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Mit Computermodell berechnetWie sich die Zahl der Diabetes-Typ-1-Betroffenen entwickelt

30.08.2026, 14:37 Uhr
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Typ-1-Diabetes-Betroffene müssen auf ihren Insulinspiegel achten und sind ihr Leben lang auf Insulin angewiesen. (Foto: imago/Jochen Tack)

Typ-1-Diabetes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Ein Forschungsteam berechnet, wie viele Menschen in Zukunft davon betroffen sind.

Bis 2049 könnten Schätzungen zufolge weltweit 2,7 Millionen Menschen mehr an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt sein als 2025. In Deutschland wird die Zahl der Erkrankten weiter steigen, doch die Anzahl der Neuerkrankungen zurückgehen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Forschungsgruppe um Anders Green und Morten Bjerregaard-Andersen vom Steno Diabetes Center Odense (Dänemark) mithilfe ihres Computermodells Diamond-T1D.

Demnach würde die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland von 9776 Fällen (2025) auf 9458 Fälle (2049) fallen. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der eigene Körper die insulinproduzierenden Zellen angreift. Der Körper braucht Insulin, um den Zucker im Blut aufzunehmen. Die Krankheit tritt häufig bereits im jugendlichen Alter auf.

Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Düsseldorf, erklärt die steigende Gesamtzahl unter anderem damit, dass Menschen mit der Erkrankung durch bessere Behandlungsmöglichkeiten länger leben.

Demografischer Wandel als mögliche Ursache

Der Rückgang der Neuerkrankungen in einigen wohlhabenden Staaten könnte hingegen mit dem demografischen Wandel zusammenhängen. "Wenn es künftig weniger Kinder und Jugendliche gibt, also die Bevölkerungsgruppe kleiner wird, in der Typ-1-Diabetes besonders häufig neu auftritt, kann auch die absolute Zahl der Neuerkrankungen sinken - das bedeutet nicht zwangsläufig, dass das individuelle Erkrankungsrisiko abnimmt."

Den Schätzungen zufolge wird die Gesamtzahl der globalen Typ-1-Diabetes-Fälle um 29 Prozent von 9,4 Millionen (2025) auf 12,1 Millionen (2049) steigen. Die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen steigt in dem Zeitraum jedoch nur um 14 Prozent.

Der größte relative Anstieg der Erkranktenzahlen wird in Ländern mit niedrigem Einkommen erwartet. Ursache hierfür seien unter anderem die Verbesserungen beim Zugang zu Insulin, zur Blutzuckerüberwachung und die insgesamt besseren Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten.

Die Wissenschaftler modellierten mit Diamond-T1D die weltweite Entwicklung der Typ-1-Diabetes-Erkrankungen. Dazu verwendeten sie Neuerkrankungszahlen, Daten zur Sterblichkeit von Erkrankten, demografische Zahlen und das Jahr der Einführung der Behandlung mit Insulin. Die Güte des Modells wiesen die Forscher anhand von Registerdaten zum Typ-1-Diabetes in Dänemark und Schottland nach.

Von Land zu Land sehr unterschiedliche Entwicklungen

Die Entwicklungen der Fälle von Typ-1-Diabetes sind von Land zu Land sehr unterschiedlich: In den USA wird ein Anstieg der Gesamtzahl um 37,7 Prozent von 1.492.825 (2025) auf 2.055.235 Menschen (2049) geschätzt. In China hingegen wird die Zahl nur um 2,5 Prozent zunehmen, von 721.566 (2025) auf 739.395 Erkrankten (2049). Im afrikanischen Staat Mosambik als Beispiel für ein Land mit niedrigem Durchschnittseinkommen wird sich hingegen die Zahl der Erkrankten mehr als verdoppeln, von 9604 (2025) auf 19.478 (2049).

Die Ursachen von Typ-1-Diabetes seien noch weitgehend unklar, heißt es auf dem Informationsportal www.diabinfo.de. "Fest steht aber, dass Typ-1-Diabetes nicht entsteht, weil zu viel Süßes gegessen wurde", heißt es auf der Internetseite. Das unterscheidet den Typ 1 vom Typ-2-Diabetes, bei dem ungesunde Ernährung und ungünstige Erbanlagen als Hauptursachen gelten.

Die Ergebnisse der Studie werden bei der Jahrestagung der Fachgesellschaft European Association for the Study of Diabetes (EASD) vom 28. September bis 2. Oktober in Mailand (Italien) präsentiert.

Quelle: ntv.de, Stefan Parsch, dpa

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