Wissen

Schlechte Wetterprognose Bemannter SpaceX-Start erneut fraglich

2020-05-29T120358Z_1726946127_RC2CYG9F7MSG_RTRMADP_3_SPACE-EXPLORATION-SPACEX-LAUNCH.JPG

Die Falcon-9-Rakete steht an der Rampe in Cape Canaveral bereit.

(Foto: REUTERS)

Am Mittwoch verhindert das Wetter den historischen Start der bemannten Falcon-9-Rakete von SpaceX zur ISS. Nun folgt der zweite Versuch, die Nasa dämpft die Erwartungen aber erneut. Notfalls wäre binnen 24 Stunden ein dritter Start möglich.

Drei Tage nach dem wetterbedingten Startabbruch sollen nun erstmals seit rund neun Jahren wieder Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Um 21.22 Uhr deutscher Zeit soll die Falcon-9-Rakete von SpaceX am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abheben. Etwa 19 Stunden später soll die Raumkapsel "Crew Dragon" mit Doug Hurley und Bob Behnken an Bord selbstständig an der ISS andocken. Die Astronauten sind dabei "nur" Passagiere, könnten die Steuerung im Zweifel aber auch selbst übernehmen - per Touchscreen und nicht mehr per Knopfdruck wie früher.

Der Start wird weltweit mit Spannung erwartet, allerdings sind die Wetteraussichten auch dieses Mal nicht besonders gut. Die Chance auf einen Start liegen nach Angaben der Nasa bei 40 Prozent. Falls der Start erneut verschoben werden müsste, wäre ein weiterer Versuch am Sonntag möglich. Wegen der Corona-Pandemie ist der Zugang zu dem Gelände stark eingeschränkt. US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme aber angekündigt. Die Nasa überträgt den Start live auf Youtube.

Am Mittwoch musste bereits der erste Versuch wegen schlechter Wetterbedingungen rund eine Viertelstunde vor dem Start abgebrochen werden. Über Cape Canaveral waren dunkle Wolken aufgezogen, es hatte immer wieder leicht geregnet, zudem gab es die Sorge vor Blitzen.

Kratzer im Ego

Mehr zum Thema

Für die von SpaceX entwickelte Raumkapsel "Crew Dragon" handelt es sich um den letzten Flugtest, bevor das Unternehmen von Milliardär Elon Musk planmäßig die Transportflüge für die USA zur ISS übernehmen soll. Es wäre zudem das erste Mal, dass ein privater Anbieter im Auftrag der Nasa Astronauten befördert. Bisher hat SpaceX nur Fracht zur ISS gebracht.

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre "Atlantis" zur ISS geflogen. Danach hatte die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen eingemottet und Flüge zur ISS bei Russland gebucht. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/AFP