Bis zu 44 Grad im März "Heat Dome" sorgt in den USA für historische Hitzewelle

Eine gewaltige "Hitzekuppel" legt sich wie ein Deckel über weite Teile der USA und sorgt für Rekordtemperaturen. Experten sehen darin eines der flächenmäßig größten Extremwetterereignisse der amerikanischen Geschichte. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Eine ungewöhnlich frühe und weitreichende Hitzewelle hat große Teile der USA seit Tagen fest im Griff - und könnte sich laut Experten zu einem der flächenmäßig größten Hitzeereignisse der amerikanischen Geschichte entwickeln. Ausgelöst wird sie durch eine sogenannte "Heat Dome"-Wetterlage, die sich derzeit vom Südwesten aus nach Osten ausbreitet.
"Im Grunde wird es in den gesamten USA heiß", sagte Meteorologe Gregg Gallina vom National Weather Service gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). "Das Gebiet mit Rekordtemperaturen ist extrem groß. Das ist wirklich bizarr." Bereits jetzt wurden in 14 Bundesstaaten neue März-Hitzerekorde gemessen. Dazu zählen unter anderem Kalifornien, Arizona und Nevada, aber auch weiter nördlich gelegene Staaten wie Minnesota oder Wyoming.
Ein "Heat Dome" (deutsch: Hitzekuppel) ist ein stabiles Hochdruckgebiet, das wie ein Deckel wirkt und die heiße Luft in Bodennähe festhält. Gleichzeitig bleibt der Jetstream - das Windsystem, das Wetterlagen normalerweise weitertransportiert - blockiert. Die Folge sind anhaltend hohe Temperaturen. So könnten in Flagstaff im Bundesstaat Arizona die Werte laut Experten an elf bis zwölf Tagen in Folge über dem bisherigen Märzrekord liegen.
Bis zu vier Grad über dem Durchschnitt
Allein zwischen Mittwoch und Samstag registrierten Messstationen mindestens 479 neue Monatsrekorde für März, wie die National Centers for Environmental Information mitteilte. Hinzu kamen mehr als 1400 tägliche Temperaturrekorde. An einzelnen Orten in Arizona und Kalifornien wurden bis zu 44,4 Grad Celsius gemessen - ein neuer Rekord für den März. Normalerweise ist es erst ab Mai so heiß. Die Temperaturen lagen teils bis zu vier Grad Celsius über dem Durchschnitt für diese Jahreszeit, berichtet der US-Sender ABC News.
Der Wetterhistoriker Chris Burt spricht gegenüber AP von einer außergewöhnlichen Dimension: Die betroffene Fläche sei vermutlich größer als bei bekannten Hitzewellen der Jahre 2012 oder 2021. Noch extremer waren zwar die Temperaturen während der "Dust Bowl"-Hitzeperiode 1936 oder im Nordwesten der USA im Jahr 2021. Doch diese Ereignisse traten im Hochsommer auf - mit entsprechend größerer Belastung für die Bevölkerung.
Klimawandel verstärkt Extremwetterereignis
Eine Analyse der internationalen Forschungsinitiative World Weather Attribution kommt zu einem klaren Ergebnis: Die aktuelle Rekordhitze wäre ohne den Klimawandel "praktisch unmöglich" gewesen. Demnach hat die Erderwärmung durch die Verbrennung fossiler Energieträger die Temperaturen um mindestens 2,6 Grad Celsius erhöht. "Solche Ereignisse sind durch den Klimawandel etwa 800-mal wahrscheinlicher geworden", erklärt Studienautorin Clair Barnes vom Imperial College London.
Für die Amerikaner heißt es in den kommenden Tagen: weiter schwitzen. Denn ein schnelles Ende der Hitzewelle ist noch nicht absehbar. Sie dürfte laut Prognosen erst im Laufe der kommenden Woche abklingen. Bis dahin bleibt ein ungewöhnlich früher und großflächiger Temperaturanstieg mit historischem Ausmaß.