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Immer häufiger kaufen sich Verkehrssünder übers Internet frei. Doch dieses Geschäft ist gefährlich.
Immer häufiger kaufen sich Verkehrssünder übers Internet frei. Doch dieses Geschäft ist gefährlich.
Freitag, 27. Januar 2012

Gefährliches Geschäft: Beim Punktetausch droht Haft

Punkte in Flensburg sind schnell angehäuft. Wer sich allerdings über dubiose Agenturen auf einen sogenannten Punktetausch einlässt, macht sich strafbar. Im schlimmsten Fall drohen zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft.

Es könnte so einfach sein: Geblitzt werden oder bei Rot über die Ampel fahren und es droht nur ein Bußgeld, aber keine Punkte in Flensburg. Das versprechen zumindest einige dubiose Anbieter im Internet. Agenturen bieten an, die angehäuften Punkte durch Strohmänner und gegen Bezahlung zu übernehmen.

Der Tausch Geld gegen Punkte funktioniert wie folgt: Für beispielsweise 100 Euro Bearbeitungsgebühr und weitere 100 Euro pro Punkt suchen die Dienstleister Führerscheininhaber, die gegen Bezahlung bereit sind, Punkte auf ihr Flensburgkonto zu übernehmen.

Diese geben gegenüber der Bußgeldstelle an, dass sie zum Zeitpunkt des Vergehens mit dem Auto gefahren sind und übernehmen die Strafe. Der tatsächlich Verantwortliche bezahlt das Bußgeld. Wenn Alter, Geschlecht und Aussehen des echten und falschen Verkehrssünders in etwa übereinstimmen, fällt der Polizei der Schwindel in der Regel nicht auf.

Juristisch gesehen begeht der Fahrer mit dem Punktetausch aber eine mittelbare Falschbekundung; für diese Straftat droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Der tatsächliche Verkehrssünder riskiert bei einer Verurteilung eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft, so der ADAC.

Legaler Punkteabbau oft preiswerter

Für Autofahrer, die Punkte legal abbauen wollen, bietet der Gesetzgeber den Punkteabbau durch sogenannte Aufbauseminare in Fahrschulen an. Bei Führerscheininhabern, die vier bis acht Punkte haben, besteht die Möglichkeit der freiwilligen Teilnahme an einem Aufbauseminar. Die Teilnahme bringt ihnen einen Punkteabzug von vier Punkten.

Wer bereits zwischen neun und 13 Punkte in der Verkehrssünderdatei angesammelt hat, wird durch die Führerscheinbehörde auf die Möglichkeit der freiwilligen Teilnahme an einem Aufbauseminar hingewiesen. Dann können aber noch maximal zwei Punkte abgebaut werden.

Für Inhaber einer Fahrerlaubnis, die 14 bis 17 Punkte angesammelt haben, wird die Teilnahme an einem Aufbauseminar zur Pflicht. Die führt aber nicht zu einem Abbau der Punkte. Erst die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung (gemäß § 71 der Führerscheinverordnung) kann das Punktekonto um zwei Zähler schrumpfen lassen. Eine Nichtteilnahme führt zum Entzug des Führerscheins.

Die Kosten für ein Aufbauseminar liegen zwischen 150 Euro und 400 Euro. Der Durchschnittspreis liegt bei ungefähr 200 Euro.

Quelle: n-tv.de

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