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Bereits nach der ersten Dosis Sputnik V zeigt in Argentinien gute Wirkung

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In Argentinien wurde der russische Impfstoff Sputnik V an Gesundheitspersonal getestet.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Der Impfstoff Sputnik V ist umstritten und scheint bisher nicht besonders begehrt zu sein. Doch nun kommt eine Studie aus Argentinien zu bemerkenswerten Ergebnissen - und liefert damit erstmals Daten, die nicht aus Russland stammen.

Der im russischen Gamaleya-Institut entwickelte Covid-19-Impfstoff Gam-Covid-Vac, der auch als Sputnik V bezeichnet wird, hat sich bereits nach der ersten Dosis als gut wirksam erwiesen. Vor allem bei Personen, die sich bereits vor einer Impfung mit Sars-CoV-2 infiziert hatten, brachte das Vakzin gute Immunantworten. Für Menschen, die vorher nicht mit dem Virus infiziert waren, wird dennoch eine zweite Dosis empfohlen. Das ist das Ergebnis einer Studie mit geimpftem Gesundheits­personal in Argentinien, deren Ergebnisse im Fachjournal "Cell Reports Medicine" veröffentlicht wurden.

Forscher aus Buenos Aires hatten demnach die Immunreaktion bei 288 mit Sputnik V Geimpften überprüft, schreibt das Fundación Instituto Leloir in Buenos Aires in einer Mitteilung. Die sogenannten Antikörpertiter wurden einmal vor der ersten Dosis bestimmt, 21 Tage nach der ersten Dosis - also am Tag der zweiten Impfung - und weitere drei Wochen später. Mit dem ersten Test sollten diejenigen Mitarbeiter gefunden werden, die sich bereits vor der Impfung mit Sars-CoV-2 infiziert hatten. Tatsächlich fanden die Forscher auf diese Weise 62 Personen, die sich schon vor der Impfung mit diesem Coronavirus angesteckt hatten.

Gute Antikörper-Bildung

Das Forscherteam um Andrea Gamarnik vom Fundación Instituto Leloir in Buenos Aires stellte fest, dass 94 Prozent der Geimpften bereits drei Wochen nach der ersten Dosis des Vakzins so hohe Antikörpertiter gegen Sars-CoV-2 entwickelt hatten, dass man von einer guten Immunreaktion sprechen kann. In Neutralisationstests zeigte sich, dass bei 90 Prozent die Infektion von Zellen verhin­dert werden kann. Dieser hohe Wert reicht wohl auch aus, um Patienten mit einer bereits überstandenen Sars-CoV-2-Infektion mit nur einer Impfdosis Sputnik V zu schützen.

Auch in Bezug auf die verschiedenen Altersklassen sahen die Forscher gute Ergebnisse. Bei den über 60-jährigen Kollegen schlug das Mittel wohl sehr gut an. 89 Prozent derer bildeten drei Wochen nach der ersten Dosis ausreichend Antikörper gegen das Virus, um geschützt zu sein. Bei den jüngeren lag der Anteil sogar bei 96 Prozent.

Antikörper bei allen Geimpften

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Doch diese Werte konnten mit einer zweiten Dosis noch einmal gesteigert werden. Die Forscher sahen nun Antikörper gegen Sars-CoV-2 bei allen Probanden. Die Forscher plädieren deshalb für die Gabe einer zweiten Dosis, geben jedoch an, dass der dreiwöchige Abstand zwischen erster und zweiter Impfung ohne Gefahr für den Impfschutz auch verlängert werden könne.

Wegen fehlender Studienergebnisse wurde der Impfstoff aus Russland von vielen Ländern bisher verschmäht und innerhalb der Europäischen Union nicht zugelassen. Mit den aktuellen Studienergebnissen wird die erste von Experten begutachtete Studie über die Immunantworten durch diesen Impfstoff vorgestellt, die außerhalb Russlands durchgeführt wurde, schreibt das Institut in der Mitteilung dazu.

Quelle: ntv.de, jaz

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