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Familiennachzug hilft der Integration, sagen Organisationen wie Pro Asyl - die Bundesregierung hat den Zuzug deutlich eingeschränkt.
Familiennachzug hilft der Integration, sagen Organisationen wie Pro Asyl - die Bundesregierung hat den Zuzug deutlich eingeschränkt.(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)
Dienstag, 29. August 2017

Recht anerkannter Asylbewerber: 390.000 Syrer dürfen Familien nachholen

Die Zahl der Flüchtlinge geht seit dem vergangenem Jahr deutlich zurück, doch im kommenden Jahr könnten Hunderttausende Familien anerkannter Asylbewerber nach Deutschland kommen.

Im kommenden Jahr dürfen Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien ihre Familie nach Deutschland holen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, haben dann 390.000 Syrer die Erlaubnis zur Familienzusammenführung. Das Blatt beruft sich auf eine Einschätzung der Bundesregierung und zitiert aus einem internen Papier. Demnach ergibt sich aus den Asylentscheidungen der Jahre 2015 und 2016 "ein Potenzial von Syrern, die berechtigt wären, Familienangehörige nachzuholen von 267.500 Personen." Im kommenden März erhöhe sich die Zahl um 120.000 Fälle.

Bislang wurden laut Bericht seit 2015 insgesamt 230.000 Nachzugsvisa für Familienangehörige erteilt. Knapp die Hälfte davon sei an Syrer und Iraker gegangen. Dass es nicht mehr waren, wird mit der "Antragsflut" begründet, die zu langen Wartezeiten führe. Derzeit müssten Familienangehörige im Ausland bis zu 16 Monate warten, um einen Termin in einer deutschen Botschaft zu bekommen und den Antrag zu stellen.

Die Zahlen sind eine Folge des starken Flüchtlingszuzug der vergangenen Jahre. Anerkannte Asylbewerber haben das Recht, ihre Familie nachzuholen. Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen entschied die Bundesregierung daher im vergangenen Jahr mit dem Asylpaket II, neu ankommenden Flüchtlingen nur noch den sogenannten subsidiären Schutz zu gewähren und den Familiennachzug für zwei Jahre auszusetzen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres erreichten 48.000 Flüchtlinge Deutschland, 41.000 erhielten den subsidiären Schutz, knapp 900 den vollen Asylstatus.

Organisationen wie Pro Asyl haben das Asylpaket II scharf kritisiert. Wenn Flüchtlinge nicht ihre Familie nachholen dürften, gefährde das die Integration hieß es. Wer Angst um die Angehörigen habe, bringe oft nicht die Energie auf, eine neue Sprache zu lernen und eine Arbeit zu suchen. Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt forderte daher im April, die Aussetzung des Familiennachzugs müsse aufgehoben werden. Die Grünen bezeichneten diese als "Skandal", angesichts der Grausamkeiten in Syrien.

Quelle: n-tv.de

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