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Hitzewellen rund um den Erdball Rekordhitze alarmiert Wetterexperten

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53,7 Grad im Schatten: "Wir rechnen damit, dass sich diese Erwärmung fortsetzt und es damit noch längere und heißere Hitzewellen gibt."

(Foto: picture alliance / Marcel Kusch/)

Auf der Nordhalbkugel steuert der meteorologische Sommer auf seine Höhepunkte zu: Aus weit auseinanderliegenden Weltregionen gehen Meldungen über schweißtreibende Spitzenwerte ein. Eine Stadt in Pakistan meldet volle 54 Grad im Schatten.

Eine Serie an Hitzewellen sorgt auf der nördlichen Erdhalbkugel seit Wochen für rekordverdächtige Temperaturen. In der Stadt Ahwas im Iran verzeichneten Beobachter am 29. Juni einen Spitzenwert von 53,7 Grad im Schatten, wie die Weltwetterorganisation (WMO) berichtete. Die Eine-Million-Einwohner-Stadt liegt fast auf Meereshöhe in der Ebene nördlich des Persischen Golfs.

Aus Turbat in Südwestpakistan wurden vor einigen Wochen sogar volle 54 Grad gemeldet, ähnlich wie aus Mitrabah in Kuwait im Juli 2016. Die irakische Stadt Basra meldete damals eine Temperatur von 53,9 Grad. Experten untersuchen, ob diese Messungen nach wissenschaftlichen Standards erfolgten und als gesichert angesehen werden können. Sollte dies zutreffen, werden die schweißtreibenden Spitzenwerte aus dem Iran und Pakistan offiziell als neue Rekordwerte für die Region registriert.

Der bisherige Welt-Temperaturrekord liegt noch einmal ein paar Grad Celsius höher: Am 10. Juli 1913 registrierten Wetterbeobachter im kalifornischen Wüstental Death Valley mit einem standardisierten Meteorologen-Thermometer einen Spitzenwert von 134 Grad Fahrenheit. Das entspricht 56,7 Grad Celsius.

47 Grad Celsius in Las Vegas

Auch aus anderen Weltregionen gehen Meldungen über Rekordtemperaturen ein: In den USA sei der 20. Juni nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA besonders heiß gewesen. Las Vegas in Nevada habe mit 47,2 Grad eine frühere Rekordmarke erreicht, aber nicht übertroffen. In der Ortschaft Needles in Kalifornien lasen Beobachter eine Temperatur von 51,7 Grad im Schatten ab. In Phoenix in Arizona seien 48,3 Grad gemessen worden, hieß es.

Die Hitzewellen träfen in der Regel Regionen, in denen regelmäßig hohe Temperaturen auftreten. Der vom Menschen ausgelöste Klimawandel trage jedoch zu höheren Spitzenwerten und häufigeren Hitzewellen bei, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis. "Wir rechnen damit, dass sich diese Erwärmung fortsetzt und es damit noch längere und heißere Hitzewellen gibt."

Wetterbericht für das Jahr 2100

Wie schon 2014 präsentiert die WMO zusammen mit Fernseh-Meteorologen in aller Welt demnächst fiktive Wetterberichte für Tage, die weit in der Zukunft liegen. Damals begrüßte ARD-Meteorologe Sven Plöger die Zuschauer zur Wettervorhersage für den 7. August 2050. Er zeigte beängstigende Sturmwolken, Temperaturen im Schwarzwald von 42 Grad und warnte vor Hagel mit einem Korndurchmesser von sieben bis neun Zentimetern.

Der fiktive neue Wetterbericht für einen Sommertag im Jahr 2100 soll am 7. Juli unter anderem auf dem Youtube-Kanal der Weltwetterorganisation zu sehen sein. Er basiert wie der erste ebenfalls auf wissenschaftlichen Klimaszenarien. Ob die Vorhersagen zutreffen, dürfte auch von dem weiteren Umgang der Menschheit mit dem Klimawandel abhängen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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