Marktberichte

Senatoren als sichere Bank US-Anleger unbeeindruckt von Impeachment

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Die Wall Street bewegt sich besinnlich in die Weihnachtsferien.

(Foto: REUTERS)

Die Analysten sind sich sicher: "Der von den Republikanern beherrschte Senat wird den Präsidenten niemals fallenlassen." Deswegen kann das jüngst eröffnete Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump die Börsianer nicht schocken. Die Indizes erleben einen durchweg positiven Handelstag.

An der Wall Street ist die Rekordjagd ungeachtet des Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump weitergegangen. Ermutigende Arbeitsmarktdaten und Äußerungen von US-Finanzminister Steven Mnuchin zum Handelsstreit verhalfen den Leitindizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq zu neuen Allzeithochs. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte um 0,49 Prozent auf 28.376,96 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,45 Prozent auf 3205,37 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,71 Prozent auf 8641,29 Stellen.

S&P 500
S&P 500 3.392,40

Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sank in der vergangenen Woche um 18.000 auf 234.000. Unterstützung erhielten die Börsenkurse auch von einem TV-Interview Mnuchins. Nach seinen Worten ist ein erstes Handelsabkommen mit China schriftlich fixiert und wird Anfang Januar unterzeichnet.

Die offizielle Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump brachte Anleger nicht aus der Ruhe. "Der von den Republikanern beherrschte Senat wird den Präsidenten niemals fallenlassen", sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Der Impeachment-Prozess ist und bleibt derart parteipolitisch, dass Trump nicht aus dem Amt entfernt werden wird." Hierfür wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Senat notwendig.

Unter den Einzelwerten stach Rite Aid mit einem zwischenzeitlichen Kursplus von 45 Prozent heraus. Das ist der größte Kurssprung seit vier Jahren. Zum ersten Mal seit vier Quartalen übertraf die Apothekenkette die Markterwartungen. Außerdem rechnet sie für 2020 mit einem geringeren Verlust als bislang. Conagra Brands überraschte ebenfalls positiv. Dank einer starken Nachfrage nach Tiefkühlkost und Knabber-Artikeln verdoppelte der Lebensmittel-Konzern den Quartalsgewinn nahezu. Mit einem zwischenzeitlichen Plus von 17 Prozent verbuchten Conagra-Titel den größten Tagesgewinn seit einem Dreivierteljahr.

Der geplante Ausstieg des Großaktionärs InterActiveGroup (IAC) bei Match stieß bei Anlegern auf viel Gegenliebe. Die Titel des Partner-Vermittlers Match, der unter anderem die Dating-App Tinder anbietet, stiegen im Laufe des Tages um 7,9 Prozent. IAC-Papiere gewannen 7,7 Prozent. Im Rahmen des Deals zahlt Match IAC den Angaben zufolge mit drei Dollar je Aktie aus. Außerdem erhalten die übrigen Eigner der Tinder-Mutter für jeden alten Match-Anteilsschein einen neuen plus drei Dollar.

In Frankfurt am Main brachten wenige Tage vor Weihnachten einige Aktienanleger ihre Schäfchen ins Trockene. Der Dax schloss knapp im Minus bei nahezu 13.212 Punkten.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett im Detail verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Quelle: ntv.de, fzö/rts