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Neue Studie zu Alkoholkonsum Wer als Kind viel nascht, trinkt später oft mehr

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Besonders Kinder sind empfänglich für Nahrungsmittel mit viel Zucker - das kann noch im Erwachsenenalter Folgen haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kinder, die sich zucker- und fettreich ernähren, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, als Jugendliche regelmäßig Alkohol zu konsumieren. Wissenschaftler fanden nun heraus, dass ihr späteres Suchtverhalten erlernt ist.

Zu viel Pizza-, Burger- und Pommes-Konsum in der Kindheit führt zu einem deutlich höheren Risiko, dass Jugendliche später regelmäßig alkoholische Getränke konsumieren. Das geht aus einer aktuellen Studie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) hervor.

Gerade Kinder lieben allerlei Süßigkeiten und Softdrinks, die sehr viel Zucker beinhalten. Dieses Verlangen ist laut den Wissenschaftlern in der menschlichen Evolution begründet, denn Zucker soll die für das Wachstum nötige Energiezufuhr sicherstellen. Ähnlich verhält es sich mit Fett. Deshalb werden auch Erwachsene oft schwach, wenn es um derartige Lebensmittel geht

Es ist bekannt, dass der Konsum von Zucker und Fett zu Sucht- oder suchtähnlichem Verhalten führen kann, also zu Überkonsum, Kontrollverlust und gierigem Verlangen. Ein europäisches Studienteam des BIPS wollte nun wissen: Trinken diejenigen, die als Kind viel Zucker und Fett zu sich genommen haben, als Heranwachsende mehr Alkohol?

Verlangen nach Alkohol und Fett verstärken sich gegenseitig

Um das herauszufinden, wurden im Rahmen der Studie mehr als 16.000 Kinder im Alter von 2 bis 9 Jahren in acht europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Spanien, Schweden, Ungarn und Zypern) untersucht. In einer Folgestudie wurde dann ein Großteil der Kinder, inzwischen zwischen 7 und 17 Jahren, erneut untersucht. Außerdem wurden ihre Familienmitglieder befragt. 

Am Ende können die Wissenschaftler ihre Forschungsfrage eindeutig beantworten: Wer als Kind viel zucker- und fettreiche Nahrungsmittel konsumiert hat, trinkt später als Jugendlicher deutlich häufiger regelmäßig Alkohol als die Vergleichsgruppe. Dieses Ergebnis setzte sich bei beiden Geschlechtern in allen untersuchten Ländern durch. Ein weiteres Teil-Ergebnis ist, dass die familiären Lebensumstände der Kinder Einfluss auf die Qualität der Ernährung nehmen. Dies erklärt jedoch noch nicht den kausalen Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung und späterem Alkoholkonsum.

Bei Tierversuchen konnte in der Vergangenheit festgestellt werden, dass sich das Verlangen nach Fett und Alkohol gegenseitig verstärkt. Es ist also naheliegend, dass durch eine fett- und zuckerreiche Ernährung im Kindesalter ein Verlangen nach suchterzeugenden Stoffen erlernt wird, das sich in späteren Jahren in erhöhtem Alkoholkonsum manifestieren kann. Anhand der Daten konnte diese These jedoch noch nicht belegt werden. Jedoch zeigen die Studienergebnisse, wie sehr ungesunde Ernährungsgewohnheiten bereits im Kindesalter geprägt werden und auch die Gesundheit im Erwachsenenalter negativ beeinflussen können.

Quelle: n-tv.de, les

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