RSV weiter hoch, Corona RandnotizGrippewelle ist gebrochen - aber noch nicht vorbei

Der neue Wochenbericht des RKI zeigt eine vorsichtige Trendwende: Die Grippewelle verliert an Wucht. Eine Entwarnung gibt es aber noch nicht. Influenza bleibt weiterhin dominant, RSV belastet Kinderkliniken. Und Corona spielt kaum noch eine Rolle.
Der Höhepunkt der Grippewelle ist überschritten - vorbei ist sie aber noch nicht. Nach den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) verliert Influenza in Deutschland weiter an Dynamik, bleibt aber der bestimmende Faktor im Infektionsgeschehen. Gleichzeitig trifft das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) vor allem kleine Kinder hart. Corona hingegen spielt nur noch eine Nebenrolle.
Laut dem aktuellen ARE-Wochenbericht des RKI ist die Gesamtzahl akuter Atemwegserkrankungen (ARE) in der Bevölkerung weiter gesunken. Zwar infizierten sich erneut mehrere Millionen Menschen neu mit Erkältungs- oder Grippeviren, doch die Aktivität liegt inzwischen klar unter dem Höhepunkt der Saison.
Auch in Arztpraxen zeigt sich demnach dieser Trend: Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Husten, Fieber oder Halsschmerzen geht zurück. Das Niveau bleibt für die Jahreszeit zwar erhöht, entfernt sich aber schrittweise vom saisonalen Maximum.
Influenza A bleibt dominierend
Influenzaviren sind weiterhin die am häufigsten nachgewiesenen Erreger in den Proben, heißt es im Wochenbericht. Vor allem Influenza A(H3N2) bestimmt das Bild, während Influenza B bislang kaum in Erscheinung tritt. Auch in den Krankenhäusern bleibt Grippe ebenfalls die wichtigste Ursache schwerer akuter Atemwegsinfektionen (SARI). Der Anteil influenzabedingter Hospitalisierungen geht jedoch zurück - ein starkes Indiz, dass der Scheitelpunkt der Grippewelle überschritten ist, schreiben die Fachleute des RKI.
Und noch eine gute Nachricht: Die zirkulierenden Viren zeigen nach wie vor keine relevanten Resistenzen gegen gängige antivirale Medikamente wie Oseltamivir und Zanamivir. Diese sogenannten Neuraminidase-Hemmer blockieren ein Oberflächenenzym des Influenzavirus, sodass sich der Erreger im Körper schlechter vermehren kann.
Kinder und Ältere besonders gefährdet
Anders sieht die Lage bei RSV aus. Das Respiratorische Synzytial-Virus zirkuliert weiterhin intensiv und trifft vor allem Kinder unter fünf Jahren. In dieser Altersgruppe ist RSV laut RKI inzwischen der häufigste Grund für eine Krankenhausaufnahme wegen schwerer Atemwegsinfektion. Dennoch gebe es auch hier erste Anzeichen auf eine mögliche Plateauphase.
SARS-CoV-2 ist im aktuellen Infektionsgeschehen nur noch marginal vertreten. In den virologischen Untersuchungen liegt der Anteil positiver Proben mit unter einem Prozent auf sehr niedrigem Niveau. Weder in den Arztpraxen noch in den Kliniken spielt Corona derzeit eine nennenswerte Rolle. Auch die Viruslast im Abwasser bestätigt das.
Schwere Verläufe von Atemwegsinfekten betreffen weiterhin vor allem Menschen ab 60 Jahren. Trotz sinkender Gesamtzahlen bleibt die Krankheitslast in dieser Altersgruppe vergleichsweise hoch. Das RKI betont daher weiterhin die Bedeutung von Schutzmaßnahmen für vulnerable Gruppen - insbesondere Impfungen gegen Influenza sowie die RSV-Prophylaxe bei Säuglingen.