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Überraschender Trend Studie: Klimawandel verringert Zahl tropischer Wirbelstürme

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Naturgewalt: In den meisten ozeanischen Regionen sank die Anzahl der tropischen Wirbelstürme von 1900 bis 2010.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Mit dem Klimawandel wird oft eine Zunahme von Wetterextremen in Verbindung gebracht. Laut einer neuen Studie soll jedoch die Zahl tropischer Wirbelstürme im 20. Jahrhundert zurückgegangen sein. Das Forschungsteam präsentiert auch eine mögliche Erklärung für den Effekt.

Die Zahl der tropischen Wirbelstürme wie Hurrikans und Taifune nahm im 20. Jahrhundert um etwa 13 Prozent im Vergleich zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ab. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, in der Forschende Wetterdaten mit Computersimulationen kombiniert haben. Die Auflösung der Simulationen sei jedoch nicht groß genug, um Aussagen über die Entwicklung der Intensität der Stürme zu treffen, schreiben sie im Fachmagazin "Nature Climate Change". Erklärt werden könne der Trend mit dem Klimawandel, der insbesondere seit etwa 1950 zutage tritt.

Weil es große natürliche Schwankungen bei den Strömungen in den Meeren und in der Atmosphäre gibt, ist es grundsätzlich schwierig, Trends bei tropischen Wirbelstürmen zu erkennen, betonen die Wissenschaftler um Savin Chand von der Federation University in Ballarat, Australien. Deshalb haben frühere Studien je nach Berechnungsmodell entweder eine Tendenz zu mehr oder zu weniger tropischen Wirbelstürmen gezeigt. "Vor dem Beginn der geostationären Wettersatellitenüberwachung in den 1970er Jahren waren historische globale Aufzeichnungen tropischer Wirbelstürme anfälliger für Unterbrechungen und Probleme mit dem Stichprobenverfahren", schreiben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Sie gelten daher als problematisch für Trendanalysen zum Klimawandel.

Das Team um Chand konzentrierte sich auf eine einheitliche Messgröße, nämlich den Luftdruck in der Nähe der Meeresoberfläche. Mit einem neuen Wirbelsturmerkennungs- und -verfolgungsschema entwickelten die Forschenden einen einheitlichen Datensatz für den Zeitraum 1850 bis 2010, um Trends in mehr als anderthalb Jahrhunderten zu erkennen. So entdeckten sie, dass in vier von sieben tropischen Meeresregionen die Anzahl der tropischen Wirbelstürme von 1850 bis 1900 zunahm. Im Südpazifik blieb die Anzahl in diesem Zeitraum etwa gleich, im westlichen Nordpazifik und im Nordatlantik nahm sie ab.

Der Nordatlantik bildet die einige Ausnahme beim Trend im 20. Jahrhundert: Während in allen ozeanischen Regionen die Anzahl der tropischen Wirbelstürme von 1900 bis 2010 abnahm, verzeichneten die Forscher im Nordatlantik im gleichen Zeitraum zunehmend mehr dieser Stürme. Wenn man den Zeitraum 1850 bis 1900 einbezieht, zeigt sich jedoch: In dieser Zeit gab es jährlich durchschnittlich etwa 15 Wirbelstürme pro Jahr, während in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Wert eher bei zehn bis elf lag und damit ungewöhnlich niedrig. Der Aufwärtstrend seit etwa 1960 entspricht deshalb eher einer Angleichung an das Niveau von 1850 bis 1900 als einer Zunahme in Zeiten des Klimawandels.

Mögliche Erklärung für das Phänomen

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Das Team um Chand hat auch eine Erklärung für die abnehmende Tendenz bei den tropischen Wirbelstürmen: die Schwächung der großräumigen Luftzirkulation zwischen der tropischen und der subtropischen Klimazone. Den Forschern zufolge sorgen höhere Temperaturen an der Meeresoberfläche für eine stärkere Verdunstung, was zu einem geringeren Auftrieb der wassergesättigten Luftmassen führt. Dadurch werde mehr trockene Luft bei senkrechten Luftbewegungen mit nach oben gerissen, was die Bildung tropischer Wirbelstürme unwahrscheinlicher mache; denn die Wirbelstürme benötigen feuchte, warme Luft.

"Diese Ergebnisse stellen den beobachteten weltweiten Rückgang seit 1990, der von nordpazifischen Trends dominiert wird, in einen längerfristigen Zusammenhang", schreibt Alexander Baker von der University of Reading (Großbritannien) in einem Kommentar, ebenfalls in "Nature Climate Change". Die Studienautoren stellten eine Zeit mit ausschließlich natürlichen Schwankungen (1850 bis 1900) der Zeit mit natürlichen Schwankungen und dem Einfluss des vermehrten Treibhausgasausstoßes (1900 bis 2010) gegenüber. Dadurch zeigten sie den Einfluss des menschengemachten Klimawandels auf die Häufigkeit tropischer Wirbelstürme auf.

Quelle: ntv.de, Stefan Parsch, dpa

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