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Sonde "Beresheet" vor dem Start Israel bricht zur eigenen Mondlandung auf

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Das unbemannte Mini-Raumschiff "Beresheet" hat ein Gewicht von 585 Kilogramm und ist eineinhalb Meter hoch.

(Foto: REUTERS)

Drei Großmächten ist bisher eine Landung auf dem Mond gelungen. Nun will das kleine Land Israel es ihnen gleichtun. Am kommenden Freitag startet die israelische Sonde "Beresheet" zu ihrer Reise zum Erdtrabanten.

Am 21. Juli 1969 steckte ein US-Astronaut die Flagge der Vereinigten Staaten in die Oberfläche des Mondes. Fast 50 Jahre später will ein weiteres Land seine Flagge auf dem Erdtrabanten aufstellen: Israel. In der Nacht zum Freitag soll die kleine israelische Sonde "Beresheet" mit einer Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk in Richtung Mond aufbrechen. Der Start sei am 22. Februar um 2.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida geplant, teilte die israelische Organisation SpaceIL mit.

Die Landung auf dem Mond wird sieben Wochen später am 11. April erwartet. Die Entfernung zum Mond beträgt rund 384.000 Kilometer. Die Sonde soll auf ihrer siebenwöchigen Reise allerdings rund 6,5 Millionen Kilometer zurücklegen, weil sie mehrmals um die Erde und um den Mond kreisen muss, bevor sie landen kann.

Auch wenn es sich bei der Sonde um eine vergleichsweise kleine wissenschaftliche Unternehmung handelt, ist der symbolische Wert gewaltig. Israel werde nach den Großmächten USA, Russland und China erst das vierte Land sein, das mit einem Raumschiff auf dem Mond landet, sagte Ido Antebi, Geschäftsführer von SpaceIL. "Am Freitagmorgen werden wir Geschichte schreiben."

Erst Anfang des Jahres hatte China mit seiner Mond-Mission für Aufsehen gesorgt. Die Sonde Chang'e 4 war die erste, die auf der Rückseite unseres Trabanten gelandet ist. Insgesamt gelang China damit die zweite erfolgreiche Mondlandung - die Sonde Chang'e 3 setzte bereits 2013 auf der Mondoberfläche auf.

Magnetfelder auf dem Mond messen

Das Hauptziel der israelischen Mission ist laut Oded Aharonson vom Weizmann-Institut in Rechovot, das Magnetfeld des Mondes zu messen. Genauer gesagt, sollen die Felder von magnetischen Felsen auf der Mondoberfläche untersucht werden. Damit hoffen die Forscher, eine Theorie über die Entwicklung des lunaren Magnetfelds überprüfen zu können.

Die Sonde hat außerdem eine Reihe von Spiegeln an Bord, mit denen der Mond-Satellit "Lunar Reconnaissance Orbiter" der Nasa per Laserstrahl genau auf der Mondoberfläche orten kann. An Bord von "Beresheet" - übrigens der hebräische Name des 1. Buch Mose in der Bibel - soll zudem eine Zeitkapsel mit hunderten digitalen Dateien sein. Darunter ist auch eine hebräische Bibel, die auf einem Träger in Münzgröße gespeichert ist.

Initiiert wurde das Projekt im Jahr 2011 als Teil des Wettbewerbs "Google Lunar X-Prize". Inzwischen hat Israel es jedoch zur nationalen Aufgabe erklärt. Der Bau der Sonde hat umgerechnet 84 Millionen Euro gekostet. Die Kosten wurden vor allem von privaten Spendern getragen, allen voran dem israelischen Milliardär Morris Kahn. "Wenn Israel auf dem Mond landet, wird jeder Jude sich daran erinnern, wo er in dem Moment war", sagte Kahn, der auch Präsident von SpaceIL ist. "Israel tut etwas Großartiges. Nichts ist unmöglich - wir wagen es, zu träumen, und diesen Traum in Wirklichkeit zu verwandeln."

Arabische Sonde soll Mars erkunden

Mit der israelischen Mission nehmen die Raumfahrt-Bemühungen aus dem Nahen Osten weiter Fahrt auf. Allerdings erlitt Israels Erzfeind Iran in diesem Jahr bereits Rückschläge, nachdem zwei Starts von Satelliten in Folge missglückt waren. Seinen ersten selbst gebauten Satelliten hatte der Iran im Jahr 2009 gestartet.

Neben Israel planen auch die Vereinigten Arabischen Emirate eine ambitionierte Weltraummission: Im Jahr 2020 soll die Sonde "Hope" auf die Reise zum Mars gehen und den roten Planeten sieben Monate später erreichen. Aus einer Umlaufbahn wird sie die Marsoberfläche fotografieren und die Atmosphäre des Planeten erforschen, so die Pläne.

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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