Marktberichte

Sorge um den Zollstreit bleibt Wall Street startet verhalten in Handelswoche

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Nach dem Feiertag war an den US-Börsen nicht viel zu holen.

(Foto: REUTERS)

Die Anleger an der New Yorker Börse agieren mit angezogener Handbremse. Der Handelskrieg zwischen den USA und China verursacht weiterhin Zurückhaltung. Und auch ein Sorgenland in Europa bereitet den Akteuren Bauchschmerzen.

Nach dem verlängerten Wochenende in den USA haben sich Anleger nur langsam an die Wall Street zurückgetraut. Die US-Börsen schlossen im Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,9 Prozent auf 25.347 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,8 Prozent auf 2802 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,4 Prozent auf 7607 Punkte.

Vor allem wegen des noch ungelösten Zollstreits zwischen den USA und China hielten sich Investoren mit größeren Engagements zurück, sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. "Den Leuten wird klar, dass ein Handelskrieg nicht leicht zu gewinnen ist und reale negative Konsequenzen haben kann." US-Präsident Donald Trump hatte gesagt, die Zeit für einen Deal sei noch nicht reif.

Bei den Unternehmen stand Global Payments im Rampenlicht. Der Zahlungsabwickler will den Rivalen Total System für 21,5 Milliarden Dollar in Aktien übernehmen. Dieser Vorstoß komme nicht überraschend, konstatierte Analyst Michael Del Grosso von der Investmentbank Jefferies. Er rechne weder mit Widerstand der Kartellbehörden noch mit einem Konkurrenz-Gebot für Total System. Die Papiere von Global Payments verbilligten sich um 1,7 Prozent. Total System gewannen dagegen rund sechs Prozent.

Auf den Einkaufslisten der Anleger zählten auch Activision Blizzard. Die Bank Goldman Sachs hatte zuvor für die Aktien des Computerspiele-Herstellers eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Activision-Blizzard-Scheine kletterten daraufhin 3,6 Prozent.

Zu einer regelrechten Kursexplosion kam es bei Advanded Micro Devices. Die Aktien des Chipherstellers sprangen rund zehn Prozent in die Höhe, nachdem das Unternehmen zuvor neue Graphik-Produkte vorgestellt hatte. Die Dividendenpapiere des Konkurrenten Intel büßten dagegen zwei Prozent ein.

In Europa bereitete die Angst vor einem neuen Haushaltsstreit zwischen der italienischen Regierung und der EU-Kommission den Anlegern Bauchschmerzen. Der Dax ging 0,4 Prozent tiefer auf 12.027 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 verlor 0,5 Prozent auf 3348 Zähler. Italien droht wegen der steigenden Staatsverschuldung ein Strafverfahren der EU. Vizeregierungschef Matteo Salvini kündigte nach dem Erfolg seiner rechtspopulistischen Lega bei der Europawahl an, mit "aller Kraft" gegen die EU-Haushaltsregeln zu kämpfen.

Wie der Handel auf dem Frankfurter Parkett verlief, können Sie in unserem Börsen-Tag nachlesen.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts

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