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Beeinträchtigte Lebensqualität Auch leichtes Covid-19 mit Langzeitfolgen

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Essen und Trinken machen mit Geschmacksstörungen keinen Spaß.

(Foto: imago images/Panthermedia)

Bei Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen ist häufig eine Reihe von Langzeitsymptomen zu beobachten. Doch auch bei Infizierten mit leichten Verläufen treten diese auf, wie Forscher aus Schweden berichten. Am häufigsten klagen Genesene über Geruchs- und Geschmacksverlust.

Jeder zehnte Mitarbeiter einer Klinik in Schweden leidet auch noch acht Monate nach einer Covid-19-Erkrankung mit mildem Verlauf unter mindestens einem sogenannten Residualsymptom. Das haben Forscher des Karolinska Instituts in Stockholm mit einer Befragung herausgefunden. Als Residualsymptom wird ein Krankheitszeichen benannt, das nach der Ausheilung beziehungsweise der im Wesentlichen erfolgreichen Therapie einer Erkrankung weiterhin besteht.

Zunächst wurden Mitarbeiter des Danderyd-Krankenhauses in Stockholm dazu aufgerufen, sich mithilfe eines PCR-Tests auf Sars-CoV-2 zu untersuchen. Von den 2149 Getesteten waren 393 mit dem Coronavirus infiziert. Alle getesteten Mitarbeiter wurden zudem mittels Fragebogen nach ihrem Gesundheitszustand, Symptomen und deren Schweregrad sowie chronischen Krankheiten befragt. Teilnehmer, die einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf hatten, wurden aus der Untersuchung ausgeschlossen.

So konnten 323 Personen, davon 87 Prozent Frauen, mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren ermittelt werden, die nur leicht an Covid-19 erkrankt waren. 26 Prozent davon klagten eigenen Angaben zufolge noch zwei Monate nach der Erkrankung über mindestens ein mittelschweres bis schweres Symptom. In der Vergleichsgruppe gaben 9 Prozent an, unter einem Symptom zu leiden, allerdings aus anderen Krankheitsgründen.

Geruchs- und Geschmacksverlust am häufigsten

Nach acht Monaten waren es immer noch 15 Prozent der leicht Erkrankten, die unter mindestens einem Symptom litten, das sie als mittelschwer bis schwer einstuften. Am häufigsten wurde von Anosmie, also dem Verlust des Geruchssinns, und Ageusie, also dem Verlust von Geschmacksempfindung berichtet. Dazu kamen Müdigkeit und Atemprobleme. Alle Symptome hatten Auswirkungen auf die Lebensqualität der Befragten.

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Beeinträchtigungen wie kognitive Störungen, Gedächtniseinschränkungen, Konzentrationsprobleme oder körperliche Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen, Herzklopfen oder Langzeitfieber seien laut Charlotte Thålin, die die Studie leitete, hingegen nicht erkennbar. "Wir werden nun den Covid-19-assoziierten Geruchs- und Geschmacksverlust genauer untersuchen, um zu klären, ob das Immunsystem einschließlich der Autoimmunität eine Rolle bei Post-Covid spielt", erklärt die Fachärztin laut Mitteilung des Karolinska Institutes.

Die Ergebnisse zeigten, dass auch junge und gesunde Menschen großen Respekt vor dem Virus haben sollten, da es bei einem relativ großen Teil von Infizierten zu Langzeitfolgen kommen kann, die die Lebensqualität noch lange nach der Infektion erheblich beeinträchtigen, schlussfolgern die Forscher, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Jama" veröffentlicht wurden.

Quelle: ntv.de, jaz

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