Neue Studie macht HoffnungWird die Erde das dramatische Ende der Sonne überdauern?

Wird unsere Erde in ferner Zukunft von einer sich ausdehnenden Sonne geschluckt? Eine neue Studie macht nun Hoffnung: Sie berechnet, dass unser Heimatplanet dem Todeskampf der Sonne entkommen wird. Allerdings ist fraglich, was dann noch von der Erde übrig bleibt.
In ferner Zukunft wird sich die Sonne zu einem gewaltigen Roten Riesen aufblähen und die inneren Planeten verschlingen - doch was geschieht dabei mit der Erde? Ob unser Heimatplanet in der glühenden Gashülle verglüht oder diese Phase überlebt, treibt Astronominnen und Astronomen seit Jahrzehnten um. Eine neue Modellrechnung kommt zu einem Ergebnis, das Hoffnung macht: Die Erde dürfte knapp entkommen.
Ein Forschungsteam aus Belgien und Frankreich hat die Bahnen der inneren Planeten in der späten Lebensphase der Sonne durchgerechnet, wenn der Stern sich zunächst als "Roter Riese" aufbläht, bevor er zu einem Weißen Zwerg kollabiert. In der Phase des Aufblähens könnte die Sonne sich bis zur Erdumlaufbahn ausdehnen und unseren Heimatplaneten verschlucken.
Doch es ist ein kosmischer Wettlauf zwischen zwei Kräften: Weil die sterbende Sonne in der späten Phase ihres Lebens massiv an Masse verliert, lockert sich ihr Gravitationsgriff auf die Planeten, und deren Bahnen weiten sich nach außen. Allerdings haben die Gezeitenkräfte einen gegenteiligen Effekt und ziehen die Planeten nach innen. Merkur und Venus schaffen es nicht schnell genug nach außen und werden bereits in der Rote-Riese-Phase verschluckt. Erde und Mars driften laut der neuen Studie rechtzeitig in Sicherheit. Ihre Erkenntnisse haben die Forschenden im Fachmagazin "Astronomy & Astrophysics" veröffentlicht.
Ganz sicher ist die Entwarnung aber nicht, und schuld daran ist eine erstaunlich große Unbekannte: Wie viel Masse ein Stern im Todeskampf als Roter Riese abstößt, war bislang unklar, die geschätzten Werte lagen um mehr als das Zehnfache auseinander. Um es für die Sonne besser einzugrenzen, griffen die Forschenden zu einem Trick und nahmen den realen Stern L2 Puppis als Stellvertreter: Er ist ein Roter Riese mit 0,98 Sonnenmassen und damit fast ein Zwilling unserer künftigen Sonne. Sein beobachteter Masseverlust spricht laut den Autoren dafür, dass auch die Erde durchkommt.
Leben auf der Erde wird wohl verschwinden
Gesichert ist das Schicksal der Erde damit aber nicht, betont das Forschungsteam. Ob sie überlebt, hängt empfindlich von Gezeiten und Masseverlust ab, deren Werte noch nicht abschließend geklärt sind. Nach dem heutigen Wissensstand stehen die Chancen jedoch gut, dass die Erde als Planet überlebt.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Viel übrig vom einst blühenden Paradies wird auf der Erde dann nicht mehr sein. Denn schon in rund einer Milliarde Jahren dürfte die immer heißer strahlende Sonne die Ozeane verdampfen und die Erde unbewohnbar machen. Der eigentliche Feuertod stünde - falls er doch noch eintritt - ohnehin erst in etwa fünf Milliarden Jahren bevor.