Technik

Samsung will Fall untersuchen: Smartphone explodiert in Hosentasche

Erst wird es heiß in der Tasche, dann ein Knall, ein beißender Geruch - und plötzlich steht die Hose einer 18-jährigen Schweizerin in Flammen. Auslöser des Brandes: ein Samsung Galaxy S3. Der Konzern will den Fall nun prüfen.

Die junge Frau veröffentlichte Bilder des verkokelten Geräts auf Facebook.
Die junge Frau veröffentlichte Bilder des verkokelten Geräts auf Facebook.(Foto: Fanny Schlatter)

Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in den meisten Smartphones stecken, sind nicht ganz unempfindlich. Sie können heiß werden, manchmal zu heiß, und im Extremfall sogar explodieren. Apple etwa geriet bereits 2009 wegen Berichten über angeblich selbstzerstörende iPhones ins Visier der EU-Kommission. Nun bringt ein Bericht über ein explodierendes Galaxy S3 den Branchenprimus Samsung in Bedrängnis.

Eine 18-jährige Schweizerin hat auf Facebook Bilder ihres verkokelten S3 veröffentlicht. Nach eigenen Aussagen lud die Maler-Auszubildende gerade Farbeimer in einen LKW, als sie einen Knall hörte und einen chemischen Geruch wahrnahm. Sekunden später stand ihre Arbeitshose in Flammen. Die Frau postete auch ein Bild ihrer Verletzung: Verbrennungen zweiten bis dritten Grades am Oberschenkel. Der Schweizer Zeitung "Blick" zufolge erwägt sie nun eine Klage gegen den Hersteller.

Samsung bedauert den Fall und kündigte an, mit der Schweizerin Kontakt aufzunehmen, um die Überreste des Telefons zu untersuchen.  Der jungen Frau zufolge war ein Original-Akku im Einsatz. Wahrscheinlich werde das Gerät nach Korea geschickt, sagte eine Samsung-Sprecherin. Angesichts der sehr strengen Qualitätskontrollen handle es sich aber vermutlich um einen Einzelfall.

Markenware ist gut gesichert

Tatsächlich sind es eher nachgekaufte Billig-Akkus mit großer Kapazität, die für Smartphone-Besitzer gefährlich werden können - insbesondere dann, wenn ein unpassendes Ladegerät verwendet wird. Da kommt es schon mal vor, dass Akkus heißlaufen und sich aufblähen. Von Originalteilen und höherwertigen Nachbauten geht laut Stiftung Warentest normalerweise keine Gefahr aus. Sie verfügen über ein intelligentes Batteriemanagement. Für den Fall, dass der Druck im Inneren tatsächlich zu hoch wird, gibt es eine Sollbruchstelle. Dann reißt der Akku auf, bevor es zu einer Explosion kommt.

Sollte das System versagen, entspricht die Wucht der Explosion in etwa der eines kleinen Silvesterknallers. Gefahr geht dann vor allem von den austretenden Säuren und Dämpfen aus. Das könnte auch die Verbrennungen der jungen Schweizerin verstärkt haben.

Schäden durch unsachgemäße Behandlung

Auch gute Akkus können allerdings durch unsachgemäße Behandlung Schaden nehmen, schließlich handelt es sich um Geräte mit hoher Energiedichte: Akkus vertragen keine Hitze, bei manchen sind schon Temperaturen ab 40 Grad kritisch. Von Wärmequellen wie Heizungen oder Herdplatten sollte man das Smartphone also fernhalten und es auch nicht lange in der prallen Sonne liegen lassen. Auch Feuchtigkeit ist heikel, denn durch sie können Bauteile korrodieren.

Wird das Smartphone nass, sollte man nicht in Versuchung geraten, das Wasser durch einen Föhn oder andere Hitzequellen zu beseitigen. Das musste auch letztes Jahr ein Galaxy-Besitzer in den USA feststellen. Sein Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Ohne Vorwarnung war das S3 während einer Autofahrt mit einem Knall in Flammen aufgegangen. Bei der nachfolgenden Untersuchung stellte sich allerdings heraus, dass der Mann sein Smartphone vorher zum Trocknen in die Mikrowelle gesteckt hatte.

Quelle: n-tv.de

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