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Natürliches Doping?Dieses unscheinbare Getränk kann die sportliche Leistung steigern

15.07.2026, 17:10 Uhr
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Rote-Bete-Saft ist zwar kein Wundermittel, zeigt aber eine statistisch signifikante Wirkung bei der sportlichen Leistung. (Foto: IMAGO/YAY Images)

Rote-Bete-Saft könnte ein Geheimtipp für Sportler sein. Das nitratreiche Getränk erweitert Blutgefäße und verbessert die Sauerstoffversorgung der Muskeln. Laut einer neuen Studie profitieren Athleten vor allem bei intensiven Belastungen - vorausgesetzt, Menge und Zeitpunkt stimmen.

Ein paar Schlucke roten Saft vor dem Training - und plötzlich sprintet man schneller oder hält länger durch? Ganz so spektakulär ist die Wirkung von Rote-Bete-Saft zwar nicht. Eine neue große Studie liefert jedoch überzeugende Hinweise, dass der Gemüsesaft die sportliche Leistung tatsächlich leicht verbessern kann. Besonders deutlich zeigt sich demnach der Effekt bei kurzen, intensiven Belastungen.

Für die im Fachjournal "Frontiers in Nutrition" veröffentlichte Meta-Analyse wertete ein chinesisches Forschungsteam 33 Studien mit insgesamt 519 Profi- und Freizeitsportlern aus. Berücksichtigt wurden ausschließlich Untersuchungen, in denen Rote-Bete-Saft mit einem Placebo verglichen worden war. Die Forschenden betrachteten drei zentrale Messwerte: wiederholte Sprints, die durchschnittliche Kraftleistung und die maximale Sauerstoffaufnahme.

Das Ergebnis: In allen drei Bereichen schnitten die Gruppen, die Rote-Bete-Saft getrunken hatten, statistisch besser ab. Die größten Effekte fanden sich bei der mittleren Kraftleistung und bei wiederholten hochintensiven Sprints. Etwas geringer fiel der Vorteil bei der maximalen Sauerstoffaufnahme aus. Insgesamt waren die Verbesserungen zwar deutlich messbar, die Leistungssteigerungen stuften die Forschenden allerdings als klein bis moderat ein.

Nitrat sorgt womöglich für den Effekt

Interessant ist das dennoch vor allem für Sportarten, in denen sich kurze, anstrengende Phasen ständig wiederholen: etwa Fußball, Rugby oder Intervalltraining. Schon ein geringfügig später einsetzender Leistungsabfall könnte dort helfen, auch gegen Ende eines Spiels noch kraftvoll zu sprinten. Die leicht verbesserte Sauerstoffaufnahme könnte zugleich Läufern, Radfahrern oder Schwimmern zugutekommen.

Verantwortlich für den Effekt ist der Studie zufolge vermutlich das in Roter Bete enthaltene Nitrat. Der Körper wandelt es über mehrere Schritte in Stickstoffmonoxid um. Dieser Botenstoff entspannt und erweitert die Blutgefäße, wodurch die arbeitenden Muskeln besser durchblutet werden können. Zugleich kann er offenbar die Muskelkontraktion und die Energiegewinnung in den Zellen effizienter machen - der Körper produziert dann mit etwas weniger Sauerstoff dieselbe Leistung.

In vielen der ausgewerteten Versuche tranken die Teilnehmenden etwa zwei bis zweieinhalb Stunden vor der Belastung Rote-Bete-Saft. Häufig waren es 70 bis 140 Milliliter eines Konzentrats oder 250 bis 500 Milliliter gewöhnlicher Saft. Teilanalysen sprechen dafür, dass dieser Zeitpunkt günstig sein könnte. Als wissenschaftlich gesicherte Ideal-Dosis wollen die Forschenden die Mengen aber nicht verstanden wissen, da eine echte Dosis-Wirkungs-Analyse nicht Teil der Studie war.

Kleiner Leistungsvorteil, aber kein Wundermittel

Bei einigen Leistungstests schienen Freizeitsportler stärker zu profitieren als Profis. Eine mögliche Erklärung dafür: Hoch trainierte Athleten haben viele körperliche Systeme bereits weitgehend optimiert, sodass für zusätzliche Verbesserungen weniger Spielraum bleibt.

Dass der zugrunde liegende Mechanismus auch außerhalb des Sports interessant sein könnte, zeigt eine weitere Metaanalyse aus diesem Jahr. Darin verbesserten nitratreiche Rote-Bete-Produkte bei Menschen mit der chronischen Lungenerkrankung COPD im Mittel leicht die körperliche Belastbarkeit und senkten den Blutdruck. Daraus folgt allerdings nicht, dass der Saft eine medizinische Behandlung ersetzen kann.

Rote-Bete-Saft macht aus Freizeitsportlern also keine Olympiasieger - darüber sind sich die Forschenden einig. Als legale und vergleichsweise einfache Ergänzung könnte er aber einen kleinen Leistungsvorteil bringen. "Rote-Bete-Saft kann eine nützliche Strategie der Sporternährung sein", schreibt das Forschungsteam. Entscheidend seien jedoch Sportart, Dosis, Einnahmezeitpunkt und die individuellen Eigenschaften der Athleten.

Quelle: ntv.de

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