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Großdemo in Berlin: Hunderttausende demonstrieren gegen TTIP

Etliche Demonstranten protestieren in Berlin gegen das Freihandelsabkommen. Sie befürchten soziale und ökologische Einbußen. An der Protestaktion nehmen weitaus mehr TTIP-Gegner teil, als zunächst gedacht.

Mehrere tausend TTIP-Gegner ziehen mit Plakaten und Mottowagen durch Berlin.
Mehrere tausend TTIP-Gegner ziehen mit Plakaten und Mottowagen durch Berlin.(Foto: dpa)

Zehntausende Menschen sind in Berlin auf die Straße gegangenen, um gegen die geplanten Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) und Kanada (Ceta) zu protestieren. 150.000 Menschen nahmen teil, viele von ihnen waren mit Sonderzügen und Bussen in die Hauptstadt gekommen. Die Veranstalter - ein Bündnis aus Globalisierungskritikern, Umwelt- und Verbraucherschützern sowie Gewerkschaften - sprachen sogar von weit über 250.000 Demonstranten.

Der Demonstrationszug startete am Hauptbahnhof und zog Richtung Siegessäule. Noch nie zuvor seien so viele TTIP-Gegner auf die Straße gegangen, sagten die Veranstalter. Die Teilnehmer befürchten, dass durch die Abkommen bisher gültige soziale und ökologische Standards zugunsten weniger Großkonzerne unterlaufen werden. Die Demonstranten brachten ihre Sorgen auf Transparenten wie "TTIP & Ceta stoppen! Für einen gerechten Welthandel" zum Ausdruck. 1000 Polizeibeamte begleiteten die Veranstaltung.

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, sagte auf der Demonstration: "Auch die Linke ist für Freihandel. Aber es muss doch so sein, dass wir nicht Standards nach unten entwickeln."

Bundesregierung und Wirtschaft warben hingegen für das TTIP-Abkommen. "Bangemachen gilt nicht", erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in ganzseitigen Anzeigen, die in mehreren überregionalen Tageszeitungen erschienen. "Europa muss selbstbewusst und mutig seine Ideen von Freiheit im Handel und Verantwortung für die Menschen voranbringen." Man habe die Chance, weltweit einen neuen Standard für den wachsenden globalen Handel zu setzen - "mit ambitionierten Umwelt- und Verbraucherstandards und mit fairen Bedingungen für Investitionen und Arbeitnehmer".

Ähnlich äußerte sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). "Wir Europäer müssen die Globalisierung gestalten wollen", sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo. "Wer nur blockiert, verliert." Ein faires und umfassendes Freihandelsabkommen fördere Wachstum und Beschäftigung in Europa.

Quelle: n-tv.de

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