Wissen

Satellitenbilder belegen Schwund "In der Schweiz verschwindet der Schnee"

88627383.jpg

Arosa, Schweiz: Skifahrer stehen auf einem dünnen Band aus Kunstschnee (Bild von Dezember 2015).

(Foto: picture alliance / Gian Ehrenzel)

Auswertungen von Satellitenaufnahmen aus mehr als 20 Jahren zeigen: Die Schneedecke in der Schweiz schwindet. Das Ausmaß ist gravierend: Die schneefreie Fläche ist nun etwa 5200 Quadratkilometer größer als zuvor.

Die Schneedecke in der Schweiz schwindet - das belegen Auswertungen von Satellitenaufnahmen aus mehr als 20 Jahren. Während der Anteil der Gegenden mit wenig oder keinem Schneefall zwischen 1995 und 2005 noch 36 Prozent der Gesamtfläche betrug, waren es zwischen 2005 und 2017 schon 44 Prozent. Das teilte die Universität Genf mit. Demnach wuchs die schneefreie und schneearme Fläche um 5200 Quadratkilometer - das entspricht etwa der doppelten Größe des Saarlands. Diese Größenordnung lasse sich durch keine Fehlermarge erklären.

Auch die Zone mit ewigem Schnee wird nach dieser Analyse kleiner. Regionen, die mit 80- bis 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit jedes Jahr Schneefall bekommen, machten zwischen 1995 und 2005 im Durchschnitt noch etwa 27 Prozent des Schweizer Territoriums aus. Seitdem ist sie auf durchschnittlich 23 Prozent gesunken - ein Verlust von 2100 Quadratkilometern.

"Wahrscheinlich auf Klimaerwärmung zurückzuführen"

"In der Schweiz verschwindet der Schnee, und das ist wahrscheinlich auf die Klimaerwärmung zurückzuführen", schreibt die Universität. Die Ursachenforschung war aber nicht Teil des Projekts. Die Forscher hatten in Kooperation mit dem UN-Umweltprogramm (Unep) und anderen Universitäten 6500 Satelliten-Bilder über 34 Jahre ausgewertet und damit nach eigenen Angaben erstmals eine flächendeckende Analyse für die Schweiz erstellt.

Vor einem Jahr bereits sagte der Glaziologe Matthias Huss von der ETH Zürich dem "Tages-Anzeiger", dass die Gletscher in der Schweiz angesichts des Temperaturanstiegs nach Expertenangaben nicht mehr zu retten seien. Selbst mit den größten Anstrengungen zur CO2-Verringerung würden 80 bis 90 Prozent der Eismassen bis 2100 schmelzen. "Eine Verlangsamung der Erderwärmung kommt für die Schweizer Gletscher zu spät", so Huss. 1973 zählte die Schweiz 2150 Gletscher, heute sind es noch rund 1400.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

Mehr zum Thema