Erschöpfung und ErrötenWas bei Hitze im Körper passiert
Von Jana Zeh
Der menschliche Körper ist bei Hitze besonders belastet, denn der Kampf gegen hohe Temperaturen hat seinen Preis: Erschöpfung, Kreislaufprobleme oder ein beschleunigter Puls sind typische Anzeichen für eine beginnende Überlastung und sollten deshalb als Alarmsignale gewertet werden.
Bei Hitze werden im menschlichen Körper verschiedene Prozesse angestoßen: Schweißbildung, Erweiterung der Blutgefäße und Absenken des Blutdrucks sind Möglichkeiten, um die Körperkerntemperatur von fast 37 Grad Celsius stabil zu halten. Je höher die Temperaturen sind, umso mehr muss der Körper dafür tun. Aus diesem Grund sollte jeder den eigenen Körper bei der Regulierung der Körperwärme unterstützen, damit es nicht zu einer Überlastung oder Überhitzung kommt.
Wie hilft Schweiß bei Hitze?
Der Mensch hat Schweißdrüsen, die über die gesamte Körperoberfläche verteilt sind. Das versetzt ihn in die Lage, am ganzen Körper schwitzen zu können und so Wärme loszuwerden. Der Schweiß auf der Haut verdunstet und kühlt so die Oberfläche des Körpers. Bei starker Hitze kann ein gesunder und trainierter Erwachsener bis zu drei Liter Schweiß pro Stunde produzieren – allerdings nur über einen begrenzten Zeitraum. Höchstleistungen dieser Art stellen eine enorme körperliche Belastung dar und führen bereits nach kurzer Zeit zu einer Erschöpfung.
Zudem kann es schnell zu einem Ungleichgewicht im Wasserhaushalt kommen, das rasch wieder ausgeglichen werden muss. "Bei der Erschöpfung durch Hitze ist der Körper dehydriert, man hat zu wenig getrunken", erklärt Professor Lars Maier von Universitätsklinikum Regensburg laut einer Mitteilung. Fachleute raten, bei Hitze mindestens ein Glas Flüssigkeit pro Stunde zu sich zu nehmen. Doch man sollte nicht ausschließlich Wasser trinken.
Warum reicht es nicht aus, bei Hitze nur Wasser zu trinken?
Mit dem Schweiß verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch eine Menge an Elektrolyten. So werden wertvolle Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium sowie Zink und Jod bezeichnet. Diese Stoffe kann der Körper nicht bilden. Sie müssen über die tägliche Nahrung aufgenommen werden. Als typische Folgen eines Elektrolytmangels gelten Erschöpfung, Muskelkrämpfe, Schwindel, Herzrhythmusstörungen und Verwirrtheit.
Neben einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr sollte deshalb bei Hitze unbedingt auch auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Einem Elektrolytmangel lasse sich gut mit Gemüsebrühe oder einer Gazpacho, der kalten Gemüsesuppe aus Andalusien, entgegenwirken, rät das Uniklinikum Würzburg.
Was hat es mit der Erweiterung der Blutgefäße auf sich?
Bei hohen Temperaturen erweitern sich vor allem die Blutgefäße in der Haut. Mit diesem Mechanismus soll überschüssige Wärme aus dem Inneren des Körpers über die Hautoberfläche nach außen transportiert werden. Die vermehrte Durchblutung der Haut, die dadurch entsteht, wird oftmals durch Erröten sichtbar. Der Körper reagiert auf diese Erweiterungen der Blutgefäße mit einem niedrigeren Blutdruck. Dieser wiederum soll durch eine Beschleunigung des Herzschlags ausgeglichen werden.
Ist Erröten durch Hitze eine normale Reaktion des Körpers oder schon ein Alarmsignal?
Das kommt darauf an: Bei gesunden Personen, die wegen Hitze erröten und sich dennoch allgemein wohlfühlen, handelt es sich in den meisten Fällen um eine normale Reaktion des Körpers. Für diejenigen, die sich dabei unwohl fühlen, unter Schwindel, Übelkeit und/oder Kopfschmerzen leiden, sollte dies als Warnsignal gewertet werden. In diesem Fall sucht man so schnell wie möglich einen kühleren Ort auf, nimmt möglichst in kleinen Schlucken Flüssigkeit zu sich und meidet jede Art von körperlicher Anstrengung. Zudem kann man den Körper durch das Auflegen von kühlen, feuchten Tüchern im Nacken, auf der Stirn oder den Handgelenken bei der Wärmeregulierung unterstützen.
Und wie geht man mit einem beschleunigten Puls um?
"Ein Anstieg der (Körper-)Temperatur um ein Grad Celsius erhöht den Ruhepuls um 10 bis 15 Schläge (pro Minute - Anm. d. Red)", sagte Barbara Richartz, niedergelassene Kardiologin in München, der Apotheken Umschau. Prinzipiell gilt für gesunde Personen: Wer bei Hitze einen Ruhepuls von mehr als 100 Schlägen pro Minute hat, muss angemessen darauf reagieren, um den Körper zu entlasten: also Trinken, Kühlen, Schonen. Bleibt der Ruhepuls trotz der Maßnahmen hoch oder kommen weitere Symptome wie Schwindel, Übelkeit oder ein Engegefühl in der Brust hinzu, sollte man unbedingt und schnell medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.