Toasted-Skin-Syndrom bei KindernLaptop-Wärme kann zu Hautproblemen führen - ein Fallbeispiel

Manche benutzen stundenlang ihren Laptop, während dieser auf den Beinen oder dem Bauch liegt. Doch die Wärme des Gerätes kann die Haut verändern, im schlimmsten Fall sogar langfristig, warnen Kinderärzte - und schildern den unerwarteten Fall eines Jungen.
Die Wärme von Laptops kann die Haut von Kindern verändern, warnen Kinderärzte der Universitätskliniken Leicester im Zusammenhang mit einem Fallbeispiel, das in der Fachzeitschrift "BMJ Case Reports" veröffentlicht wurde. Demnach brachten Eltern ihren Jungen im Grundschulalter mit Hautverfärbungen und einem sogenannten Fischernetz-Ausschlag ins Universitätskrankenhaus von Leicester.
Der Junge hatte ungewöhnliche Hautveränderungen am Bauch und erzählte außerdem von Blutergüssen, die scheinbar spontan aufgetreten sind. Die behandelnden Kinderärzte gingen zunächst davon aus, dass es sich um eine Verletzung der Leber nach einem leichten Stoß handelte. Doch weder die Blutergebnisse noch die eingehende Untersuchung seines Bauches bestätigten diesen Verdacht, der Patient wurde deshalb wieder nach Hause geschickt.
Laptop mehrere Stunden täglich auf dem Bauch
Doch zwei Wochen später kam er erneut in die Kinderabteilung des Krankenhauses. Der Ausschlag hatte sich verschlimmert, war empfindlicher geworden und an einigen Stellen schälte sich sogar die Haut ab. Durch eine eingehende Befragung erfuhren die Ärzte, dass der Junge zu Hause unterrichtet wurde und deshalb regelmäßig einen Laptop nutzte. Der Schüler selbst erklärte, das Gerät liege bis zu acht Stunden täglich auf seinem Bauch, oft auch während es lädt.
Mit diesem Wissen wurden die Hautveränderungen als Erythema ab igne diagnostiziert, einem netzartigen, rotbraunen Hautausschlag, der durch langanhaltende und wiederholte Hitzeeinwirkung auf dieselbe Hautstelle entsteht. Bekannt ist die Veränderung auch als "Toasted-Skin-Syndrom" oder auch als Buschke-Hitzemelanose. Auslöser sind häufig Wärmflaschen, Kirschkern- oder Heizkissen, aber auch elektrische Geräte wie Laptops, die stundenlang auf den Oberschenkeln oder einem anderen Körperteil stehen.
Temperaturen von 40 bis 50 Grad Celsius, die über Stunden hinweg auf eine Fläche der Haut einwirken, reichen aus, um diese Veränderungen zu bewirken. Weil die Wärme über einen langen Zeitraum die Blutgefäße erweitert, lagern sich Pigmente und Blutabbauprodukte in der Haut ab. So entstehen die typischen Zeichen, die meistens schmerzfrei sind und allmählich wieder verschwinden, wenn die Wärmequelle gemieden wird.
Immer öfter sind Kinder betroffen
Bisher waren vor allem Erwachsene, auch berufsbedingt (Bäcker, Köche) vom Toasted-Skin-Syndrom betroffen. Doch der zunehmende Gebrauch elektronischer Geräte, insbesondere bei Heimunterricht, habe sich als eine unterschätzte Ursache für Erythema ab igne bei Kindern herausgestellt, fassen die Autoren des Berichts zusammen. Sie warnen, dass eine chronische Einwirkung könne zu einer anhaltenden Pigmentierung und in seltenen Fällen sogar zu einer bösartigen Transformation führen.
Dem jungen Patienten wurde geraten, den Laptop nicht mehr auf seinem Körper abzustellen. Die Umsetzung der Maßnahme hatte Erfolg. Der Vater des Jungen berichtete einige Monate später, dass sich der Zustand des Jungen allmählich gebessert habe und der Ausschlag schließlich ganz verschwunden sei.
Übrigens: Die wortwörtliche Übersetzung von Laptop ist die Zusammensetzung von Lap-Schoß und top-obendrauf, könnte also Schoßrechner sein. Das Fallbeispiel zeigt jedoch, dass das Gerät weder an dieser Stelle noch an einer anderen auf dem Körper gut aufgehoben ist. Neben den möglichen Hautveränderungen ist auch das Gerät selbst gefährdet, denn die weichen Unterlagen können die Lüftungsschlitze auf der Unterseite verdecken und zu Überhitzungen im Gerät, im schlimmsten Fall sogar zu einem Brand führen. Eine feste Unterlage ist deshalb die beste Wahl.