Schutzschild für Leben auf ErdeMagnetfelder erstmals auf fernen Planeten entdeckt

Einem Forschungsteam gelingt nach eigenen Angaben ein Durchbruch: Bei der Untersuchung von Winden auf riesigen Exoplaneten stößt es auf Zeichen für starke Magnetfelder. Die Entdeckung könnte auch Einfluss auf die Suche nach Leben im All haben.
Das Magnetfeld der Erde wird von Forschern als eine der entscheidenden Grundlagen für das Leben angesehen. Denn es wirkt wie ein gewaltiger Schutzschild vor zerstörerischen Sonnenwinden. Ohne das Magnetfeld hätte sich höheres Leben vermutlich nie auf der Erde entwickeln können. Nun hat ein internationales Forschungsteam womöglich erstmals Magnetfelder auf Exoplaneten entdeckt. Allerdings handelt es sich nicht um Gesteinsplaneten wie Erde und Mars, sondern um riesige Gasplaneten, die dem Jupiter ähneln. Über die Studienergebnisse wird aktuell im Fachmagazin "Nature Astronomy" berichtet.
"Dieser Durchbruch eröffnet völlig neue Perspektiven für die Exoplanetenforschung", sagte Julia Seidel, Astronomin am Laboratoire Lagrange in Frankreich und Hauptautorin der Studie, laut einer Mitteilung. Zum ersten Mal könnten nun die magnetischen Umgebungen anderer Welten verglichen werden. "Ein entscheidender Schritt, um letztendlich zu verstehen, welche Planeten lebensfähig bleiben, ihr Wasser behalten und vielleicht sogar eines Tages Leben, wie wir es kennen, beherbergen können."
Magnetfelder sind neben der Erde auch auf anderen Planeten des Sonnensystems vorhanden, wie Jupiter und Saturn. In den vergangenen 15 Jahren sei es bisher jedoch niemandem gelungen, so die Autoren, die Stärke der Magnetfelder von Exoplaneten direkt zu messen.
Entdeckung durch Zufall
Dabei war die Entdeckung eher ein Zufall: Das Team wollte eigentlich die Windgeschwindigkeiten auf den sieben Exoplaneten erforschen. Die Gasriesen, von denen jeder einen anderen Stern umkreist, sind jeweils gezeitengebunden: Diese Planeten halten stets eine Seite dem Stern zugewandt. Außerdem sind sie ihren Muttersternen sehr nah, was eine glühend heiße Tagseite und eine eiskalte Nachtseite zur Folge hat.
Dieser Temperaturunterschied führt zu extrem starken Winden auf den Gasplaneten, so die Forscher. Die Windgeschwindigkeiten in ihrer Stichprobe reichten von etwa 7200 Kilometer pro Stunde bis über 25.000 km/h. Zum Vergleich: Die schnellsten auf dem Jupiter gemessenen Winde erreichen Geschwindigkeiten von etwa 1500 km/h.
Feldstärken ähnlich wie im Sonnensystem
Die Forscher stellten jedoch fest, dass sich mit steigender Temperatur die Winde verlangsamten, wobei es eigentlich genau umgekehrt sein müsste. Das Team kam zu dem Schluss, dass die plausibelste Erklärung für dieses Rätsel das Vorhandensein planetarischer Magnetfelder ist, da diese Felder wie eine Bremse wirken und die Bewegung geladener Teilchen in der Atmosphäre verlangsamen können.
So konnte in einem nächsten Schritt die Stärke der Magnetfelder von den Forschern ermittelt werden. Sie ähnelt denen in unserem Sonnensystem: Sie waren etwa viermal so stark wie das Magnetfeld von Saturn oder etwa halb so stark wie das von Jupiter. So starke Magnetfelder könnten auf den Exoplaneten auch Polarlichter wie auf der Erde entstehen lassen, vermutet das Forscherteam.