Wissen

Millionen Tonnen CO2 gespart Homeoffice schützt laut Studie das Klima

134881830.jpg

Durch die Corona-Krise haben viele Unternehmen ihre Arbeitsprozesse ins Homeoffice verlagert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Telefon- und Videokonferenzen statt täglicher Autofahrten ins Büro: Wenn mehr Menschen öfter im Homeoffice arbeiten, spart das einer Studie zufolge Treibhausgase. Die Umweltschützer von Greenpeace fordern deshalb eine staatliche Förderung für das mobile Arbeiten.

Homeoffice über die Corona-Pandemie hinaus würde laut einer Studie Millionen Tonnen CO2 vermeiden und die Verkehrsbelastung spürbar reduzieren. Der CO2-Ausstoß im Verkehr könnte um 5,4 Millionen Tonnen pro Jahr sinken, wenn zwei von fünf Arbeitnehmern an zwei Tagen pro Woche von zu Hause aus arbeiten würden, wie eine Studie des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung im Auftrag der Umweltschutz-Organisation ergibt. Das entspreche 18 Prozent aller durch Pendler entstehenden Emissionen.

Zum Vergleich: Im gesamten Verkehrsbereich in Deutschland entstanden im vergangenen Jahr 166 Millionen Tonnen CO2. "Die Corona-Monate haben gezeigt, dass sich viele Arbeiten problemlos von zu Haus erledigen lassen", erklärte Greenpeace-Sprecher Benjamin Stephan. "Bundesregierung und Unternehmen sollten die Arbeit im Homeoffice jetzt konsequent fördern, denn Telearbeit schützt das Klima, entlastet den Verkehr und schenkt Arbeitnehmenden Zeit und Flexibilität." Arbeitnehmer, die sich auf das Modell einlassen wollen, dürften von ihrem Arbeitgeber rechtlich nicht daran gehindert werden.

Streichung der Pendlerpauschale

Laut der Organisation sollte damit begonnen werden, die Pendlerpauschale schrittweise zu streichen und die frei werdenden Gelder in einen attraktiven öffentlichen Verkehr zu investieren. Davon würden auch schlechter bezahlte Beschäftigte profitieren, deren Tätigkeiten sich seltener ins Homeoffice verlagern ließen.

Mehr zum Thema

Im Frühjahr hatten wegen der Corona-Pandemie sehr viel mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet als sonst. Habe der Anteil der zu Hause Arbeitenden vor der Pandemie etwa 13 Prozent betragen, seien es im Frühjahr etwa 25 Prozent gewesen, so die Studie. Würden 40 Prozent an zwei Tagen von zu Hause aus arbeiten, würden pro Jahr gut 35 Milliarden Personenkilometer durch weniger Pendeln wegfallen, betonte Greenpeace. Straßen würden gerade in den Stoßzeiten deutlich entlastet.

In der Studie geht es nur um den täglichen Pendelverkehr, nicht die Treibhausgase, die zusätzlich bei Dienstreisen entstehen. Als Grundlage diente der Datensatz "Mobilität in Deutschland" von 2017 des Bundesverkehrsministeriums.

Quelle: ntv.de, hek/dpa/rts