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Problem der Reichweite gelöst? Nächste E-Auto-Welle kommt

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Der Chevrolet Bolt könnte in Deutschland ab 2018 unter dem Opel-Logo rollen und mindestens 300 Kilometer mit einer Batteriefüllung zurücklegen.

Nach dem Misserfolg mit den Elektroautos hatten die Hersteller diesem Trend scheinbar abgeschworen und sich auf andere Technologien der umweltfreundlichen Fortbewegung kapriziert. Oder doch nicht? Jetzt kündigt sich eine neue E-Mobil-Welle an und die will das Problem der Reichweite gelöst haben.

Die erste E-Auto-Welle ist abgeebbt. Die großen Hersteller haben ihre Modelle am Markt etabliert. Zwar sind die Absätze minimal, aber für die Gesamtrechnung bezüglich des CO2-Ausstoßes reicht es. Jedenfalls für die kommenden zwei bis drei Jahre. Dann soll eine neue Welle an Elektroautos rollen. Diesmal wollen die Hersteller der Technik aber zum Durchbruch verhelfen, denn vor allem das leidige Problem der Reichweite soll endlich gelöst werden.

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Der neue Smart kommt bereits 2016 als Fortwo Electric.

Den Start macht im kommenden Jahr die Neuauflage eines Modells, das bislang zu den erfolgreichsten E-Autos in Deutschland zählt: der Smart Fortwo Electric Drive. Neben dem Zweitürer wird auch der neue Viertürer Forfour mit elektrischem Antrieb aufgelegt. Details verrät Daimler noch nicht, die Reichweite dürfte gegenüber dem aktuellen Modell leicht steigen und die Preise sollen sinken. Klar ist auch, dass der Smart ein reines Elektroauto bleibt. Ein Plug-in-Hybridantrieb, wie ihn die Autohersteller aktuell als Alternative zum Batterie-Mobil anbieten, wird es für den Stadtflitzer nicht geben.

Verdoppelte Reichweite

Das gilt auch für den Nissan Leaf. Das E-Mobil könnte für einen mächtigen Schub sorgen, wenn Ende 2016 die zweite Generation in den USA an den Start geht. Europa dürfte erst 2017 in den Genuss der möglicherweise auf rund 300 Kilometer verdoppelten Reichweite kommen. Gleichzeitig scheint Nissan das Design des Autos glätten zu wollen, so dass es sich besser in die konventionell angetriebene Markenfamilie einpasst.

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Auch der Nissan Leaf wird aufgefrischt mit der zweiten E-Auto-Welle rollen.

Für Nissan hängt viel am Leaf, dem aktuell welt- und US-weit meistverkauften E-Auto. Denn mit dem Chevrolet Bolt kommt 2017 ein ehrgeiziger Konkurrent auf den US-amerikanischen Markt. Der schick gezeichnete Mini-Crossover soll laut Hersteller General Motors mehr als 300 Kilometer weit fahren können und dabei weniger als 30.000 Dollar kosten - zumindest nach Abzug staatlicher Kaufhilfen. Nach Europa kommt er möglicherweise 2018. Dann wird er aber das Opel-Logo tragen. Sollten die Datenblattwerte annähernd der Realität entsprechen, dann könnte das E-Mobil einschlagen wie eine Bombe.

Natürlich verspricht auch VW eine kleine Revolution. 2018 will Europas Marktführer ein fünfsitziges E-Mobil mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern auf den Markt bringen. So zumindest eine wenig detailreiche Ankündigung von Entwicklungschef Ulrich Hackenberg. Allerdings bezieht sich die Reichweitenangabe auf die heute gültigen Verbrauchsmessnormen, was im Praxisbetrieb eine entsprechend kürzere Fahrstrecke bedeutet.

Premiummarken haben Tesla im Visier

Und die anderen deutschen Hersteller? Sie arbeiten sich vor allem an Tesla ab. Als Reaktion auf deren Prestige-Erfolg mit der E-Limousine Model S, plant Porsche nun offenbar einen eigenen Elektro-Gleiter unterhalb des Panamera. 2018 könnte das Business-Modell auf den Markt kommen. In die gleiche Richtung dürfte der für 2018 erwartete BMW i5 gehen, die erste Reiselimousine in der i-Familie, die möglicherweise aber zusätzlich zum E-Motor einen Verbrenner erhält. Audi hingegen plant dem Vernehmen nach für diesen Zeitpunkt mit einem Elektro-SUV. Möglicherweise auf Basis des kommenden Q8, einer Coupé-Version des gerade vorgestellten Q7.

Tesla hingegen arbeitet unterdessen weiter an der Markteinführung seines neuen Model X. Der Crossover aus SUV und Familien-Van soll in Kürze verfügbar sein. Anfang 2016 wollen die Kalifornier dann ihr neues Einstiegsangebot Model 3 präsentieren – und den E-Automarkt ein zweites Mal revolutionieren. Die Mittelklasselimousine soll nur rund 40.000 bis 45.000 Euro kosten und dürfte 2017 auf den Markt kommen. Bislang war auf die in den Ankündigungen genannten Zeitpunkte aber nicht immer absoluter Verlass.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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