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Größter Lauschangriff im Weltall Forscher brauchen Hilfe bei Alien-Suche

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Das weltgrößte bewegliche Radioteleskop steht in Green Bank im US-Bundesstaat West Virginia.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit 2015 suchen privat finanzierte Forscher mit Radioteleskopen nach Signalen von Außerirdischen im Weltraum. Nun werden gewaltige Mengen Daten ins Netz gestellt, um sie zu analysieren.

Auf der Suche nach außerirdischen Zivilisationen haben Forscher nach eigenen Angaben den bislang größten Lauschangriff auf unsere Heimatgalaxie unternommen. Fast zwei Petabyte an Beobachtungsdaten der Milchstraße hat die privat finanzierte Initiative "Breakthrough Listen" nun öffentlich zugänglich gemacht, wie die an der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz (Seti) beteiligte Universität von Kalifornien in Berkeley berichtet. Das Projekt wurde am Freitag (Ortszeit) auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) in Seattle (US-Staat Washington) vorgestellt.

Zwei Petabyte sind rund zwei Millionen Gigabyte, das entspricht etwa einer Billion Seiten Text. "Das ist die größte Veröffentlichung von Seti-Daten in der Geschichte", betonte "Breakthrough Listen"-Chefwissenschaftler Andrew Siemion von der Universität von Kalifornien. Die Daten stammen vor allem vom Parkes-Radioteleskop in Australien und vom Green-Bank-Radioteleskop in den USA. Sie hatten in den vergangenen vier Jahren die von Sternen dicht bevölkerte Scheibe der Milchstraße nach möglichen Funksignalen außerirdischer Zivilisationen abgehorcht.

Signale von Außerirdischen haben die Wissenschaftler bislang nicht entdeckt. Die Auswertung der Daten ist allerdings eine Herkulesaufgabe, bei der die Initiative auf die Hilfe von anderen Forschern wie etwa Experten für Maschinenlernen und künstliche Intelligenz hofft, wie Siemion erläuterte. Auch Bürger können sich beteiligen: Ein Teil der Daten kann über das Bürgerforschernetzwerk Seti@Home der Universität von Kalifornien auf heimischen PCs analysiert werden. Allerdings seien die Datenmengen so riesig, dass sie sich nicht alle direkt über das Internet senden ließen, erklärte Siemion. Stattdessen würden die Rohdaten mithilfe von Supercomputern verkleinert, wobei die Empfindlichkeit für ein möglichst breites Spektrum von Signalen erhalten bleibe.

Zahlreiche kurze Radioblitze entdeckt

Die Beobachtungen dienten nicht allein zum Aufspüren außerirdischer Rundfunksender oder anderer künstlicher Signale, betonten die Wissenschaftler. Sie seien auch eine Goldmine für die Suche nach natürlichen astronomischen Phänomenen, die sich im Bereich der Radiowellen bemerkbar machen. So habe eine Analyse vor etwas mehr als einem Jahr mehr als 70 Radiopulse von einem sich wiederholenden sogenannten Fast Radio Burst (FRB; kurzer Radioblitz) aufgespürt.

Die zufällig auftretenden FRB gehören derzeit zu den rätselhaftesten Beobachtungen im Kosmos. Sie sind natürlichen Ursprungs, aber ihre genaue Ursache ist noch nicht geklärt. Astronomen sind daher auf möglichst viele Beobachtungen angewiesen. "Breakthrough Listen" ist eine der vom russischen Unternehmer Juri Milner gegründeten und privat finanzierten Forschungsinitiativen. Es startete 2015 und wurde auf zehn Jahre angelegt. Auch der Astrophysiker Stephen Hawking beteiligte sich an dem Projekt.

"Für die gesamte Menschheitsgeschichte hatten wir eine begrenzte Datenmenge, um nach Leben jenseits der Erde zu suchen. Daher konnten wir nur spekulieren", erläuterte Milner in der Mitteilung der Universität. "Jetzt, wo wir eine große Menge Daten bekommen, können wir echte Wissenschaft betreiben, und indem wir diese Daten für die allgemeine Öffentlichkeit verfügbar machen, kann das jeder, der die Antwort auf diese tiefgreifende Frage wissen möchte."

Quelle: ntv.de, vpe/dpa

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