trump. Aufwärts hingegen ging es für den Impfstoffhersteller Moderna.

Die Corona-Krise hat die US-Börsen wieder voll im Griff. Die hohe Zahl an Neuinfektionen machte die Euphorie der Anleger angesichts vielversprechender Impfstoff-Daten am Donnerstag zunichte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent tiefer auf 29.080 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,7 Prozent auf 11.709 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte ein Prozent auf 3537 Punkte ein.

Auch in Europa hatten die Anleger den Rückzug angetreten. "Der Schwerpunkt hat sich von der Politik, den Wahlen, den Konjunkturprogrammen wieder dorthin verlagert, wo er vorher war, nämlich auf das Virus und seine wirtschaftlichen Auswirkungen", sagte Fondsmanager Keith Buchanan vom Vermögensverwalter Globalt Investments in Atlanta. Angesichts der rasanten Ausbreitung hätten die politischen Entscheidungsträger begonnen, über weitere Beschränkungen nachzudenken. Die USA verzeichnen mit 142.279 Corona-Neuinfektionen den zweiten Tag in Folge einen Rekordwert. Zudem liegt die Zahl den achten Tag in Folge über der Schwelle von 100.000. Insgesamt sind demnach in den USA etwa 10,4 Mio. Ansteckungen nachgewiesen.

Sichere Häfen waren bei den Investoren deswegen gefragt: Die Rendite der zehnjährigen US-Papiere sank auf 0,901 von 0,989 Prozent. Gold verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1877 US-Dollar je Feinunze (31 Gramm). Ermutigende Impfstoff-Daten und die Aussicht auf eine moderate Wirtschaftsregulierung durch einen möglicherweise zwischen Demokraten und Republikanern aufgeteilten US-Kongress hatten die US-Indizes zuvor in knapp zwei Wochen um bis zu elf Prozent angetrieben.

Powell: Nächste Monate werden herausfordernd

US-Notenbankchef Jerome Powell begrüßte die positiven Nachrichten in Sachen Impfstoff, mahnte aber gleichzeitig zur Vorsicht. Die nächsten Monate könnten für die US-Wirtschaft herausfordernd sein, betonte er auf einer virtuellen Notenbank-Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB). Da die Notenbank für Vollbeschäftigung sorgen soll, steht der Arbeitsmarkt für Powell besonders im Fokus.

Moderna Inc.
Moderna Inc. 106,20

"Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe weisen zwar einen abnehmenden Trend auf, dennoch fehlen Mio. von Arbeitsplätzen und die Arbeitslosigkeit ist zu hoch", sagte Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba. Insgesamt stellten vorige Woche 709.000 Amerikaner einen solchen Antrag auf staatliche Stütze und damit 48.000 weniger als eine Woche zuvor, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.

Reisewerte unter Druck

Royal Caribbean
Royal Caribbean 67,70

Aktien des Impfstoffentwicklers Moderna gewannen rund 6,5 Prozent. Das Unternehmen hat nun ausreichend Daten, um sich zur Wirksamkeit seines Corona-Impfstoff äußern zu können. Der US-Seuchenexperte Anthony Fauci rechnete mit positiven Ergebnissen, da der Impfstoff fast identisch mit dem Mittel von Biontech und Pfizer sei.

Dagegen ging es für die von der Pandemie besonders betroffenen Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtbetreibern weiter nach unten. Royal Caribbean Cruises verloren 3,9 Prozent, Carnival mehr als vier Prozent.

Aktien des US-Medienkonzerns Fox gerieten nach verbalen Angriffen des abgewählten Präsidenten Donald Trump unter die Räder. Die Papiere fielen um 6,6 Prozent auf 25,64 US-Dollar. In einer Reihe von Kurznachrichten auf Twitter drängte Trump die Zuschauer, beim Nachrichtensender Fox News abzuschalten. Er und seine Berater hatten angedeutet der Ansicht zu sein, dass Fox News Trump während der Wahlen unfair behandelt habe. Dabei verwiesen sie auf das Ausrufen eines Sieges des designierten Präsidenten Joe Biden im Bundesstaat Arizona.

Quelle: ntv.de, ysc/rts/dpa