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Moderna-Chef zu Omikron-Variante "Impfwirksamkeit wird beträchtlich sinken"

Eine Ärztin impft eine Frau gegen die Grippe. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wie gut wirken die Impfstoffe noch gegen die Omikron-Variante? Darauf gibt es noch keine Antworten, doch der Moderna-Chef verbreitet nicht gerade Optimismus.

(Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Wirken die Corona-Impfstoffe auch gegen die Omikron-Mutante? Diese Frage hält gerade nicht nur die Fachwelt in Atem. Nun äußert sich der Moderna-Chef dazu und klingt nicht besonders optimistisch.

Der Chef des US-Biotech-Konzerns Moderna, Stephane Bancel, geht davon aus, dass bestehende Corona-Impfstoffe weniger wirksam gegen die neue Virusvariante Omikron sein werden als gegen frühere Varianten. Er warnte in der "Financial Times", dass es Monate dauern würde, bevor Pharmaunternehmen neue variantenspezifische Impfstoffe in Massen produzieren könnten. Die hohe Anzahl der Omikron-Mutationen auf dem Spike-Protein und die rapide Ausbreitung der Variante in Südafrika signalisierten, dass die aktuell verfügbaren Impfstoffe kommendes Jahr modifiziert werden müssten.

Es sei nicht davon auszugehen, dass die Wirksamkeit auf demselben Niveau bleiben werde wie es bei Delta der Fall war, so Bancel. "Ich glaube, sie wird beträchtlich sinken", fügte er hinzu. "Ich weiß nicht, wie viel, weil wir auf Daten warten müssen. Aber alle Wissenschaftler, mit denen ich gesprochen habe, sagen: 'Das sieht nicht gut aus.'"

Der deutsche Impfstoffentwickler Biontech hat bereits mit der Entwicklung eines Vakzins gegen die Omikron-Variante des Coronavirus begonnen. Das sei Teil des Standardvorgehens bei neuen Varianten, hatte das Unternehmen am Montag mitgeteilt. "Die ersten Schritte bei der Entwicklung überschneiden sich mit den nötigen Untersuchungen, ob überhaupt ein neuer Impfstoff nötig ist." Derzeit ist noch unklar, ob die aktuellen Corona-Impfstoffe auch vor der neuen Variante schützen.

Gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern, erklärte Biontech. Diese schnelle Anpassungsfähigkeit ist einer der großen Vorteile der mRNA-Impfstoffe, zu denen die Präparate von Biontech und Moderna zählen.

Ist es eine Escape-Mutation?

"Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt", hatte der Berliner Virologe Christian Drosten am Wochenende über die Omikron-Variante gesagt. "Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann: Es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist. "Es gebe die Sorge, dass man es mit einer wirklichen "Immunescape-Variante" zu tun habe, so der Charité-Professor im ZDF. Immunescape bedeutet, Omikron könnte eine gegen andere Sars-CoV-2-Varianten aufgebaute Immunabwehr umgehen.

Ob Impfungen verändert werden müssten, würden die nächsten zwei bis drei Wochen beantworten müssen, sagte Drosten weiter. Eine Anpassung der mRNA-Impfungstoffe sei möglich. "Das wird man technisch relativ einfach machen können. Aber wir sprechen hier doch von Monaten."

In einem am Montag veröffentlichten Dokument zu Omikron betont die WHO, die Wissenschaft wisse noch sehr wenig darüber, wie sich die neue Mutante des Coronavirus auf den Verlauf der Pandemie auswirken werde. Die Risiko-Bewertung sei deshalb mit einem sehr hohen Unsicherheitsfaktor behaftet und könne sich noch ändern. Daten aus Südafrika deuten darauf hin, dass Omikron noch ansteckender als Delta ist. Unklar ist noch, ob die Mutante auch zu schwereren Verläufen von Covid-19 führt.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/rts/DJ

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