Marktberichte

Folgen für Konjunktur unsicher Wall Street wälzt wieder Corona-Sorgen

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Wenig los auf und neben dem Parkett.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Aus den USA kommen keine ermutigenden Signale zur Corona-Pandemie. In mehreren Staaten steigen die Infektionszahlen wieder. Erste Analysten denken laut darüber nach, was wäre, wenn Washington dies nicht in den Griff bekomme. Alles in allem keine Anreize für Käufe.

Ohne große Ausreißer und ohne klare Tendenz hat sich der Börsenhandel an der New Yorker Wall Street gezeigt. Befürchtung einer wieder zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus bremsten die Anleger. Mehr als ein Dutzend US-Bundesstaaten meldeten einen Anstieg der Neuinfektionen. Auch in anderen Regionen der Welt ist die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle wieder gestiegen. Am Ende verlor der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent auf 26.080 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,1 Prozent, der Nasdaq-Composite legte um 0,3 Prozent zu.

Daneben lasteten neue Spannungen zwischen den USA und China. Peking hat mit einer harten Antwort auf die von den USA auf den Weg gebrachten Sanktionen aufgrund des Vorgehens gegen die muslimische Minderheit der Uiguren gedroht. US-Präsident Donald Trump hatte das im Mai vom Kongress verabschiedete Sanktionsgesetz mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt.

"In den USA befinden wir uns immer noch in der Phase der ersten Welle, von der nicht sicher ist, ob sie eingedämmt ist oder nicht", so Cliff Tan, ostasiatischer Leiter der globalen Marktforschung bei der MUFG Bank, zur Corona-Pandemie. "Wenn die USA die Dinge wirklich nicht in den Griff bekommen, könnte das ein ziemlich großer Schock sein", ergänzte der Teilnehmer. Investoren sind vor allem unsicher, ob sich weitere negative Folgen für die Konjunktur ergeben.

Keine Impulse durch die Konjunkturdaten

Derweil zeigten die US-Konjunkturdaten ein uneinheitliches Bild: So gab es bei den wöchentlichen Erstanträgen nur einen leichten Rückgang auf 1,5 Millionen, die Prognose lag jedoch bei 1,3 Millionen. Dagegen erholte sich der Philadelphia-Fed-Index im Juni mit einem Anstieg auf plus 27,5 deutlicher als erwartet und liegt damit wieder im Wachstumsbereich. Der Index der Frühindikatoren erholte sich im Mai etwas stärker als erwartet.

Die Ölpreise erholten sich von zwischenzeitlichen Verlusten und drehten ins Plus. Anleger verwiesen auf die gestiegene Bereitschaft der Förderländer, die vereinbarten Fördermengensenkungen einzuhalten. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 2,3 Prozent auf 38,84 Dollar. Für Brent ging es um 2,0 Prozent auf 41,51 Dollar nach oben. Die "sicheren Häfen" Gold und Anleihen zeigten sich mit einer uneinheitlichen Tendenz.

Bei den Einzelwerten legten die Aktien von T-Mobile US um 3,7 Prozent zu. Nachbörslich hatte die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom einen neuen Finanzchef ernannt und die Prognose für das zweite Geschäftsquartal aktualisiert. Zudem teilte T-Mobile mit, dass der Verkauf von Boost Mobile an Dish Networks am 1. Juli abgeschlossen sein werde. Er war eine der Vorbedingungen der US-Regulierer für die Zustimmung zur Fusion zwischen T-Mobile und Sprint.

Die Papiere des Autovermieters Hertz brachen um zehn Prozent ein. Das insolvente Unternehmen hatte am Vortag die geplante Kapitalerhöhung abgesagt. Zuvor waren seitens der Börsenaufsicht neue Fragen zu der Kapitalmaßnahme aufgekommen.

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Fedex trotzten der negativen Tendenz nach eine Kurszielerhöhung mit einem Plus von zwei Prozent. Die Citigroup-Analysten bekräftigten ihre Kaufempfehlung, weil sie überzeugt sind, dass Fedex vom Wiederhochfahren der Wirtschaft besonders stark profitieren wird.

Biogen verloren 7,5 Prozent, nachdem ein US-Bundesgericht in einem Patentstreit zugunsten von Mylan entschieden hatte. Das Gericht hat den Patentschutz des umsatzstarken Multiple-Sklerose-Mittels Tecfidera von Biogen für nichtig erklärt, mit dem das Unternehmen das Medikament eigentlich bis 2028 vor Nachahmerprodukten schützen wollte. Mylan gewannen 2,3 Prozent.

Quelle: ntv.de