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Viertletzte ihrer Art ist tot Schildkröte stirbt nach Befruchtungsversuch

Das letzte bekannte Weibchen der Jangtse-Riesenweichschildkröte ist in einem Zoo in China gestorben - ausgerechnet bei einem Besamungsversuch, um die seltene Tierart zu retten. Jetzt steht das Aussterben der größten Süßwasser-Schildkröte der Welt bevor.

Ein mehr als 90 Jahre altes Schildkrötenweibchen ist im Zoo der südchinesischen Stadt Suzhou gestorben, nachdem zuvor versucht worden war, das Tier künstlich zu befruchten. Offenbar gab es Komplikationen, die genaue Todesursache ist nicht bekannt. Das Tier sei direkt nach dem Eingriff in guter Verfassung gewesen, aber 24 Stunden später gestorben, hieß es in chinesischen Presseberichten. Die größte Süßwasser-Schildkröte der Welt steht damit wohl unausweichlich vor dem Aussterben, wie chinesische Medien unter Verweis auf Experten berichteten.

Die Schildkröte war 2008 vom Zoo in Changsha in Zentralchina in den Suzhou Shangfangshan National Forest Park gebracht worden, um ein Zuchtprogramm mit einem mehr als 100 Jahre alten Männchen zu starten. Seither waren fünf Versuche unternommen worden, die Schildkröte künstlich zu befruchten. Experten hätten beiden Tieren eine gute Gesundheit bescheinigt, bevor der letzte Eingriff vorgenommen worden sei, berichtete die "Suzhou Daily".

Es gibt nun weltweit nur noch drei bekannte Exemplare - ein Männchen im Zoo in China und zwei in freier Wildbahn in zwei Seen in Vietnam. Deren Geschlecht sei aber nicht bekannt und schwer festzustellen, hieß es.

Fleisch der Tiere galt als Delikatesse

Der Mensch war der größte Feind der mehr als ein Meter großen Schildkröte mit dem Fachnamen Rafetus swinhoei, die einen weichen, lederartigen Panzer hat. Die Tiere wurden gejagt, weil das Fleisch als Delikatesse galt. Umweltverschmutzung, Schiffsverkehr und der Bau von Staudämmen haben in den vergangenen Jahrzehnten die seltene Art an den Rand des Aussterbens gebracht.

Jangtse-Riesenweichschildkröten sind die größten Süßwasser-Schildkröten der Welt. Sie werden bis zu 100 Zentimeter lang und kommen auf ein Gewicht von bis zu 100 Kilo. Ihr natürlicher Lebensraum waren der Jangtse-Fluss und andere Binnengewässer Chinas.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa/AFP

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