Marktberichte

Virgin Galactic hebt ab US-Börsen ignorieren Corona-Risiken

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"Gemeinsam sind wir stark", steht derzeit am Eingang der Wall Street geschrieben.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Weltweit registrieren Gesundheitsbehörden so viele Corona-Infektionen wie nie zuvor. Investoren rätseln zwar, was das für die wirtschaftliche Erholung bedeutet. An den Märkten aber geht die Party weiter. Nur Reiseunternehmen müssen zum Start in die Woche bluten.

Die Furcht vor einer zweiten Welle in der Coronavirus-Pandemie hat die Kauflaune an den US-Börsen zum Wochenauftakt nur kurz gebremst. Investoren rätseln zwar, was der jüngste Anstieg der Neuinfektionen für die wirtschaftliche Erholung bedeutet. Der Dow lag dennoch bei Handelsschluss 0,6 Prozent im Plus bei 26.024 Punkten. Der breiter gefasste S&P notierte 0,5 Prozent höher bei 3113 Zählern, der Index der Technologiebörse Nasdaq schaffte ein Plus von 1,1 Prozent auf 10.056 Punkte.

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Am Sonntag wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit so viele Corona-Infektionen gemeldet wie nie zuvor. Auch in den USA registrieren einige Bundesstaaten Rekordwerte. "Die Investoren halten ein Auge darauf, wie die Verbraucher auf den Anstieg der Fälle reagieren", sagte Keith Buchanan, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung Globalt in Atlanta. "Wenn wir nicht sehen, dass das Verbrauchervertrauen zurückkehrt, könnte das durchaus die Risikoeinschätzung am Markt beeinflussen."

Abwärts ging es für die Aktien der Reiseunternehmen, die besonders stark unter der Pandemie leiden. Die Aktie des Kreuzfahrtanbieters Royal Caribbean verloren 7,4 Prozent. Bei Norwegian Cruise betrug das Minus 5,0 Prozent. Die Titel der Fluggesellschaft JetBlue gaben 5,6 Prozent nach.

Die Papiere von American Airlines sackten um 9,8 Prozent ab. Das schwer unter der Krise leidende Unternehmen will seine Liquidität um 3,5 Milliarden Dollar aufstocken und plant dazu die Ausgabe von Aktien und Wandelschuldverschreibungen.

Virgin Galatic heben ab

Virgin Galactic
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David Madden, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets, sagte, die Fluggesellschaften rüsteten sich so darauf, den Betrieb im kommenden Monat wieder anlaufen zu lassen. Delta Air Lines wolle am 25. Juni wieder Flüge von den USA nach China anbieten - "ein weiteres Zeichen, dass der Sektor zu Normalität zurückkehrt".

Die Papiere des Fleischkonzerns Tyson gaben 5,6 Prozent nach. Der chinesische Zoll hat die Einfuhr von Geflügel aus einer Schlachterei verboten, in der es zu einem Coronavirus-Ausbruch gekommen war.

Um 15,9 Prozent aufwärts ging es für die Aktien von Virgin Galactic. Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit der US-Weltraumbehörde Nasa ein Programm, um private Flüge zur Internationalen Raumstation ISS zu ermöglichen.

In Europa drückten die steigenden Infektionszahlen auf die Stimmung. Der Dax ging 0,6 Prozent schwächer bei 12.262,97 Punkten aus dem Handel.

Quelle: ntv.de, chr/rts