Das war Donnerstag, der 10. März 2022
Liebe Leserinnen und Leser,
dieses Bild hat sich nicht nur bei mir eingebrannt, wie diverse Zeitungstitel heute zeigen: Eine verletzte Schwangere, die auf einer Trage nach dem Angriff auf eine Geburts- und Kinderklinik im ukrainischen Mariupol in Sicherheit gebracht hat.
Diese Leseempfehlungen zur Ukraine hätte ich für Sie:
Schröder trifft Putin in Moskau
Putin sichert Gas- und Öllieferungen zu
US-General bezweifelt Nutzen polnischer MiGs
Ansonsten:
"Partygate"-Affäre: Johnson soll doch nicht zurücktreten
Anteil von Omikron-Subtyp BA.2 bei 48 Prozent
Fall Woelki macht Bischöfe sprachlos
Terrormiliz IS ernennt neuen Anführer
Damit wünsche ich Ihnen eine gute Nacht.
Ihre Johanna Ohlau
Mann schießt auf offener Straße auf 25-Jährigen
Auf offener Straße hat ein Unbekannter in Köln auf einen 25-Jährigen geschossen. Der Mann soll ersten Ermittlungen zufolge am Abend im Stadtteil Humboldt-Gremberg auf das Opfer geschossen und den Mann dabei lebensgefährlich verletzt haben, wie die Polizei mitteilt. Der Vorfall ereignete sich auf der Taunusstraße, der Täter floh zu Fuß. Der Verletzte wurde von den Einsatzkräften versorgt. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen, mögliche Zeugen sollen sich telefonisch melden.
"Konnte sich verstehen" - Scholz erzählt vom Gespräch am Kreml-Tisch mit Putin
Für seine Meetings zu zweit an sehr, sehr langen Tischen hat Russlands Präsident Wladimir Putin bereits eine Menge Spott kassiert. An dieser "Distanz-Tafel" durfte auch der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz Platz nehmen für ein Gespräch. Eine Frage, die sich wohl viele gestellt haben: Haben sich die Regierungschefs überhaupt an dem Tisch mit Überlänge akustisch verstehen können? Ein Mädchen in der ZDF-Kindersendung "Logo" hat sie dem SPD-Politiker gestellt und dieser versicherte: "Man konnte sich gut verstehen." Beide hätten trotz der Entfernung laut genug gesprochen. Putin spricht fließend Deutsch. Bei diesem Treffen habe er jedoch auf Russisch gesprochen. Denn ein Hilfsmittel in der Diplomatie war sehr hilfreich: Die Übersetzer, die bei solchen Treffen die Gespräche erleichtern. "In dem Tisch war auf jeder Seite ein Mikrofon eingebaut", erklärte Scholz den Ablauf in Moskau: "Die Übersetzer, die in dem anderen Raum saßen, konnten dann übersetzen."
Also war das Ganze wohl wie ein Video-Call nur ohne Kamera! Nein, Scherz beiseite. Gespannt warte ich schon auf Fotos von Putin mit seinem BFF Gerhard Schröder. Der ist ja heute nach Russland gereist, um mit seinem "lupenreinen Demokraten" über sein sehr undemokratisches und gewalttätiges Vorgehen in der Ukraine zu sprechen - die Hoffnung stirbt zumindest zuletzt!
"Partygate"-Affäre um Johnson - was war da nochmal?
Der Ukraine-Krieg lässt andere Probleme klein und unbedeutend erscheinen - das spielt Boris Johnson in die Karten: Wegen der Partygate"-Affäre war der britische Premierminister bereits schwer angezählt, ihm drohte ein Misstrauensvotum. Worum es dabei ging? Während für die Bevölkerung strenge Kontaktbeschränkungen in der Pandemie galten, wurden in der Downing Street illustre Büropartys veranstaltet und Corona-Regeln gebrochen. Und nun? Zieht einer seiner schärfsten Kritiker aus seiner eigenen Partei, der Chef der schottischen Tories, Douglas Ross, öffentlich seine Rücktrittsaufforderung zurück. "Mitten in einer internationalen Krise ist nicht die Zeit, über Rücktritte zu diskutieren, es sei denn, es geht um die Amtsenthebung von Wladimir Putin", sagte Ross mit Bezug auf den Krieg in der Ukraine und den russischen Präsidenten Putin. Von der Opposition gibt es deutliche Worte für Ross: Er habe "das Rückgrat einer Qualle".
Todesschütze von Che Guevara ist tot
"Bleib ruhig, sagte er zu mir, und ziel gut, du wirst einen Mann töten. Also ging ich einen Schritt zurück, in Richtung Tür, schloss die Augen und schoss" - so beschrieb der bolivianische Ex-Soldat Mario Terán mal den Moment, als er den argentinischen Guerillero Ernesto "Che" Guevara erschoss und so zum Teil seiner weltbekannten Geschichte wurde. Jetzt ist der einstige Schütze im Alter von 80 Jahren in einem Militärkrankenhaus in Santa Cruz de la Sierra gestorben. Das berichtet die Zeitung "El Deber" unter Berufung auf einen der Familie nahe stehenden Pastor.
Terán hatte Guevara am 9. Oktober 1967 in einer Schule in dem Ort La Higuera im bolivianischen Departement Santa Cruz erschossen, nachdem der Guerillaführer am Tag zuvor bei einem Gefecht mit den bolivianischen Streitkräften verwundet und gefangen genommen worden war. "Es war der schlimmste Moment meines Lebens. In diesem Moment sah ich Che groß, sehr groß, riesig, und seine Augen leuchteten hell", sagte Terán wenig später in einem Interview.
Bande überfällt Goldhändler - in Kofferraum eingesperrt
Diese Räuberbande sind äußerst versiert und gewissenlos vorgegangen: Zwei Männer lauern einem 80-Jährigen in einem Parkhaus in Köln auf. Auf den betagten Mann hatten es die Kriminellen nicht zufällig abgesehen: Bei dem 80-Jährigen handelt es sich um einen Schmuck- und Goldhändler. Wie die Polizei mitteilt, überwältigen sie den arglosen Mann, entreißen ihm seine Schlüssel und sperren ihn in den Kofferraum seines Autos. Dann machen sich Mittäter auf zum Geschäft und stehlen Schmuck und Gold. Danach lässt die Bande den leicht verletzten Senior eingesperrt im Kofferraum zurück. Um das Wohlergehen des betagten Mannes machen sie sich offenbar keinerlei Gedanken, sondern verschwinden mit ihrer Beute. Zeugen hören später am Abend seine Hilferufe und verständigen die Polizei, die ihn befreien kann.
Mann attackiert Kippa-Träger in Berliner Hostel
Berlin ist um ein trauriges Beispiel "reicher", bei dem Hass und Antisemitismus in Gewalt mündet: Unvermittelt schlägt ein Mann morgens auf dem Flur eines Hostels einem Briten erst die Kippa vom Kopf und trampelt darauf herum. Dann ruft er "Say free Palestine" und schlägt dem 32-Jährigen mehrfach ins Gesicht. Zeugen beobachten den Vorfall, die Polizei kann den Angreifer festnehmen: einen 24 Jahre alten Mann syrischer Herkunft. Das teilt die Polizei mit.
Demnach sei bei dem 24-Jährigen ein Atemalkoholwert von 1,2 Promille festgestellt worden. Zudem sei er zur Feststellung der Identität in Polizeigewahrsam gekommen. Der 24-Jährige kam später auf freien Fuß, seine Papiere wurden laut Polizei aber eingezogen. Der Berliner Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung im Bereich der Hasskriminalität.
Nach Tod von al-Haschimi: IS ernennt neuen Anführer
Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den Tod ihres Anführers Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi bestätigt und einen Nachfolger ernannt. Die IS-Kämpfer hätten Abu Hassan al-Haschimi al-Kuraischi die Treue geschworen, hieß es in einer Erklärung der Extremisten. Die USA hatten Anfang Februar bekannt gegeben, dass sich Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi in Syrien beim Eintreffen einer US-Spezialeinheit selbst in die Luft gesprengt habe.
Elon Musk und Grimes sind heimlich Eltern geworden
Waren sie nicht getrennt? Bei Elon Musk und Grimes komme ich so langsam nicht mehr mit! Nun überraschende Baby-News: Die Musikerin und der Tesla-Boss haben ein Kind bekommen. Ihre Tochter erblickte schon im Dezember das Licht der Welt. Das konnte man Grimes wohl auch nicht ansehen: Das Kind wurde von einer Leihmutter ausgetragen. Das hat die kanadische Musikerin in einem Interview mit der "Vanity Fair" verraten. Für Claire Elise Boucher, so der bürgerliche Name der 33-Jährigen, und Musk ist es bereits das zweite gemeinsame Kind.
Schon beim ersten Kind haben die beiden Eltern "Kreativität" bewiesen: Der Name ihrer Tochter ist Exa Dark Sideræl Musk. Sie nenne ihren Nachwuchs allerdings schlicht Y. Passend zum älteren Bruder des Mädchens: Der Sohn der Beiden heißt kurz X, was für X Æ A-Xii steht - wie auch immer man das ausspricht.
Bischof Bätzing zu Fall Woelki: "Köln betrifft uns alle"
Nach der Rückkehr des umstrittenen Kardinals Rainer Maria Woelki ins Amt des Kölner Erzbischofs hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, eine Sprachlosigkeit der Bischofskonferenz angesichts der Lage in der größten deutschen Diözese eingeräumt. Ob die Rückkehr Woelkis gut gehe oder nicht, werde Auswirkungen auf die gesamte katholische Kirche in Deutschland haben, sagte Bätzing zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe im Kloster Vierzehnheiligen in Bad Staffelstein. "Köln betrifft uns alle." Bätzing warb dafür, Woelki eine Chance zu geben. Gleichzeitig räumte er ein, dass es nicht einfach sein werde, noch "Brücken der Versöhnung" zu bauen. "Das ist jetzt eine erhebliche Aufgabe." Ob diese gelinge, hänge nicht zuletzt davon ab, mit welcher inneren Haltung der Kardinal auf die Gremien seines Erzbistums zugehe.
Woelki war an Aschermittwoch aus einer seit Oktober andauernden Auszeit zurückgekehrt. In diese hatte er sich nach anhaltender Kritik an seiner Kommunikation und seinem Umgang mit dem Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln begeben.
Vergewaltigungsvorwurf: Gegen Depardieu wird weiter ermittelt
Die Ermittlungen gegen den französischen Schauspielstar Gérard Depardieu wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung können weitergehen. Das Berufungsgericht in Paris verwarf einen Antrag des 73 Jahre alten Darstellers auf Einstellung des Verfahrens. Die Ermittlungskammer sei der Ansicht, dass es im gegenwärtigen Stadium schwerwiegende oder übereinstimmende Indizien gebe, die eine Fortführung der Ermittlungen rechtfertigten, teilte Generalstaatsanwalt Rémy Heitz mit.
Die Schauspielerin Charlotte Arnould, die sich im Dezember per Twitter als Opfer der mutmaßlichen Vergewaltigung zu erkennen gegeben hatte, zeigte sich bewegt. "Meine Mandantin ist sehr erleichtert und zuversichtlich", sagte ihre Anwältin. Arnould wirft Depardieu nach Angaben des Berufungsgerichts Vergewaltigung und sexuelle Gewalt vor. Depardieu bestreitet die Vorwürfe. Zu den ihm vorgeworfenen Taten soll es im Sommer 2018 gekommen sein.
Pilot muss mit Kleinflugzeug in Nähe zu Autobahn notlanden
Großes Glück im Unglück hatte ein Pilot im Landkreis Aschaffenburg: Wegen eines Motorproblems musste der 30-Jährige mit seinem Kleinflugzeug auf dem Weg nach Frankfurt eine Notlandung hinlegen. Der Pilot habe seine Propellermaschine auf einer Wiese in der Nähe der Autobahn im unterfränkischen Weibersbrunn zu Boden gebracht, teilte die Polizei mit. Er erlitt dabei einen Schock und wurde vorsorglich mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.
Bericht: Altkanzler Schröder trifft Putin in Moskau
Altkanzler Gerhard Schröder ist für Vermittlungsgespräche zu Russlands Präsident Wladimir Putin nach Moskau gereist. Das berichtet "Politico".
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
meine geschätzte Kollegin Sabine Oelmann verabschiedet sich in den sonnigen Nachmittag. Ich übernehme den "Tag" und versorge Sie bis zum Abend mit spannenden Nachrichten aus aller Welt. Alles zu Corona finden Sie in unserem Corona-Ticker. Über die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg informieren wir hier im Ticker.
Bei Fragen, Anregungen oder Kritik - gerne eine Mail an dertag[at]n-tv.de.
Ihre Johanna Ohlau
EZB fährt wegen hoher Teuerungsraten ihre Anleihenkäufe schneller zurück
Angesichts rasant steigender Preise ebnet die Europäische Zentralbank (EZB) zwei Wochen nach Ausbruch des Ukraine-Krieges den Weg für eine Zinswende. Sie beschloss, das Kaufvolumen des Programms APP nach einer vorübergehenden Aufstockung bereits Ende Juni wieder auf 20 Milliarden Euro zu reduzieren und im dritten Quartal 2022 vielleicht ganz zu beenden. Dies allerdings unter der Bedingung, dass der Inflationsausblick sich nicht eintrübe. Den Schlüsselzins beließen die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.
Gamescom 2022 wieder mit Besuchern - und online
Die Videospielmesse Gamescom soll in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2019 wieder mit Besuchern in den Kölner Messehallen stattfinden. 2020 und 2021 gab es die Messe coronabedingt nur als rein digitales Event. 2022 setzen die Veranstalter, die Kölnmesse GmbH und der Branchenverband Game, nun auf eine Mischform.
Vom 24. bis 28. August soll es in den Messehallen die aus den Vor-Pandemie-Jahren bekannte Mischung aus Fachbesucher- und Publikumsbereich geben. Hinzu kommen verschiedene Livestreams im Netz, darunter auch die Eröffnungsgala am Abend des 23. August. Unklar ist noch, ob und welche Zugangsbeschränkungen es gibt - versprochen wird aber ein Hygiene - und Sicherheitskonzept "im Einklang mit den aktuell geltenden, gesetzlichen Regelungen".
Die Gamescom ist die weltweit größte Publikumsmesse für digitale Spiele. 2019, im letzten Jahr vor der Corona-Pandemie, kamen an den fünf Messetagen insgesamt 370 000 Besucher nach Köln.
Macron will Rentenalter anheben
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will das Rentenalter von 62 auf 65 Jahre anheben. Macron plane die Reform für den Fall seiner Wiederwahl bei der Präsidentschaftswahl im April (10. und 24.), so Regierungssprecher Gabriel Attal bei RTL. "Im Programm von Emmanuel Macron gibt es auch den Vorschlag, das Rentenalter schrittweise auf 65 Jahre anzuheben." Im Gegenzug solle die Mindestrente von 1000 auf 1100 Euro erhöht werden. In der Ankündigung seiner Kandidatur vor einer Woche hatte Macron bereits geschrieben: "Wir müssen mehr arbeiten (...)."
Im Rahmen einer zunächst geplanten und angesichts der Corona-Krise nicht umgesetzten umfassenden Rentenreform hatte Macron eine Erhöhung des Rentenalters auf 64 Jahre ins Auge gefasst. Auch seine konservative Mitbewerberin Valérie Pécresse, die für die Républicains antritt, plädiert für ein Anheben des Rentenalters auf 65 Jahre. Die rechte Kandidatin Marine Le Pen ist von ihrer Forderung nach einer generellen Rente ab 60 Jahren inzwischen abgerückt. Der Renteneintritt solle auch vom Eintrittsalter ins Berufsleben abhängig sein. Wer schon früh berufstätig ist, solle mit 60 in Rente können, andere gestaffelt erst später.
Die Kandidatin der Sozialisten, Anne Hidalgo, will am Eintrittsalter von 62 festhalten und die Mindestrente auf 1200 Euro erhöhen. Macrons Pläne bezeichnete sie als "absoluten Skandal". Auch Grünen-Bewerber Yannick Jadot sprach von einer sozialen Ungerechtigkeit mit Blick auf die harte Arbeit vieler Beschäftigten. Dem Links-Kandidaten Jean-Luc Mélenchon schwebt vor, das Rentenalter von 62 auf 60 Jahre zu senken.
Gucci-Tochter über Mord an Vater: "Wie ein Tsunami"
Allegra Gucci, Tochter des italienischen Modeunternehmers Maurizio Gucci, hat fast 27 Jahre nachdem ihr Vater ermordet wurde, über ihre Erlebnisse aus jenem Jahr 1995 gesprochen. "Wenn man so etwas durchmacht, ist das wie ein Tsunami", erzählte die heute Anfang 40-Jährige der Zeitschrift "Vanity Fair". "Ich bin in meinem Zimmer, ich hatte in jener Nacht nicht gut geschlafen. Meine Mutter, Patrizia Reggiani, kommt in mein Zimmer und sagt mir hastig, dass mein Vater tot ist."
Sie habe sich danach wie in einer Blase befunden, während die Welt sich um sie herum weiterdrehte. Am 27. März 1995 tötete ein Auftragsmörder Maurizio Gucci, der damals das berühmte Modehaus leitete. 1998 verurteilte ein Gericht seine Ex-Frau Patrizia Reggiani, von der sich Gucci 1985 getrennt hatte, zu einer hohen Gefängnisstrafe, weil sie den Mord organisiert und den mutmaßlichen Killer beauftragt haben soll. Reggianis Motive waren nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Eifersucht und Geldgier. Nach 18 Jahren hinter Gittern kam sie im Oktober 2016 vorzeitig frei.
Allegra Gucci will in Italien am 15. März ein Buch veröffentlichen, um nach all den Jahren "ihre Wahrheit" zu erzählen. Im vergangenen Jahr verfilmte Hollywood-Regisseur Ridley Scott den Gucci-Mord in "House of Gucci" mit Lady Gaga als Patrizia Reggiani und Adam Driver als Maurizio Gucci in den Hauptrollen. Allegra Gucci findet, der Film enthalte viele Lügen. Er sei auch ein Grund gewesen, weshalb sie anfing, ihr Buch mit ihren Erinnerungen zu schreiben.
Nach Gergijews Rauswurf: Münchner Philharmoniker haben zwei Neue
Die Münchner Philharmoniker haben vorerst Ersatz für ihren entlassenen Chef Waleri Gergijew gefunden. Die Dirigenten Manfred Honeck und Andris Nelsons werden die nächsten Konzerte des Orchesters leiten. Honeck wird die Konzerte am 17. und 18. März in München und am 20. März im Musikverein Wien dirigieren. Dabei spielt das Orchester die 8. Symphonie von Anton Bruckner.
Die Konzerte am 19. März in München, am 21. März in Wien und am 22. März in Frankfurt wird Andris Nelsons leiten. Er übernimmt - wie Honeck - das geplante Programm unverändert: Der Pianist Yefim Bronfman spielt das 3. Klavierkonzert des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow, anschließend steht Sergej Prokofjews 5. Symphonie auf dem Programm.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hatte den 68 Jahre alten Russen Gergijew wegen dessen Freundschaft zu Präsident Wladimir Putin herausgeworfen. Gergijew war der Aufforderung, sich vom Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zu distanzieren, nicht nachgekommen. Wer ihm dauerhaft als Chef der Münchner Philharmoniker folgen soll, ist noch unklar.
"Ein Alter umarmt die Magd im Stall"
Nach mehr als 70 Jahren ist ein im Zweiten Weltkrieg verlorenes Kunstwerk an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zurückgegeben worden. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte erfahren, dass das Gemälde "Ein Alter umarmt die Magd im Stall" von David Teniers dem Jüngeren (1610-1690) in Neapel sichergestellt worden war. Sie stellte den Angaben zufolge ein Rechtshilfeersuchen an die Staatsanwaltschaft Neapel und erhielt das Bild mit Unterstützung des sächsischen Justizministeriums und der SKD zurück.
Das Bild war im Krieg verloren gegangen und soll in die Hände eines Tatverdächtigen gelangt sein. Der Beschuldigte nahm der Staatsanwaltschaft zufolge billigend in Kauf, dass es sich um einen Kriegsverlust handelte. Er soll das Gemälde im Jahr 2014 den SKD angeboten und dabei behauptet haben, dass er nur der Mittler eines Verkäufers sei. Die Staatsanwaltschaft Dresden gab dieses Verfahren an die Strafverfolger in Neapel ab, die bereits ermittelten.
So viele Neubauwohnungen wie nie genehmigt
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so viele Neubauwohnungen genehmigt worden wie seit über 20 Jahren nicht. Die zuständigen Baubehörden erteilten in knapp 381.000 Fällen eine Genehmigung, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Das waren 3,3 Prozent mehr als im Jahr 2020. Eine höhere Zahl gab es demnach zuletzt 1999 - damals waren es rund 437.000 Baugenehmigungen gewesen.
Die meisten Genehmigungen wurden für Mehrfamilienhäuser erteilt, es waren fast 194.000. Eine Genehmigung für ein Einfamilienhaus wurde demnach knapp 94.000 mal erteilt, für ein Zweifamilienhaus rund 32.100 mal. Hier war die Zunahme mit 25,1 Prozent im Vorjahresvergleich besonders stark - laut Statistikamt war dies zum Teil auf das Auslaufen des Baukindergelds im ersten Quartal und auf das Ende der Förderung von Häusern mit Energieeffizienzstufe 55 zurückzuführen.
Der starke Preisanstieg bei Baumaterialien wie Holz, Stahl und Stahlbeton wirkt sich laut Statistik auf die vorwiegend verwendeten Baustoffe aus: Die Zahl der Baugenehmigungen für Neubauten, bei denen Holz oder Stahl und Stahlbeton die vorwiegend verwendeten Baustoffe waren, ging in der zweiten Jahreshälfte zurück, nachdem die Zahlen bis zur Jahresmitte noch angestiegen waren. Die Zahl der Baugenehmigungen ist ein wichtiger Indikator zur Einschätzung der künftigen Bauaktivität. In Deutschland gibt es allerdings einen großen Bauüberhang: Wohnungen sind zwar genehmigt, aber noch nicht gebaut.
Islamistischer Verein in NRW verboten
Mit einer Razzia in Dortmund setzt die Polizei ein Verbot des als islamistisch eingestuften Vereins "Islamischer Kulturverein Nuralislam" durch. Es habe am Donnerstag einen Einsatz an einer Moschee und an Wohnungen von Funktionären des Vereins gegeben, so eine Sprecherin der Polizei. Hier sei ein Großteil der Tätigkeit des verbotenen Vereins. Es gehe dabei darum, das Vermögen des Vereins zu beschlagnahmen und Datenträger sicherzustellen.
Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen hatte den Verein verboten. Der Verein richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung, heißt es in der Bekanntmachung des Landes NRW im Bundesanzeiger. NRW-Innenminister Herbert Reul will sich zu dem Verbot des Vereins und damit in Zusammenhang stehenden Durchsuchungen äußern. Laut der Bekanntmachung wird der Verein aufgelöst. Ihm ist demnach jede Tätigkeit untersagt. Es ist zudem verboten, Ersatzorganisationen zu bilden oder bestehende Organisationen als Ersatzorganisationen fortzuführen. Auch mehrere Internetauftritte werden laut der Bekanntmachung verboten.
"Liebe russische Freunde und Nachbarn ..."
Die liberale schwedische Tageszeitung "Dagens Nyheter"schreibt in einem an das russische Volk adressierten Leitartikel sowohl auf Schwedisch als auch auf Russisch:
"Liebe russische Freunde und Nachbarn, Begriffe wie "Russophobie" sind Wladimir Putins Sprache. Wir haben keine Angst vor Russen, ihr seid nicht unsere Feinde. Wir setzen uns für die Souveränität und Demokratie der Ukraine ein - aber auch für euch. (...) Wir bedauern das Schicksal des russischen Volkes unter dem Tyrannen Wladimir Putin sehr. Er und niemand sonst ist es, der die Demokratie in Russland erwürgt, den Russen korrekte Fakten und kritische Ansichten verwehrt, eure unabhängigen Medien schließt und eure Andersdenkenden einsperrt. (...) Und wir sehen all das, auch den Mut in Russland. Wir sehen, wie Russen zu Tausenden jetzt auf die Straßen gehen, um ihrer Wut und Sorge über Putins Angriff Ausdruck zu verleihen.
Das Letzte, was wir wollen, ist Feindschaft mit Russland. Das Erste, was wir wollen, ist, dass die Epoche Putin ein Ende nimmt.(...) Wir können dann wieder freundschaftliche Beziehungen, Reisen, Handel, kulturellen Austausch und Liebe genießen. Wie zwei freie Länder, die nicht von Despoten regiert werden, sondern von zwei freien Bevölkerungen."
Tom Hanks als "Gepetto" in "Pinocchio"
Ein erstes Foto zeigt Oscarpreisträger Tom Hanks in seiner Rolle als Holzschnitzer Geppetto in einer "Pinocchio"-Neuauflage. Das Bild, das Disney+ am Mittwoch auf Twitter veröffentlichte, zeigt Hanks mit grauen Locken und Schnauzbart, der sich zu einer computeranimierten Version Pinocchios herunterbeugt.
Dem Branchenportal "Deadline" zufolge sind in weiteren Rollen Joseph Gordon-Levitt, Cynthia Erivo, Keegan-Michael Key und Luke Evans zu sehen. Regie führte Robert Zemeckis, der mit Hanks bereits "Forrest Gump", "Cast Away" und "Der Polarexpress" gedreht hat. Das Drehbuch stammt von "Rogue One: A Star Wars Story"-Autor Chris Weitz. Der Film soll von September an zu sehen sein.
Vorlage ist der Disney-Film aus dem Jahr 1940, basierend auf dem italienischen Kinderbuch von Carlo Collodi aus dem Jahr 1883. Die Disney-Version wird in diesem Jahr nicht die einzige Neuauflage des beliebten Zeichentrick-Klassikers sein. Lionsgate Entertainment kündigte für den 22. März den Animationsfilm "Pinocchio: A True Story" an, Netflix wiederum will eine eigene Version von Dezember an zeigen. Dazu hat der Streaming-Riese unter anderem Hollywoodstar Ewan McGregor und Oscar-Regisseur Guillermo del Toro ins Boot geholt.
Das wird heute wichtig
Es ist Krieg in der Ukraine, und nichts anderes ist wichtiger, als diese sinnlose Aktion eines einzelnen, einsamen Irren zu beenden. Mein Name ist Sabine Oelmann und ich begleite Sie durch den Tag, wenn Sie mögen. Schreiben können Sie mir unter DERTAG@N-TV.DE
Themen des Tages:
Wie geht es in der Ukraine weiter? Der Wiederaufbau zweier Blöcke in Europa ist keine gute Perspektive, weder für den Frieden noch für die Völker, alles Wichtige dazu in unserem Ukraine Ticker
Nach Tod von Patient mit Schweineherz: Forschung soll weitergehen
Weniger Mädchen als Jungen halten sich für talentiert - überall auf der Welt? Später mehr dazu
Kurt Krömer schreibt: Der Kabarettist setzt sich in seinem Buch "Du darfst nicht alles glauben, was du denkst. Meine Depression" mit dem Thema auseinander
Vor zwei Jahren (genauer gesagt am 16. März) begann der erste Lockdown - vor zwei Jahren stand jedenfalls plötzlich der Alltag still. "Möglichst das Haus nicht verlassen", meinten damals die einen. "Um jeden Preis raus", sagten andere. Unser Corona-Ticker läuft noch auf Hochtouren, leider
Baerbock in Sarajevo
Außenministerin Annalena Baerbock ist am Donnerstag zum Auftakt ihrer zweitägigen Westbalkanreise in Bosnien-Herzegowina mit ihrer Amtskollegin Bisera Turkovic zusammengekommen. Vor dem Hintergrund einer drohenden weiteren Destabilisierung des Landes will die Grünen-Politikerin um eine Orientierung in Richtung Europa werben. Sie wolle mit ihrem Besuch in Sarajevo sowie im Kosovo und in Serbien auch deutlich machen, "dass wir diese Region im Herzen Europas nicht dem Einfluss Moskaus überlassen werden", kündigte Baerbock am Mittwochabend vor ihrem Abflug an.
Baerbock verlangte ein stärkeres europäisches Engagement für die Länder auf dem Balkan. "Der russische Angriff auf die Ukraine ist eine Zäsur, die eindringlich zeigt: Europa muss bereit sein, strategisch in seine langfristige Sicherheit zu investieren." Viele Länder des westlichen Balkans "haben wir in den letzten Jahren enttäuscht und vernachlässigt", räumte sie ein. "In diese offene Flanke drängen Akteure wie Russland hinein, die kein Interesse an einer europäischen Zukunft haben und nicht davor zurückschrecken, ungelöste Konflikte wieder zu schüren."
Im Anschluss an weitere Gespräche mit der Staatsführung wollte Baerbock auch mit dem Hohen Repräsentanten der Internationalen Gemeinschaft, dem Ex-CSU-Politiker Christian Schmidt, zusammenkommen. Schmidt hatte kürzlich angesichts von nationalistischen Tendenzen des Serbenführers Milorad Dodik vor einer Spaltung des Landes gewarnt und personenbezogene Sanktionen der EU ins Gespräch gebracht. Baerbock wollte sich auch mit Vertreterinnen der Opferorganisation "Mütter von Srebrenica" treffen. Beim Völkermord von Srebrenica im Bosnien-Krieg hatten serbische Truppen 1995 die dortige UN-Schutzzone überrannt und anschließend mehr als 8000 bosnisch-muslimische Männer und Jungen ermordet. Das Massaker gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa. Am Nachmittag will Baerbock in Pristina, der Hauptstadt des Kosovos, Gespräche führen.
Sehschwäche der Justiz auf rechtem Auge?
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, fordert die gründliche Aufklärung möglicher Fälle von Rechtsextremismus bei Polizei und Bundeswehr. Schuster bezog dies auf das Beispiel der rassistischen Drohschreiben des sogenannten NSU 2.0. In dem Fall sei auch die hessische Polizei genau unter die Lupe zu nehmen, mahnt der Zentralratspräsident. "Wenn es rechtsextreme Gruppen oder gar Strukturen in der Polizei gibt und das gedeckt wird, dann schadet das nicht nur jenen Menschen, die Opfer dieser Extremisten werden, sondern es schadet auch massiv dem Ansehen der gesamten Polizei", so Schuster im vorab verbreiteten Manuskript einer Rede. Dasselbe gelte für die Bundeswehr. "Es besteht das Risiko, dass nachhaltig das Vertrauen unserer Bürger in unsere Sicherheitskräfte beschädigt wird."
Um dem wachsenden Antisemitismus zu begegnen, brauche Deutschland gut ausgebildete Polizisten sowie eine wachsame Justiz. "Manchmal scheint die Justiz auf dem rechten Auge eine gewisse Sehschwäche zu haben", erklärte Schuster. "Doch bei Antisemitismus und Rassismus darf kein Auge zugedrückt werden."
Schuster beklagte abermals antisemitische Züge bei Corona-Demonstranten, die gelbe Sterne als Zeichen des Protests tragen. "Wer sich hierzulande wegen der Corona-Maßnahmen auf eine Stufe mit Opfern der Schoah stellt, handelt menschenverachtend und total respektlos", meint Schuster. Das dürfe in Deutschland niemand tolerieren. Die gesellschaftliche Situation sei heute riskanter als während der 1968er Proteste. "Die Fliehkraft, die derzeit auf unsere Demokratie einwirkt, halte ich für deutlich stärker als in anderen Zeiten", erklärt Schuster.
50 Jahre Rossmann-Drogeriekette
Vor einem halben Jahrhundert eröffnete Dirk Roßmann einen kleinen "Markt für Drogeriewaren" im hannoverschen Stadtteil List. Damals kannten ihn wenige Kunden und Branchenkollegen - das sollte sich in der bevorstehenden Zeit ändern. Heute ist die Firma Rossmann neben den deutschen Hauptkonkurrenten dm und Müller eine der größten Einzelhandelsketten Europas.
Am 17. März wird das Unternehmen 50. Zumindest an der Spitze bleibt Rossmann ein Familienbetrieb, der 75-jährige Gründer Dirk gab im vorigen Herbst die Leitung an Sohn Raoul ab. Der Mittdreißiger - gelernter Betriebswirt - ist nun Geschäftsführer, während sein Vater noch die Beteiligungen der Gruppe mit sortiert. Der zweite Sohn Daniel kümmert sich vor allem um den Ausbau des Filialnetzes und die Immobilien. Darüber hinaus sind längst viele Manager von außerhalb des Roßmann-Clans eingestellt. Sie steuern das laufende Geschäft.
Privat schwelgt der alte Roßmann mittlerweile ebenso in halbfiktiven, vom drohenden Klimakollaps inspirierten Thriller-Welten: Er will sich einen Namen als Schriftsteller machen. Roßmann, der Schätzungen zufolge zu den reichsten Deutschen gehören soll, ist auch eine Reizfigur. Einerseits betonen selbst Kritiker, die sein Ego für groß und seine Preispolitik für nicht gerade zimperlich halten, das Engagement in Organisationen wie der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, die er mitgründete. Dafür gab es unter anderem das Bundesverdienstkreuz. Bei vielen Beschäftigten ist Roßmann bodenständig und beliebt, sein Ruf als sozialer Unternehmer eilt ihm oft voraus, in TV-Talkrunden beteiligt er sich an Debatten von Wirtschafts- bis Weltpolitik. Er provoziert aber gern - und weiß damit zu kokettieren. Als der von manchen Feuilletonisten als eher naiv abgetane, vom Publikum durchaus geschätzte Roman "Der neunte Arm des Oktopus" erschien, warf Roßmann eine riesige PR-Maschinerie an und vertrieb seinen Text parallel über die eigenen Läden, während Buchhändler unter Corona ächzten.
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Präsidentenwahl in Südkorea endet konservativ
In Südkorea hat der konservative Kandidat Yoon Suk Yeol die Präsidentenwahl gewonnen. Der liberale Kandidat Lee Jae Myung von der regierenden Demokratischen Partei räumt seine Niederlage ein, nachdem 95 Prozent der Wahlzettel ausgezählt worden waren.
Die Aufgaben für den neuen Präsidenten von Asiens viertgrößter Volkswirtschaft sind vielfältig. Es gilt die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu stemmen. Die Beziehungen zum international isolierten Nachbarn Nordkorea mit seinen Ambitionen als Atommacht sind ebenfalls Thema. Yoon, ein früherer Generalstaatsanwalt, strebt eine härtere Gangart gegenüber Nordkorea an. Er will zudem die Korruption im Land bekämpfen und soziale Ungerechtigkeiten abbauen.
In Umfragen vor der Wahl hatte Yoon zuletzt zulegen können, nachdem ein dritter Kandidat aufgegeben hatte und sich hinter ihn stellte. Lee war Gouverneur der bevölkerungsreichsten Provinz Gyeonggi und hat sich mit seiner strengen Corona-Politik einen Namen gemacht. Er setzt sich für ein Basiseinkommen ein. Amtsinhaber Moon Jae Inn durfte laut Verfassung nicht erneut bei der Wahl antreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 76 Prozent. Insgesamt waren 44 Millionen Südkoreaner aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.
"Sind bereits in sechster Welle"
Der Bioinformatiker Lars Kaderali aus Greifswald sieht Deutschland in einer neuen Corona-Welle. "Das liegt vor allem daran, dass der Omikron-Subtyp BA.2 noch infektiöser ist als die ursprüngliche Variante", sagt er. Hinzu kämen die Lockerungen der Corona-Maßnahmen. "In Kombination führt das beides zu den steigenden Fallzahlen." Seit etwa einer Woche meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz.
Die von der Bundesregierung angekündigten Lockerungen hält Kaderali, Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, dennoch für vertretbar: "Bundesweit steigen die Corona-Zahlen zwar, die Situation in den Krankenhäusern ist aber noch undramatisch. Man sollte aber nur vorsichtig lockern und nur mit der Option, wieder zurückzugehen, wenn man merkt, dass das zu viel wird." Zum 20. März sollen nach einem Bund-Länder-Beschluss die meisten Corona-Auflagen wegfallen, ein "Basisschutz" soll aber bleiben.
Am Mittwoch hatten Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Justizminister Marco Buschmann einen Entwurf für eine neue Rechtsgrundlage vorgestellt, die etwa eine Maskenpflicht in Kliniken und Pflegeheimen sowie Pflicht-Tests in Schulen weiter ermöglicht. Die Landesparlamente sollen zudem weitergehende Auflagen für Regionen beschließen dürfen, wenn sie die "konkrete Gefahr einer sich dynamisch ausbreitenden Infektionslage" feststellen.
In Hinblick auf das weithin erwartete Abflachen der Infektionskurve im Sommer sagte Kaderali: "Wahrscheinlich wird der saisonale Effekt nicht ausreichen, um die Inzidenz auf 0 runterzubringen." Die Annahme von Gesundheitsminister Lauterbach, dass es auch in den Sommermonaten eine Corona-Welle geben könnte, halte er für plausibel. Bereits die bisherigen Öffnungen könnten dazu führen, dass "wir nochmal einen sehr, sehr starken Anstieg sehen und dann auch mit hohen Inzidenzen in den Sommer reingehen werden."