KI durchforstet Hubble-ArchivDutzende unerklärliche Objekte im All entdeckt

Ein Datenschatz aus 100 Millionen Aufnahmen war für Menschen allein zu groß. Eine künstliche Intelligenz entdeckt darin nun Hunderte kosmischer Anomalien. Darunter sind Gebilde, die an Quallen oder Hamburger erinnern - und einige, die Forschende vor Rätseln stellen.
Beim Durchsuchen von mehr als 100 Millionen Aufnahmen aus dem Kosmos stoßen Forscher auf einen Fundus unerforschter Objekte. Sie fanden mehr als 1400 Anomalien, mehr als 800 davon waren vorher noch nie beschrieben worden. Und Dutzende sind für die Forscher derzeit unerklärbar. Ihre Entdeckungen haben sie in der Fachzeitschrift "Astronomy & Astrophysics" veröffentlicht.
Bei der Suche half den Forschern eine Künstliche Intelligenz. Bisher war das Entdecken solcher Objekte eine Aufgabe für die geübten Augen von Forschern - doch bei diesen gewaltigen Datenmengen geraten Menschen an ihre Grenzen, so die Autoren. Das neue KI-Programm hingegen hatte den Datensatz - das Archiv des Hubble-Weltraumteleskops - in nur zweieinhalb Tagen komplett durchgesucht.
"Dies ist eine fantastische Anwendung von KI, um den wissenschaftlichen Ertrag des Hubble-Archivs zu maximieren", sagte Pablo Gómez, Mitautor der Studie. "Es ist ein großartiges Ergebnis, so viele anomale Objekte in den Hubble-Daten zu finden, von denen man erwarten könnte, dass viele bereits entdeckt worden sind."
Quallengalaxien mit Gas-Tentakeln
Die meisten der entdeckten Anomalien sind Galaxien, die miteinander verschmelzen und dabei ungewöhnliche Formen annehmen. Viele andere sind Gravitationslinsen, bei denen die Schwerkraft einer Galaxie das Licht einer weiter entfernten Galaxie hinter ihr zu einem Kreis oder Bogen verzerrt. Das Forschungsteam entdeckte auch Galaxien mit riesigen Sternhaufen, Quallengalaxien mit gasförmigen "Tentakeln" und Planeten-Entstehungsscheiben, die von der Seite wie Hamburger oder Schmetterlinge aussahen.
Neben dem Hubble-Archiv gibt es noch weitere große Datenmengen aus dem All, denen sich die Forscher nun annehmen wollen. Sie hoffen, dabei auf weitere Dinge zu stoßen, die noch nie zuvor im Universum gesehen wurden.