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Sonne, Mond und Sterne im August Perseiden bringen Sternschnuppen-Show

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Sternenhimmel mit Perseiden und Schleierwolken: Die meisten Sternschnuppen werden in der Nacht auf den 13. August erwartet.

(Foto: imago/blickwinkel)

Der August bringt den reichsten Sternschnuppenstrom des Jahres: Die Perseiden kommen. Pro Stunde flammen bis zu 100 Meteore auf, darunter auch sehr helle, Boliden oder Feuerkugeln genannt. Das Himmelsschauspiel steht aber diesmal unter "keinem guten Stern". Dafür wird anderes geboten.

Mancher findet im Urlaub die Gelegenheit, im Hochgebirge, in einsamen Wüstenregionen oder auf hoher See einen prächtigen Sternenhimmel zu beobachten. Während in unseren lichtüberfluteten Städten und Siedlungen selbst bei klarem Nachthimmel meist nicht mehr als ein bis zwei Dutzend Sterne zu sehen sind, ist der von irdischen Lichtern, Staub und Dunst ungestörte Nachthimmel von schier zahllosen funkelnder Lichtpünktchen übersät. Etwa 3000 Sterne kann man dann am nachtschwarzen Firmament erkennen.

Die allermeisten Sonnen im Weltall sind so weit entfernt und deshalb so lichtschwach, dass man sie mit bloßen Augen gar nicht sehen kann. Im mit großen Teleskopen überschaubaren Universum gibt es rund hundert Milliarden Milchstraßensysteme, sogenannte Galaxien. Und die großen Galaxien beherbergen je mehrere 100 Milliarden Sonnen. Daraus ergibt sich die enorme Gesamtzahl von 40 Trilliarden Sternen, eine gigantische Zahl, die sich mit einer 4 gefolgt von 22 Nullen schreibt.

Jupiter überstrahlt alle

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Dieses Bild der stürmischen Nordhalbkugel des Jupiters nahm die Raumsonde "Juno" Ende Juni auf.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Den Abendhimmel beherrschen im August die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, nämlich Jupiter und Saturn. Mit seinem Glanz übertrifft der Riesenplanet Jupiter alle anderen Sterne und Planeten. Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man ihn als hellen, weißen Lichtpunkt im Südwesten. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet zurück. Ende August geht er bereits eine Viertelstunde vor Mitternacht unter.

Der bleiche, gelbliche, aber deutlich erkennbare Saturn steht am Abend am Südhimmel. Zurzeit hält er sich im Sternbild Schütze auf. Sein berühmtes Ringsystem ist allerdings nur in einem Teleskop ab etwa 30-facher Vergrößerung zu erkennen. Vom Morgenhimmel verabschiedet sich der Ringplanet allmählich. Am 31. erfolgt der Saturnuntergang bereits kurz vor zwei Uhr morgens.

Mitte August gibt es eine Chance, den flinken und schwierig zu beobachtenden Merkur am Morgenhimmel zu erspähen. Vom 10. bis 20. kann man den Benjamin der Planeten in der beginnenden Morgendämmerung etwa eine halbe Stunde lang tief am Osthimmel ausmachen. Ein gutes Fernglas hilft, Merkur zu finden.

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Venus überholt zur Monatsmitte die Sonne. Von der Erde aus betrachtet befindet sie sich dabei hinter der Sonne. Der Astronom nennt diese Konstellation "obere Konjunktion". In dieser Position erreicht Venus mit 259 Millionen Kilometern ihre größte Entfernung von uns. Da sich unser innerer Nachbarplanet bei der Sonne am Taghimmel aufhält, bleibt er nachts unbeobachtbar. Erst ab Ende Oktober zeigt sich Venus als Abendstern.

Auch Mars befindet sich am Taghimmel und kann nachts nicht gesehen werden. Ende Oktober taucht der rote Planet am Morgenhimmel wieder auf. Am 26. August passiert Mars den sonnenfernsten Punkt seiner elliptischen Bahn. Ihn trennen an diesem Tag 249 Millionen Kilometer von der Sonne.

Perseiden-Höhepunkt in Nacht vom 12. auf 13. August

Asteroiden, Kometen und Meteoroiden

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung; ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht. ASTEROIDEN sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern. KOMETEN sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif. Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung METEOROIDEN eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie METEORITEN genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde, allerdings zum größten Teil als Staub.

Der August beschert uns den reichsten Sternschnuppenstrom des Jahres. Von Monatsbeginn an erscheinen die Meteore der Perseiden. Das jährlich wiederkehrende Himmelsschauspiel steht diesmal nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach aber unter "keinem guten Stern", auch weil mit einem "eher unterdurchschnittlichen" Sternschnuppenregen gerechnet wird.

Das liegt unter anderem daran, dass die Erde auf ihrer Umlaufbahn in diesem Jahr nicht so gut die "Staubwolke" trifft, aus der die Perseiden stammen, wie Carolin Liefke vom Vorstand der Vereinigung der Sternfreunde erklärte. "Wir verfehlen sie nicht, aber fliegen auch nicht durch."

Der Höhepunkt der Perseidenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten. Pro Stunde flammen bis zu 100 Meteore auf, darunter auch sehr helle Objekte, Boliden oder Feuerkugeln genannt. Dämpfer für Himmelsgucker: Das Maximum steht tagsüber an und nachts erhellt der zunehmende, fast volle Mond den Himmel. Selbst bei klarstem Himmel seien dadurch nur die intensivsten Sternschnuppen erkennbar, sagte DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel.

Ein Trost: Bereits jetzt, ohne hellen Mond, lassen sich die Perseiden blicken. Noch sind es eher wenige Sternschnuppen, doch es werden stetig mehr, wie Liefke sagt. Zum Höhepunkt könnten mehrere Dutzend pro Stunde beobachtet werden. Ihr Tipp: Einen dunklen Beobachtungsposten wählen, diesen frühmorgens vor der Dämmerung beziehen - und einen Liegestuhl mitbringen. Darin lasse sich der Himmel gut beobachten. In welche Richtung man schaue, sei eigentlich egal: "Die Sternschnuppen ziehen quer über den ganzen Himmel."

Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle

Ihren Namen haben die Perseiden, weil sie scheinbar dem Sternbild Perseus entspringen. Ursache für das Phänomen sind Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, die auf seiner Flugbahn um die Sonne fliegen. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn diese "Staubwolke". Wenn die Kometenteilchen in die Atmosphäre eindringen, kommt es zu den Leuchtspuren. Mit 60 Kilometer pro Sekunde Eindringgeschwindigkeit sind die Perseiden recht schnelle Meteore.

Zweimal kommt der Mond im August in Neumondposition: Am 1. wird um 5.12 Uhr Neumond erreicht und am 30. um 12.37 Uhr zum zweiten Mal. Ebenso passiert der Mond zweimal seinen erdnächsten Bahnpunkt: Am 2. ist er morgens 359.400 Kilometer entfernt und am 30. nachmittags nur 357.180 Kilometer. Am Abend des 15. zeigt sich der Mond im Sternbild Steinbock voll beleuchtet. Die exakte Vollmondstellung tritt bereits um 14.29 Uhr am frühen Nachmittag des 15. ein.

Abendlicher Fixsternhimmel

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Wega ist der Hauptstern des Sternbildes Leier.

(Foto: imago stock&people)

Der sommerliche Charakter des abendlichen Fixsternhimmels hat sich gegenüber Juli kaum geändert. Allerdings ist im Vergleich zum Vormonat Arktur im Sternbild Bootes schon tiefer im Westen zu finden. Das Sommerdreieck aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler steht hoch am Südhimmel.

Die Wega ist fast senkrecht über unseren Köpfen zu sehen. Der orange Arktur und die bläuliche Wega sind die hellsten Sterne des Nordhimmels. Sie erscheinen als erste in der Abenddämmerung am klaren Himmel. Im Osten ist das Pegasusquadrat aufgegangen. Es wird Herbstviereck genannt, weil es die kommende Jahreszeit angekündigt. Der Pegasus gilt als das Leitsternbild des Herbsthimmels. Herkules, Nördliche Krone und der Schlangenträger sind in der westlichen Himmelshälfte zu sehen.

Der Skorpion mit seinem tiefroten Überriesenstern Antares neigt sich im Südwesten dem Untergang zu. Ein wenig nördlich von Antares strahlt bei den Füßen des Schlangenträgers der Riesenplanet Jupiter. Knapp über dem Südhorizont passiert eben der Schütze die Mittagslinie. Im Schützen sieht man den hellen Saturn.

Der Große Wagen sinkt zum Nordwesten herab. Er befindet sich am absteigenden Teil seiner Bahn um den Polarstern. Diametral gegenüber steigt die Kassiopeia, das Himmels-W, empor. Nahe dem Nordhorizont strahlt die gelbliche Kapella im Sternbild Fuhrmann. Besonders günstig ist jetzt ein exotisches Himmelsobjekt zu beobachten, nämlich der Ringnebel im Sternbild der Leier, denn er steht zurzeit hoch am Firmament. In einem lichtstarken Fernglas sieht man zwischen den beiden Sternen Sheliak und Sulafat, dies sind die beiden südlichen Sterne im Leierrhombus, ein kreisrundes Nebelfleckchen. Erst in größeren Teleskopen erkennt man die ringförmige Struktur dieses Gebildes, das lange den Astronomen rätselhaft erschien.

Entdeckt wurde der Ringnebel von dem Kometenjäger Charles Messier am 31. Januar 1779. Er gab ihm die Nummer 57 in seinem inzwischen berühmt gewordenen Katalog nebelhafter Objekte. Eine Woche später erkannte auch Antoine Darquier in Toulouse M 57 in der Leier. In vielen Büchern wird Darquier fälschlicherweise als Erstentdecker genannt. Der Ringnebel ist nichts anderes als die abgeschleuderte äußere Hülle eines alternden Sterns, dessen heißer Sternenkern eine intensive Ultraviolettstrahlung aussendet, die die Nebelhülle zum Leuchten anregt. Auch unsere Sonne wird eines fernen Tages ihre äußere Hülle abstoßen.

Tageslänge verkürzt sich um fast zwei Stunden

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Ihre Mittagshöhen nehmen um gut 9 Grad ab, die Tageslänge verkürzt sich um eindreiviertel Stunden.

Am 11. verlässt sie morgens das Sternbild Krebs und wechselt in das Sternbild Löwe, durch das sie bis 17. September wandert. Am 23. August passiert sie Regulus, den Löwenhauptstern. Am gleichen Tag tritt sie mittags in das Tierkreiszeichen Jungfrau.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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