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Beunruhigender globaler Trend 2018 wird das viertheißeste Jahr

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Nicht nur Eisbären kommt durch den Klimawandel der Lebensraum abhanden.

(Foto: imago/blickwinkel)

Das Jahr 2018 gehört zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. So wie schon die drei Jahre davor. Es spricht einiges dafür, dass sich der Trend fortsetzt. Eine Entwicklung mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt.

In Deutschland herrschten Hitzesommer und Rekordwärme, "Heißzeit" wurde Wort des Jahres. Weltweit brachte das Jahr 2018 zwar keinen Temperaturrekord - aber viele beunruhigende Klimawandel-Trends halten an. Die Aussichten für 2019 sehen nicht besser aus.

Die weltweiten Temperaturrekorde wurden zuletzt drei Jahre in Folge gebrochen: 2014, 2015 und 2016 hatten sich gegenseitig überboten. 2017 legte dann zwar nicht noch einen drauf, schob sich aber auf den dritten Platz, noch vor 2014. Und der beunruhigende Trend hält an: Die durchschnittliche Temperatur über den Land- und Ozeanflächen unseres Planeten von Januar bis November habe um 0,77 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 14,1 Grad Celsius gelegen, teilt die US-Klimabehörde NOAA mit. Damit werde 2018 wohl das viertheißeste Jahr seit Beginn der Messungen vor rund 140 Jahren.

Fast überall auf der Welt war es 2018 wärmer als im Durchschnitt. Kälter war es nur in Teilen Nordkanadas und im Süden Grönlands, allerdings nicht rekordkalt. Rekordwarm war es beispielsweise über Teilen des Atlantiks, in Mitteleuropa, Asien und Neuseeland. Die Temperaturen über der Landmasse Europas zwischen Januar und November 2018 waren sogar die höchsten dort seit Beginn der kontinentalen Messungen 1910, mit erfassten 1,8 Grad Celsius über dem Durchschnitt. Und in Deutschland war es laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) das wohl wärmste Jahr seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1881.

Rückkehr von El Niño befürchtet

Etliche anhaltende globale Trends machen Meteorologen derzeit Sorgen: Dazu zählen die geringe Ausbreitung der Eisdecke in Arktis und Antarktis, extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Wirbelstürme sowie der hohe Ausstoß von Treibhausgasen wie etwa Kohlendioxiod (CO2).

Den leicht abgeschwächten Aufwärtstrend bei den Temperaturen 2017 führen die NOAA-Forscher vor allem auf den Einfluss des Klimaphänomens La Niña zurück. Dieses hatte den vorausgegangenen El Niño abgelöst und bis etwa April das Oberflächenwasser im Ostpazifik gekühlt. Für 2019 oder vielleicht sogar schon ab Ende 2018 sehen Forscher der zu den Vereinten Nationen gehörenden Weltwetterorganisation WMO allerdings die Möglichkeit einer Rückkehr von El Niño.

Das würde nichts Gutes für die Temperaturen 2019 bedeuten. "Wenn sich El Niño entwickelt, wird 2019 sehr wahrscheinlich wärmer als 2018", heißt es im Jahresbericht der WMO. Und das werde sich bemerkbar machen, sagt WMO-Generalsekretärin Elena Manaenkova. "Jeder Bruchteil eines Grades von Erwärmung verändert die menschliche Gesundheit, den Zugang zu Essen und Trinkwasser, das Aussterben von Tieren und Pflanzen bis hin zu den Korallenriffen und dem Leben im Meer."

Quelle: n-tv.de, Christina Horsten, dpa

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