Marktberichte

Wall Street gönnt sich Pause IBM und Intel würgen den Motor ab

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Erst mal abwarten, was da kommt: Die Anleger halten sich zurück.

(Foto: AP)

Der neue US-Präsident Biden beginnt zwar zielstrebig mit der Arbeit, doch der Senat winkt das gigantische Konjunkturpaket nicht so rasch durch. Nach den Rekordjagden der letzten Wochen gönnen sich die Anleger an der Wall Street erst mal eine Auszeit.

Hohe Kursverluste von Intel und IBM nach den Geschäftszahlen der beiden Tech-Giganten haben den Aufwärtsdrang an der Wall Street abgewürgt. Während IBM die Anleger mit einem schwachen Cloud-Geschäft enttäuschte, nahmen die Investoren bei Intel nach den starken Zahlen des Chip-Herstellers Kursgewinne mit. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial, in dem beide Titel enthalten sind, verlor 0,57 Prozent auf 30 996,9 Punkte. Auf Wochensicht steht ein Plus von 0,6 Prozent zu Buche. Das Zugpferd der jüngsten Rally, der technologielastige Nasdaq 100, schloss mit 0,29 Prozent im Minus bei 13366,4 Zählern. Der marktbreite S&P 500 gab um 0,30 Prozent auf 3841,4 Punkte ebenfalls leicht nach. Noch am Vortag hatten sich alle drei genannten Börsenbarometer noch zu neuen Rekordmarken aufgeschwungen.

Es gab auch tatsächlich Gründe, die Anleger zur Vorsicht mahnten: Denn die Impfhoffnungen erhielten einen leichten Dämpfer. Laut Anthony Fauci, Leiter des nationalen Allergie- und Seucheninstituts, zeigten neue Daten, dass aktuell verfügbare Impfstoffe möglicherweise etwas weniger effektiv im Kampf gegen die Coronapandemie wirkten. Dazu stieß das billionenschwere Konjunkturpaket von US-Präsident Joe Biden im Senat auf erste Widerstände. Analysten hegten bereits Zweifel, dass Biden seine Vorschläge so ohne Weiteres durch den Senat bekomme. "Da es an neuer Munition mangelt, hören Anleger einfach auf zu kaufen", sagte Investmentstratege Lars Skovgaard Andersen von Danske Bank Wealth Management.

Intel
Intel 50,73

Positive Konjunkturdaten verhinderten allerdings ein deutlicheres Abrutschen des Aktienmarktes: Denn die Aktivität in der US-Wirtschaft hatte sich im Januar beschleunigt, wie der von IHS Markit erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - offenbarte. Produktion und Dienstleistungssektor schnitten besser als erwartet ab. Positiv fielen auch die Daten zum Verkauf bestehender Häuser aus.

IBM und Intel auf Talfahrt

IBM
IBM 99,66

Belastet wurde der Dow von den Talfahrten bei Intel und IBM: Intel übertraf zwar mit einem Rekordumsatz die Erwartungen, blieb allerdings einen Jahresausblick wegen diverser Unwägbarkeiten schuldig. Bei IBM sank im vierten Quartal der Umsatz stärker als erwartet, während der Gewinn besser als geschätzt ausfiel. Der Jahresgewinn war damit dennoch bereits das siebte Jahr in Folge rückläufig. Die Intel-Aktie stürzte um 9,3 Prozent ab - IBM brachen um 9,9 Prozent ein. Gerade der Technologiesektor war zuletzt gut gelaufen.

Schlumberger drehten 0,9 Prozent. Der Ölfeldausrüster hatte im vierten Quartal 2020 mehr verdient - trotz eines um ein Drittel gesunkenen Umsatzes. Die Papiere des Eisenbahnbetreibers CSX fielen um 4,3 Prozent. CSX hatte im vierten Quartal nur dank Kostensenkungen einen Tick besser als gedacht abgeschnitten. Händler monierten, dass die operative Entwicklung nicht so rosig ausgefallen sei.

GameStop Corporation
GameStop Corporation 103,30

Die Aktien von Gamestop schossen um weitere satte 51,1 Prozent empor. Die Titel des Einzelhändlers für Videospiele schickten sich an, die höchsten Monatsaufschläge aller Zeiten einzufahren. Aktuell hat der Wert bereits 220 Prozent zugelegt. Der historische Kursanstieg wurde mit einer Flut von Marktteilnehmern erklärt, die sich laut einem Bericht auf der beliebten sozialen Plattform Reddit bemühten, den Wert nach oben zu treiben.

Quelle: ntv.de, mau/DJ