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Hormonrückgang in WechseljahrenÖstrogengabe könnte Alzheimer-Risiko senken

13.08.2026, 15:53 Uhr
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Die Einnahme von Östrogenen in Tablettenform könnte Frauen auch vor Alzheimer schützen. (Foto: imago images/MiS)

Frauen sind wesentlich häufiger von Alzheimer betroffen als Männer. Ein Grund kann der Rückgang der Sexualhormone in den Wechseljahren sein. Eine bestimmte Hormontherapie könnte schützen, zeigt eine aktuelle Studie.

Die Behandlung mit Östrogenen als Hormonersatztherapie in den Wechseljahren könnte das Alzheimer-Risiko bei Frauen senken. Das hat ein Forschungsteam der Stanford University herausgefunden. Die Forschenden um Hadi Hosseini griffen dabei auf den Goldstandard der Alzheimer Forschung zurück und sahen sich die neuropathologischen Daten von gespendeten Gehirne von Frauen nach deren Tod sehr genau an. Die Untersuchung, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Neurology" veröffentlicht wurden, ist damit eigenen Angaben zufolge die erste dieser Art.

"Unsere Studie ist insofern einzigartig, als wir alle Kriterien der Alzheimer-Diagnostik berücksichtigt haben, einschließlich des Goldstandards: der für Alzheimer typischen Merkmale in autopsierten Gehirnen", sagte Hosseini laut Mitteilung der Uni. Bisher habe sich noch niemand mit einer so großen Anzahl postmortaler Alzheimer-Fälle befasst.

Mit Daten von mehr als 5000 Frauen gestartet

Für die Untersuchung zogen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zunächst die Daten von zwei Alzheimer-Studien heran, die mehr als 5000 Frauen im Alter von über 50 Jahren einbezogen. Die Studienteilnehmerinnen machten verschiedene Tests zur Demenzdiagnostik und nahmen an einer Reihe anderer klinischer Untersuchungen teil. Einige der Frauen stellten zu Lebzeiten ihre Gehirne für weitere Untersuchungen nach ihrem Tod als Spende zur Verfügung. Das Forschungsteam suchte die Daten von denjenigen heraus, die eine Monotherapie mit Östrogenen bekamen und bildete daraus eine Gruppe, die rund sieben Prozent aller Studienteilnehmerinnen ausmachte. Alle Probandinnen waren im Schnitt älter als 70 Jahre.

Die alleinige Gabe von Östrogenen als Hormonersatztherapie wird nur Frauen verschrieben, die sich vorher einer sogenannten Hysterektomie, also einer operativen Entfernung der Gebärmutter unterzogen haben. Für Frauen mit Gebärmutter erhöht die reine Östrogengabe das Risiko für Gebärmutterkrebs. Aus diesem Grund erhält diese Personengruppe eine Kombination aus Östrogenen und Progesteron. Die Forschenden hatten aus dieser Gruppe allerdings nicht ausreichend Daten zur Verfügung.

Goldstandard: Ein Blick ins Gehirn

In einem nächsten Schritt wurden die Daten der neuropathologischen Untersuchungen der Gehirne angeschaut. Die Forschenden achteten vor allem auf die typischen Anzeichen der Alzheimer-Krankheit. Dazu gehören sogenannte Amyloid-Plaques, Tau-Protein-bedingte neurofibrilläre Bündel und sogenannte neuritische Plaques. Alle Ablagerungen bestehen aus Eiweißen, die sich im Gehirn in oder um Nervenzellen ansammeln und deren Funktion beeinträchtigen. Sie gelten als typische Marker für die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung.

Bei der Analyse der Daten sah das Team, dass Frauen, die eine reine Östrogentherapie hatten, auch 35 Prozent seltener Alzheimer-Marker in ihrem Gehirn hatten, als Frauen ohne die Östrogentherapie. Das Ergebnis deckte sich mit den übrigen Daten: Frauen, die Östrogene schluckten, zeigten zu Lebzeiten auch seltener Anzeichen von Alzheimer, Gedächtnisverlust oder andere funktionelle Beeinträchtigungen. Sie hatten zudem niedrigere Amyloidwerte, also Alzheimer-Marker im Blut und im Hirnwasser, als die Frauen aus der Gruppe ohne Östrogeneinnahme.

Auch wenn die Ergebnisse der Studie keinen kausalen Zusammenhang zulässt, liefern sie doch Hinweise auf einen schützenden Effekt vor Alzheimer durch eine Hormonersatztherapie. "Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Östrogen für die Gehirngesundheit und die Lebenserwartung", sagte Jennifer Bruno, Neurowissenschaftlerin an der Stanford University, die an der aktuellen Untersuchung beteiligt war. Weitere Untersuchungen seien nötig, um die Zusammenhänge in Zukunft besser zu verstehen.

Quelle: ntv.de, jaz

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