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Mindert schwere Verläufe Neues Antikörper-Mittel wirkt gegen Covid-19

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Zur Behandlung von Covid-19 kommen bisher die Antikörper-Mittel von Eli Lilly und Regeneron Pharmaceuticals zum Einsatz.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Auf der Suche nach einer Behandlung von Covid-19 gelingt Glaxosmithkline und Vir Biotechnology ein Erfolg: Ihr Antikörper-Mittel VIR-7831 hilft gegen schwere Verläufe - auch bei Erkrankungen durch Virusmutanten. Eingesetzt wird es aber noch nicht.

Im Kampf gegen lebensbedrohliche Covid-19-Infektionen könnten Mediziner demnächst eine neue Waffe in die Hand bekommen: Ein von dem britischen Pharmakonzern Glaxosmithkline und dem US-amerikanischen Unternehmen Vir Biotechnology entwickelter monoklonaler Antikörper hat die Notwendigkeit einer stationären Behandlung und das Risiko eines tödlichen Krankheitsverlaufs in einer Studie um 85 Prozent zurückgehen lassen.

Wie die beiden Unternehmen weiter mitteilten, wollen sie angesichts dieses positiven Ergebnisses umgehend eine Zulassung in den USA und anderen Ländern beantragen. Laut Glaxo und Vir wirkt VIR-7831 auch gegen die neuen Virusmutanten. Im Falle einer Zulassung wäre VIR-7831 die dritte Covid-19-Behandlung auf Basis monoklonaler Antikörper.

Von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA bereits genehmigt ist die Antikörper-Therapie des US-Biotechkonzerns Regeneron. Das Mittel kann zur Behandlung von Corona-Patienten genutzt werden, die noch keine Sauerstoffzufuhr benötigen und ein hohes Risiko haben, dass sich ihr Zustand ernsthaft verschlechtert, wie die EMA mitteilte. Das in den USA per Notfallzulassung erlaubte Regeneron-Kombinationspräparat war im Herbst bereits dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump bei dessen Covid-19-Erkrankung verabreicht worden. Mit dem grünen Licht von der EMA kann das Mittel in der Europäischen Union bereits vor einer offiziellen Marktzulassung eingesetzt werden.

USA setzen auf Antikörper-Medikamente

Regeneron hatte mitgeteilt, dass ein unabhängiges Kontrollgremium zu dem Schluss gekommen sei, dass das Mittel eine "klare klinische Wirksamkeit" bei der Verringerung der Rate von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen habe. Die US-Regierung hatte im Januar den Kauf von zusätzlichen 1,25 Millionen Dosen des Mittels für rund 2,63 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Zur Ausweitung seiner weltweiten Lieferkapazitäten arbeitet Regeneron nach eigenen Angaben auch mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche zusammen.

Weitere Corona-Antikörper-Medikamente von Eli Lilly und Celltrion werden ebenfalls von der EMA überprüft. Die US-Regierung hat bei dem Pharmakonzern Eli Lilly & Co mindestens 100.000 Dosen seiner Antikörpertherapie zur Verhinderung schwerer Covid-19-Verläufe bestellt. Die Kaufvereinbarung habe einen Wert von 210 Millionen US-Dollar. Die Dosen sollen bis zum 31. März geliefert werden, teilte Eli Lilly mit.

Die Arznei, eine Kombination aus zwei Antikörpern, hatte erst vor Kurzem grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde FDA im Rahmen einer Notfallzulassung bekommen. Die US-Regierung hat die Option, sich bis zum 25. November weitere 1,1 Millionen Dosen zu den gleichen Bedingungen zu sichern.

Quelle: ntv.de, spl/DJ/rts

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