Panorama
Alice Schwarzer hat das Schweizer Konto als Fehler bezeichnet.
Alice Schwarzer hat das Schweizer Konto als Fehler bezeichnet.(Foto: dpa)
Sonntag, 10. Juli 2016

Strafbefehl wegen Steuerbetrugs: Alice Schwarzer ist jetzt vorbestraft

Im Steuerverfahren gegen Deutschlands bekannteste Feministin erhält Alice Schwarzer einen Strafbefehl vom Amtsgericht Köln: Weil sie erhaltene Honorare aus Buchverkäufen und Vorträgen in ihrer Selbstanzeige verschwiegen hat, muss sie nun Strafe zahlen.

Alice Schwarzer hat in ihrem Steuerverfahren einen Strafbefehl erhalten. "Ja, es stimmt, dass mein Steuerverfahren abgeschlossen ist. Wie zu erwarten via Strafbefehl", erklärte die 73-Jährige der "Bild am Sonntag". Details nannte sie auf Anfrage und unter Verweis auf das auch für sie geltende Steuergeheimnis nicht. Wie die Zeitung berichtete, soll die Strafzahlung auf ein niedriges sechsstelliges Niveau festgelegt worden sein.

Das Image der einflussreichen Feministin hatte vor zwei Jahren Kratzer bekommen, als sie einräumte, seit den 80er Jahren ein Schweizer Konto geführt zu haben. Erst 2013 hatte sie es beim Finanzamt angegeben - nur wenige Wochen, nachdem der einstige Bayern-Manager Uli Hoeneß vor dem Landgericht München II wegen Steuerbetrugs angeklagt wurde. Trotz Selbstanzeige war gegen Schwarzer ermittelt und ein Verfahren eingeleitet worden.

Selbstanzeige war nicht korrekt

Offenbar hegten die Ermittler Zweifel daran, dass die "Emma"-Herausgeberin wirklich alle Zahlungen offengelegt hat. Im Mai 2014 durchsuchten sie deshalb das Haus der 73-Jährigen in der Nähe von Köln, prüften Schwarzers Konten und Steuererklärungen - und fanden laut Bericht tatsächlich Beträge in vier- und fünfstelliger Höhe, die in der Selbstanzeige nicht angegeben worden waren. "Das Konto war ein Fehler", hatte die bekannte Feministin damals eingeräumt. "Den bedauere ich von ganzem Herzen."

Strafbefreiend hätte die Selbstanzeige nur dann gewirkt, wenn wirklich alles offengelegt worden wäre. Schwarzer hatte schon vor drei Jahren nach eigenen Angaben Steuern in Höhe von 200.000 Euro plus Zinsen nachgezahlt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen