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Neue Corona-Welle im November So stark steigen die US-Fallzahlen

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Sehenden Auges in die Katastrophe: Unter Donald Trump haben die USA mehr als 230.000 Pandemie-Tote zu beklagen.

(Foto: dpa)

Der Wirbel um die Präsidentschaftswahl kann das derzeit größte Problem der USA nur kurzzeitig überdecken: Im Herbst erleben die Vereinigten Staaten einen neuen, noch schlimmeren Anstieg der Coronavirus-Infektionen. Wie sehen die aktuellen Daten aus?

Die US-Wahl ist entschieden: Donald Trump ist nur noch wenige Wochen als US-Präsident im Amt. Die Corona-Krise drängt sich mit nackten Zahlen zurück in den Vordergrund. In Trumps Amtszeit starben in den USA mehr als 238.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion - mehr als in jedem anderen Land der Erde. Unter seiner Führung ist es den Vereinigten Staaten nicht gelungen, die Pandemie auch nur ansatzweise einzudämmen.

In den Wochen vor dem Wahltermin verzeichneten die Behörden in den Bundesstaaten einen neuerlichen Anstieg der Fallzahlen. In der mittlerweile dritten Welle seit Beginn des Ausbruchs im Frühjahr 2020 kommen Anfang November pro Tag mehr als 100.000 Neuinfektionen hinzu. Im mehrtägigen Mittel werden pro Tag mehr als 1000 weitere Todesfälle gemeldet. Das Coronavirus ist in den USA alles andere als unter Kontrolle.

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Trumps Nachfolger im Weißen Haus, Joe Biden, kündigte umgehend erste Schritte an, um das mit Abstand dringlichste Problem des Landes anzugehen. Sein Ziel ist es, schon am Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar einen Aktionsplan zur Überwindung der Corona-Krise auf den Weg zu bringen. "Ich will, dass es jeder weiß: Wir werden unseren Plan, das Virus unter Kontrolle zu bringen, an unserem ersten Tag in Kraft setzen", kündigte Biden am Samstagabend in seiner Siegesrede in seinem Heimatort Wilmington an.

Im Fall der Coronavirus-Daten aus den USA stützt sich ntv.de auf die Zählung der "New York Times". Dort verfolgen Reporter die Entwicklung seit Beginn der Pandemie bis ins Detail. Erklärtes Ziel des Tracking-Projekts ist es, möglichst jede Fallmeldung zu überprüfen und zurückzuverfolgen, um ein möglichst genaues Bild von der Gesamtsituation zu erhalten - unabhängig von der offiziellen Fallerfassung durch die US-Seuchenkontrollzentren CDC.

Die Daten liefern nicht nur Anhaltspunkte zum landesweiten Infektionsgeschehen. Zu sehen sind auch die regionalen Entwicklungen in den US-Bundesstaaten. Daraus lassen sich wichtige Hinweise zur politischen Debatte um die Maßnahmen zur Pandemie-Abwehr ableiten: Welcher Bundesstaat hat die Lage einigermaßen im Griff? Wo breitet sich das Virus weiter aus?

Unter Trump hatte sich die US-Regierung weitgehend aus dem Versuch einer landesweiten Strategie zur Bekämpfung der Virus-Krise zurückgezogen und die Verantwortung bereits im Frühjahr weitgehend den Bundesstaaten überlassen. Die Pandemie konfrontierte den früheren Immobilienunternehmer mit einer Wirklichkeit, der er mit seinem bisherigen Erfolgsrezept nicht mehr gewachsen war. Das Verdrehen von Fakten lief ins Leere.

Trump gegen das Virus und die Wahrheit

Das Virus ging nicht, wie von Trump behauptet, "mit dem Frühjahr" oder "wie durch ein Wunder" einfach weg. Trump hat das Ausmaß der Probleme offenbar nie richtig verstanden. Bereits im April prognostizierte USA-Experte Josef Braml bei ntv.de, die Pandemie werde "Trumps Mantra zerstören". Tatsächlich bekamen Hunderttausende US-Amerikaner die Krise auch wirtschaftlich oder gar am eigenen Leib zu spüren.

Bis in den Herbst hinein gelang es den USA nicht, den Anstieg der Fallzahlen aufzuhalten. Stattdessen konnte die Weltöffentlichkeit wenige Wochen vor der Wahl mitverfolgen, wie das Virus bis ins Weiße Haus vordrang und Donald Trump selbst infizierte.

Damit erreichte Sars-CoV-2 nicht nur das Entscheidungszentrum der USA, sondern bedrohte zeitweilig auch das Leben jenes Mannes, der das Virus immer wieder verharmlost hatte, der erst spät der Maskenempfehlung der Experten gefolgt war und entgegen allen Ratschlägen an Wahlkampfveranstaltungen mit Tausenden Teilnehmern festhalten wollte.

Dass Trump seine Covid-19-Erkrankung dank bester medizinischer Vollversorgung in Rekordzeit überwand, dürfte die Masse der Bevölkerung kaum ermutigt haben. Die Pandemie stellt für viele ein existenzielles Risiko dar: Millionen US-Amerikaner stehen nach wie vor ohne Krankenversicherungsschutz da. Selbst wer die Infektion unbeschadet übersteht, muss inmitten der Krise um sein finanzielles Überleben fürchten.

Quelle: ntv.de