Mittwoch, 22. Juli 2020Der Tag

mit Kai Stoppel
Kai Stoppel
22:26 Uhr

Das war Mittwoch, der 22. Juli 2020

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(Foto: imago images/Dirk Sattler)

Für ein seit Monaten durch Negativschlagzeilen geplagtes Land (da war so eine Sache mit einem Virus ...) war es ein vergleichsweise harmloser Nachrichtentag. Heraus stach mit Sicherheit der erneute Paukenschlag bei den Ermittlungen zum (Noch-)Dax-Konzern Wirecard - heute wurden drei Führungskräfte festgenommen, darunter der ehemalige Vorstandschef Markus Braun.

Aber auch das Thema Coronavirus verschwindet einfach nicht aus den Schlagzeilen: Seien es die Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten, für die sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern aussprachen, oder neue Corona-Hotspots in Deutschland, diesmal im ostfränkischen Rehau.

Das interessierte Sie heute außerdem:

Das war's für heute. Ich hoffe, Sie hatten einen angenehmen Tag - und nun wünsche ich Ihnen eine ebenso angenehme Nacht. Bleiben Sie gesund.

Ihr Kai Stoppel

21:59 Uhr

Nach Drohung von Trump - New York räumt Lager von Demonstranten

Die New Yorker Polizei hat ein Lager von Anti-Rassismus-Demonstranten vor dem Rathaus der Stadt geräumt. "Es war Zeit, zu handeln", sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Der Polizeichef Dermot Shea erklärte, es habe keine Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Beamten gegeben. Die Räumung erfolgte nach einer Drohung von Präsident Donald Trump, Bundespolizisten in die Stadt zu entsenden.

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Das Lager war vor einem Monat im Zuge landesweiter Proteste gegen Polizeibrutalität entstanden. Auslöser der Proteste war der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis Ende Mai.

(Foto: MAX HORNIG via REUTERS)

21:31 Uhr

Defekter Turbolader soll Tod von fünf Kindern verursacht haben

Ein technischer Defekt hat vermutlich den Brand eines Familienautos in Südfrankreich ausgelöst, bei dem fünf Kinder ums Leben gekommen sind. Die Staatsanwaltschaft von Valence erklärte, einem Experten zufolge habe ein defekter Turbolader wahrscheinlich den Brand am Motor des Renault-Vans verursacht.

Der Familienwagen war am Montagabend auf der "Sonnenautobahn" A7 in der Nähe der Stadt Montélimar in Brand geraten. Videoaufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, wie das Auto brennend von der Fahrbahn abkommt und sich in einem Feld überschlägt. Die neun Insassen des Wagens gehören zu einer Familie, die in einem Vorort von Lyon lebt.

20:53 Uhr

Verdächtiger im Fall Maddie - Verbindung zum Verschwinden eines Siebenjährigen?

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Christian B. - Tatverdächtiger im Fall Maddie.

Im Jahr 1995 verschwand der damals sieben Jahre alte Jaïr nach einem Tag am Nordseestrand in der Nähe der Stadt Monster bei Den Haag. Bis heute ist sein Schicksal ungeklärt. Ermittler in den Niederlanden vermuten nun eine Verbindung zum deutschen Verdächtigen im Fall Maddie. Die Staatsanwaltschaft von Braunschweig ermittelt gegen einen 43-jährigen Deutschen.

Es gebe beim Verschwinden des siebenjährigen Jungen Ähnlichkeiten zum Fall des 2007 in Portugal verschwundenen britischen Mädchens, teilte ein Sprecher der niederländischen Nachrichtenagentur ANP mit. Das Coldcase-Team der Den Haager Polizei habe den nie gelösten Fall Jaïr nun den Kollegen in Niedersachsen präsentiert. Einzelheiten nannte der Polizeisprecher jedoch nicht.

20:16 Uhr

Ex-Frau: Johnny Depp warf Flaschen "wie Granaten" nach mir

Die öffentliche Schlammschlacht zwischen US-Schauspielerin Amber Heard und ihrem Ex-Mann Johnny Depp geht in die nächste Runde: Im Verleumdungsprozess um den Hollywoodstar in London hat Heard weitere Gewaltvorwürfe vorgebracht. Depp habe 2015 in Australien etwa 30 Flaschen "wie Granaten" nach ihr geworfen, sagte die 34-Jährige vor Gericht. "Er warf alle Flaschen, die in Reichweite waren - alle bis auf eine Magnum-Weinflasche."

Depp soll sich bei dem Vorfall einen Teil seines Fingers abgetrennt haben. Der Hollywoodstar gab seiner Ex-Frau die Schuld an der Verletzung. Sie habe "vor Wut" eine Flasche zerbrochen.

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Foto aus besseren Zeiten (2015): Amber Heard und Johnny Depp.

(Foto: imago/ZUMA Press)

20:00 Uhr
19:37 Uhr

Nach mutmaßlich schweren Straftaten - Ganze Polizeistation in Italien dicht gemacht

Folter, Erpressung und Drogenhandel: In der italienischen Stadt Piacenza soll eine Gruppe von Polizisten schwere Straftaten wie diese begangen haben, schrieb die Nachrichtenagentur Ansa. Betroffen sei ein Großteil der Beamten eines Standorts. Mindestens sechs Carabinieri der Station Levante seien festgenommen worden. Auch ein Leiter befinde sich unter Hausarrest. Untersuchungen gegen viele weitere Polizisten liefen. Die Dienststelle sei geschlossen worden.

"Es fällt mir schwer, diese Personen Carabinieri zu nennen, denn ihr Verhalten war kriminell", sagte eine Staatsanwältin vor der Presse in Piacenza in der Region Emilia-Romagna. Die Ermittlungen kamen den Angaben nach durch eine Anzeige eines Beamten ins Rollen.

18:52 Uhr

Mann wird bei Überfall Bart mit Perlenkette abgeschnitten

Bei einem Raubüberfall im baden-württembergischen Wertheim sind einem Mann seine Wertsachen buchstäblich aus dem Gesicht geschnitten worden. Der 36-Jährige sei am vergangenen Dienstag zunächst von hinten niedergeschlagen worden und habe das Bewusstsein verloren, so die Polizei in Heilbronn.

Als er wieder zu sich gekommen sei, hätten ihm etwa 30 Zentimeter seines Barts mitsamt einer darin verflochtenen Perlenkette gefehlt. Ebenfalls wurden dem Mann den Angaben zufolge eine Stahlkette und eine Armbandage geraubt. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.

18:18 Uhr

Kim Kardashian äußert sich zu wirrem Verhalten von Ehemann Kanye West

Nach einigen wirren Auftritten und Tweets von Rapper Kanye West äußert sich dessen Ehefrau Kim Kardashian zum Verhalten ihres 43 Jahre alten Gatten. "Er ist ein brillanter, aber komplizierter Mensch, der neben dem Druck, Künstler und Schwarzer zu sein, den schmerzhaften Verlust seiner Mutter erlebt hat und mit dem Druck und der Isolation umgehen muss, die seine bipolare Störung verstärkt", schrieb die Reality-TV-Darstellerin bei Instagram.

Diejenigen, die dem Musiker nahe stünden, wüssten, dass seine Worte nicht immer mit seinen Absichten übereinstimmten. Kanye West hatte zuletzt mehrfach Tweets mit kruden und kaum verständlichen Botschaften abgesetzt, von denen ein Großteil offenkundig später wieder gelöscht wurde. Dabei ging es wiederholt um Vorwürfe gegen seine Frau. In einer Botschaft war auch die Rede davon, dass West sich von Kardashian scheiden lassen wolle.

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18:00 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

17:41 Uhr

Griechenland schickt Marine - Warnung an Türkei vor Eskalation

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit der Türkei wegen Gasbohrungen im Mittelmeer hat die griechische Marine ihre Schiffe in die Ägäis geschickt und in "erhöhte Alarmbereitschaft" versetzt. "Einheiten der Marine sind seit gestern im Süden und Südosten der Ägäis im Einsatz", hieß es aus griechischen Marinekreisen.

Athen hatte schon am Dienstag dagegen protestiert, dass die Türkei Erkundungsfahrten südlich der griechischen Insel Kastellorizo angekündigt hat. Athen warnte vor einer weiteren Eskalation zwischen den Ländern, sollte die Türkei ihre Bohrschiffe nicht aus der Region abziehen, die zum griechischen Festlandsockel gehöre.

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Nach Angaben des Marinevertreters ist die griechische Marine bereit, auf "jegliche Aktivitäten" zu reagieren.

(Foto: imago/ZUMA Press)

17:32 Uhr
Breaking News

Gesundheitsminister wollen Corona-Tests für Reiserückkehrer

Wer aus sogenannten Risikogebieten im Ausland einreist, soll künftig unmittelbar nach der Rückkehr auf das Coronavirus getestet werden. Dazu sollen an deutschen Flughäfen Teststellen eingerichtet werden. Auf eine entsprechende Empfehlung verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern.

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16:52 Uhr

Astronomen gelingt Foto von Planeten um ferne Sonne

Bis vor 25 Jahren noch wusste die Menschheit nicht mit Sicherheit, ob um andere Sterne, die der Sonne ähneln, überhaupt Planeten kreisen. Seitdem hat die Forschung große Schritte gemacht und bis heute mehr als 4000 Exoplaneten in den Tiefen des Alls nachgewiesen. Und die Messmethoden werden immer präziser - Astronomen gelingt nun erstmals ein direktes Bild von gleich zwei Planeten, die einen sonnenähnlichen Stern umkreisen.

Die neue Aufnahme zeigt einen etwa 300 Lichtjahre entfernten jungen Stern TYC 8998-760-1 mit zwei riesigen Gasplaneten, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) mitteilte. Bisher hatten Astronomen noch nie mehr als einen Planeten direkt beobachtet, der einen Stern ähnlich unserer Sonne umkreist. Und wer weiß: Vielleicht wird man in Zukunft nicht nur sehr große Gasplaneten, sondern auch kleinere Gesteinsplaneten direkt beobachten können - und vielleicht findet man auf diese Weise sogar Hinweise auf außerirdisches Leben.

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Der Stern TYC 8998-760-1 im Sternbild Musca (Fliege) und seine Planeten. Die beiden Gasriesen sind viel weiter von ihrem Stern entfernt als die Gasplaneten Jupiter und Saturn von unserer Sonne.

(Foto: AP)

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16:44 Uhr

Katy Perry: Nur ein Mensch kann mit meinen Stimmungen umgehen

Depressionen sind eine ernste Sache - unter ihnen leidet auch die US-Popsängerin Katy Perry. In einem Interview in der US-Radioshow des Moderators Howard Stern verriet die schwangere Perry, dass nur ein Mensch mit ihren düsteren Stimmungen umgehen könne: ihr Verlobter, der britische Schauspieler Orlando Bloom. "Ich habe ihm alles gezeigt, und ich teste ihn immer noch, und er ist immer noch da und nicht beunruhigt", sagte die 35-Jährige über ihren acht Jahre älteren Verlobten. "Deshalb ist er perfekt (...)".

Perry verriet in der Show nicht, wann genau das erste gemeinsame Baby der beiden kommen wird. Sie sagte lediglich "bald". Die Sängerin erwartet ein Mädchen. Bloom hat bereits einen neunjährigen Sohn mit dem australischen Model Miranda Kerr. Mit Perry ist er seit 2016 liiert.

16:04 Uhr

Mitarbeiter klaut bei BMW Teile für halbe Million Euro

Schon die Mitnahme von Büromaterial von einem Wert im Cent-Bereich kann zu einer fristlosen Kündigung führen. Ein 23-jähriger Mann hat in Leipzig in einer ganz anderen Größenordnung die Finger lang gemacht: Laut Polizei soll der Mitarbeiter eines BMW-Subunternehmens vermutlich über mehrere Monate im Rahmen seiner Dienstleistung immer wieder Originalteile aus dem Leipziger BMW Werk entwendet haben.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen fanden die Ermittler mehrere Hundert BMW-Fahrzeugteile - vor allem Navigationssysteme, Lenkräder, Bildschirme und weitere Ausstattungsgegenstände für Neuwagen. Die Schadenshöhe liegt im mittleren sechsstelligen Bereich.

15:22 Uhr

Tod durch Stromschlag - Opa, Sohn und Enkel sterben in Teich

Tragisches Unglück in Tschechien: Drei Menschen sind in Lhota bei Pribram, rund 60 Kilometer südwestlich von Prag, tot in einem Teich gefunden worden. Es soll sich dabei um einen Großvater, seinen Sohn und seinen Enkel handeln, berichtet die Onlineausgabe der Zeitung "MF Dnes". Zu dem Unglück kam es demnach, als der Großvater eine defekte Tauchpumpe kontrollieren wollte. Dabei soll er einen Stromschlag erlitten haben. Bei dem Versuch, ihn zu retten, wurden auch sein Sohn und sein Enkel tödlich verletzt.

"Es ist ein unglücklicher Zufall, eine ungeheure Familientragödie", zitierte das Blatt die Bürgermeisterin der Gemeinde, Eva Drmlova. Die Bergung erfolgte durch Taucher der Feuerwehr. Der Notarzt habe nur noch den Tod feststellen können, teilte der Rettungsdienst mit.

14:57 Uhr

Mundtot gemacht? Stalin-Forscher muss ins Gefängnis

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Juri Dmitrijew arbeitet die Geschichte des „Großen Terrors“ in der Sowjetunion auf.

(Foto: dpa)

Der russische Historiker Juri Dmitrijew ist für seine Forschungen über die Verbrechen der Stalin-Zeit bekannt. Doch nun muss er eine dreieinhalbjährige Haftstrafe in einem Straflager antreten. Der 64-jährige Chef der Menschenrechtsorganisation Memorial in der Teilrepublik Karelien war der sexuellen Gewalt gegen seine Adoptivtochter angeklagt.

Menschenrechtsaktivisten sehen den Prozess gegen Dimitrijew als einen Versuch der russischen Behörden, den Gulag-Forscher, der die Aufmerksamkeit auf eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte des Landes gelenkt hatte, mundtot zu machen.

14:42 Uhr

Düsseldorf veröffentlicht Video von Skandalrapper

Trotz massiver Kritik hat der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel von der SPD ein Video des umstrittenen Rappers Farid Bang mit einem Appell zum Respekt vor den Corona-Regeln veröffentlichen lassen. Auf die zudem geplante Veröffentlichung eines gemeinsamen Videos mit dem wegen frauenfeindlicher und antisemitischer Texte kritisierten Düsseldorfer Rapper verzichtet Geisel allerdings. Er wisse, dass Farid Bang eine "ausgesprochen kontroverse Figur" sei, sagte Geisel. "Ich halte manches, was er gemacht hat, für widerwärtig." Der Musiker habe aber seine früheren Texte bereut.

Mit dem Farid-Bang-Video wolle die Stadt eine Zielgruppe erreichen, die für andere Vertreter der Stadt nicht zugänglich sei. Konkret gehe es um junge Menschen, die nachts in der Altstadt am beliebten Rheinufer die Corona-Regeln nicht einhielten, Anweisungen der Ordnungsdienste nicht befolgten, in Poser-Szenen die Automotoren aufheulen ließen und sogar ihre Notdurft auf der Straße verrichteten.

13:49 Uhr

Schülerin spricht in Pause Türkisch - und wird zu Strafarbeit verdonnert

Eine Drittklässlerin im Schwarzwald-Baar-Kreis bei Freiburg soll in einer Schulpause mit einer Freundin Türkisch gesprochen haben - und dafür eine Strafarbeit aufgebrummt bekommen haben. Der Vorfall beschäftigt jetzt die Schulaufsicht, wie eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg bestätigte. Die Eltern des Mädchens haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Die Lehrerin hatte nach Angaben des Anwalts für die halbseitige Strafarbeit vorgegeben: "Warum wir in der Schule Deutsch sprechen!"

Die Föderation der Vereine Türkischer Elternbeiräte in Baden e.V. zeigte sich betroffen: "Es kann nicht sein, dass Schülerinnen eine Bestrafung bekommen, weil sie außerhalb des Unterrichts im Pausenhof sich untereinander in der türkischen Muttersprache unterhalten", teilte der Vorsitzende Kemal Ülker mit. Eine abschließende Stellungnahme der Schule liegt nach Angaben der Schulaufsicht noch nicht vor.

13:32 Uhr

Sommerschlussverkauf fällt dieses Jahr aus

Einen offiziellen Sommerschlussverkauf wird es im Modehandel in diesem Jahr angesichts der Corona-Krise nicht geben. Entgegen der langjährigen Tradition werde der Handelsverband Textil (BTE) der Branche kein offizielles Datum für den Höhepunkt der sommerlichen Rabattschlacht vorschlagen, sagte der BTE-Sprecher Axel Augustin. "Das liegt daran, dass in der Krise jedes Unternehmen einen individuellen Weg finden muss. Natürlich gibt es auch jetzt schon Rabatte in vielen Geschäften. Aber gerade an kleineren Standorten sind Händler auch darum bemüht, die Saison noch ein wenig zu verlängern."

12:56 Uhr

Polizei erklärt, wie Yves R. tagelang im Schwarzwald entkam

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Auch ein Großaufgebot und Spezialkräfte der Polizei konnten R. tagelang nicht finden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Polizei hat neue Informationen zur spektakulären Flucht des nach einer tagelangen Großfahndung im Schwarzwald festgenommenen Yves R. veröffentlicht. So soll sich der 31-Jährige während seiner sechstägigen Flucht hauptsächlich nachts durch die Wälder nahe Oppenau bewegt haben, berichtete die Polizei. Tagsüber habe er Unterschlupf in Gruben und Erdlöchern gesucht. Ernährt habe R. sich überwiegend durch Wasser.

R. hatte bei einer Polizeikontrolle vier Polizisten ihre Waffen abgenommen. Er gab an, danach in aller Eile das Notwendigste eingepackt und in den Wald geflüchtet zu sein. Proviant habe er keinen mitgenommen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass R. nichts von dem deutschlandweit großen Interesse an seiner Flucht mitbekam. Er habe sein Handy deaktiviert, um nicht geortet werden zu können. Allerdings habe er bereits an dem Sonntag, als er die Polizisten entwaffnet hatte, einen Polizeihubschrauber wahrgenommen und daraus auf die Suche nach sich geschlossen.

12:39 Uhr

Eigener Anwalt: Halle-Attentäter ist voll schuldfähig

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Stephan B. folgt nicht unbedingt den Ratschlägen seiner Verteidigung.

(Foto: imago images/Christian Schroedter)

Im Prozess um den rechtsextremen Attentäter von Halle hält ein Gutachter den Angeklagten nach Darstellung seiner Verteidigung für voll schuldfähig. "Das ist jedenfalls die vorläufige Auffassung des Sachverständigen", sagte Verteidiger Hans-Dieter Weber. Unklar ist bislang, auf welches Gutachten genau er sich dabei bezog. Der Verteidiger von Stephan B. sehe seine Hauptaufgabe darin, für den Ablauf eines rechtsstaatlichen Verfahrens zu sorgen, da die Tat im Wesentlichen auf einem Video festgehalten sei.

Zu den Aussagen seines Mandanten sagte er, es sei die freie Entscheidung des Angeklagten, was er mache. "Es ist nicht meine Aufgabe, ihn in irgendeiner Form zu maßregeln." Natürlich habe sich sein Mandant beraten lassen. "Das heißt jetzt nicht, dass er unseren Ratschlägen unbedingt folgt."

12:25 Uhr

Schlagzeilen zum Mittag

12:00 Uhr

Teenager verunglücken bei 200-km/h-Flucht mit Papas Auto

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Totalschaden.

(Foto: Polizeiinspektion Stade)

In Niedersachsen hat sich ein 15-Jähriger mit dem Auto seines Vaters eine wilde nächtliche Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Nach Angaben der Beamten endete diese in einem Unfall, bei dem der Fahrer und zwei 14-jährige Mitfahrerinnen verletzt wurden. Der Jugendliche beschleunigte demnach auf einer Landstraße bis auf 200 Kilometer pro Stunde und verlor am Ende die Kontrolle über das Auto.

Er fuhr über eine Verkehrsinsel und prallte gegen eine Leitplanke und ein Verkehrsschild. Wie die Polizei in Stade weiter mitteilte, realisierten die Einsatzkräfte das Alter der Fahrzeuginsassen erst nach dem Unfall. Die drei Jugendlichen kamen in ein Krankenhaus. Gegen den Fahrer wird nun unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

11:23 Uhr

Nackte Brust von Demonstrantin erhitzt Israels Gemüter

Bei Corona-Protesten in Jerusalem ist eine Demonstrantin auf eine Menora-Skulptur geklettert und hat ihre nackte Brust gezeigt. Die Aktion der jungen Frau in der Nähe des Parlaments (Knesset) sorgte für heftige Kritik auf der einen und Unterstützung auf der anderen Seite. Die Menora ist ein wichtiges Symbol des Judentums, sie findet sich auch im Staatswappen des modernen Staates Israel wieder.

Parlamentspräsident Jariv Levin forderte eine umgehende strafrechtliche Verfolgung der Demonstrantin. In sozialen Medien gab es dagegen viel Unterstützung für die Aktion der jungen Frau. Es zirkulierten Posts mit dem berühmten Gemälde "Die Freiheit führt das Volk" (1830) von Eugène Delacroix mit einer Szene der Französischen Revolution. Es stellt eine junge Frau mit nackter Brust dar, die eine französische Flagge schwenkt.

10:57 Uhr

China-Konsulat in Houston: Mitarbeiter verbrennen offenbar Dokumente im Hof

Nachdem die US-Regierung offenbar China aufgefordert hat, sein Konsulat in Houston im US-Bundesstaat Texas zu schließen, mussten Polizei und Feuerwehr zu dem Gebäude ausrücken. Anwohner meldeten, dort stiege Rauch auf. Nach Angaben der Einsatzkräfte hätten die Notrufe gemeldet, im Innenhof des Gebäudes würden Dokumente verbrannt. Ein auf Twitter veröffentlichtes Video zeigt mehrere Feuer in Mülleimern im Innenraum. Die Feuerwehr rückte an, betrat das Gebäude aber nicht.

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10:36 Uhr

Greenpeace: Auffällige US-Polizeibehörden bekamen deutsche Waffen

Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Morgen vor dem Bundeswirtschaftsministerium gegen deutsche Waffenlieferungen an die US-amerikanische Polizei protestiert, und gefordert, dass Wirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU die Exporte stoppt. Recherchen der Organisation hätten gezeigt, dass drei "in diesem Jahr besonders durch rassistische Gewalt in die Kritik geratene Polizeibehörden" mit Waffen deutscher Hersteller ausgestattet seien.

Nach Angaben eines dpa-Reporters kletterten rund ein Dutzend Aktivisten über einen Zaun und stellten im Hof des Ministeriums 16 sogenannte "Pappkameraden" auf - menschliche Silhouetten, die Zielscheiben symbolisieren sollten. Auf einem Banner stand zu lesen: "Herr Altmaier: Keine Waffenexporte für rassistische US-Polizeigewalt!". Greenpeace-Abrüstungsexperte Alexander Lurz sagte einer Mitteilung zufolge "Tödlicher Rassismus bei den US-Polizeikräften ist ein offenes Geheimnis. Dennoch genehmigt die Bundesregierung den Verkauf deutscher Waffen dorthin. Damit muss Schluss sein."

10:24 Uhr

"Friends"-Star verrät Drehplan für Fortsetzung

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Joey, Monica, Phoebe, Chandler, Rachel, Ross.

(Foto: imago images/Cinema Publishers Collection)

Im Februar war eine Fortsetzung der Kult-Sitcom "Friends" ankündigt worden - nun sollen endlich die Dreharbeiten beginnen. "Geplant ist, dass sie Mitte August stattfinden", sagte Schauspieler David Schwimmer in der "Tonight Show" mit Jimmy Fallon. Bis zu einer endgültigen Entscheidung werde man wegen der anhaltenden Corona-Pandemie aber noch eine oder zwei Wochen warten. In der Serie spielte Schwimmer die Hauptrolle des tollpatschigen Dinosaurierforscher Ross Geller.

Bei der Fortsetzung handele es sich um ein "Special" ohne festes Drehbuch, sagte der 53-Jährige. "Es wird ein großes Interview mit der ein oder anderen Überraschung."

09:34 Uhr

Starkes Erdbeben erschüttert US-Bundesstaat

Ein starkes Erdbeben hat in der Nacht den nördlichen US-Bundesstaat Alaska erschüttert. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,8 lag in zehn Kilometern Tiefe knapp 100 Kilometer vom Ort Perryville im Süden Alaskas entfernt, wie die US-Erdbebenwarte USGS berichtete. Die Behörden sprachen eine Tsunami-Warnung für den Süden des Bundesstaats aus. Berichte über Schäden oder Verletzte gibt es bislang nicht.

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Update 10:41 Uhr: Die Tsunami-Warnung wurde aufgehoben.

09:32 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:15 Uhr

Größer, viel früher, viel mehr: Quallen-Massen in der Ostsee

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Quallen, Quallen und noch mehr Quallen.

(Foto: imago/Frank Sorge)

Quallen haben sich in diesem Jahr in großen Mengen viel früher als sonst in der Ostsee ausgebreitet und sie sind besonders groß. "Dies ist ein sehr gutes Quallenjahr", sagte die biologische Ozeanografin Cornelia Jaspers. "Vor drei Wochen haben wir speziell in der Eckernförder Bucht ein sehr dichtes Aufkommen an Ohrenquallen, vereinzelten Feuerquallen und eingeschleppten Rippenquallen beobachtet." Letztere tauchten hier normalerweise im Spätsommer auf, in diesem Jahr aber schon im Mai.

Forscher sehen die Ursachen dafür vor allem in einem hohen Salzgehalt durch im Winter starken Salzwasser-Zustrom aus der Nordsee sowie die insgesamt hohen Temperaturen über die Wintermonate. Statt zwei bis drei Grad - wie sonst in den vergangenen 40 Jahren - sei das Wasser diesmal um die fünf Grad warm gewesen. Das fördere Wachstum und Verbreitung der Rippenquallen und der heimischen Ohrenquallen.

07:59 Uhr

Das wird heute wichtig

Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser. Aus einer bewegten Nacht starten wir schwungvoll in diesen Mittwoch und schauen voraus, was uns heute erwartet.

In Magdeburg geht der Prozess gegen den Attentäter von Halle weiter. Dort kommen heute am zweiten Prozesstag die Nebenkläger zu Wort, die die Gelegenheit ergreifen wollen, den Angreifer mit seinem kruden Weltbild zu konfrontieren. Die Anwältin der Nebenklage hatte sich nach dem ersten Prozesstag enttäuscht gezeigt. Die Aussagen des Angeklagten hätten klargestellt, es sei ein antisemitischer, rassistischer und antifeministischer Angriff gewesen. Darüber sei von der Richterin "wuschifluschi" hinweggegangen worden.

Die Gesundheitsminister der Länder beraten heute in einer Schaltkonferenz über die Corona-Regeln. Unter anderem soll es um den Umgang mit Rückkehrern aus Risikostaaten mit vielen Corona-Infektionen gehen.

Und einen royalen Geburtstag feiern wir heute auch noch: Prinz George, der Sohn von Prinz William und Herzogin Kate, wird heute sieben Jahre alt.

Ich habe heute zwar nicht Geburtstag, aber mir scheint die Sonne in der Redaktion auf den Kaffee. Mein Name ist Max Raudszus, ich werde Sie durch die erste Tageshälfte informativ begleiten und hoffe, auch Sie starten sommerlich in den Tag. Bei Fragen, Kritik oder Anregungen, melden Sie sich gerne bei mir unter max.raudszus[at]nachrichtenmanufaktur.de.

07:35 Uhr

Blutige Massenschießerei bei Beerdigung in Chicago

Infolge einer Schießerei in Chicago sind nach Angaben der Polizei 14 Menschen mit Verletzungen ins Krankenhaus gekommen. Unbekannte hätten aus einem schwarzen Auto Schüsse auf Gäste einer Beerdigung abgegeben, sagte der Polizist Eric Carter. Teilnehmer der Zeremonie hätten ihrerseits auf die Insassen in dem Auto geschossen. Der Wagen sei davongefahren, die Unbekannten hätten allerdings weiter Schüsse abgegeben, bis sie einen Unfall gebaut hätten und zu Fuß in verschiedene Richtungen geflüchtet seien. Eine Person sei festgenommen worden und werde befragt. Der Zustand der Verletzten ist bislang unklar. Es werde ermittelt, ob es sich bei den Gruppen um Gangs handelte und diese schon früher aufeinandergetroffen seien, sagte Carter. Aus Sicherheitsgründen sei eine Polizeistreife bei der Beerdigung gewesen. Nähere Details nannte Carter nicht.

*Datenschutz

07:16 Uhr

Steuerzahlerbund warnt vor Verschwendung der Corona-Hilfsmilliarden

Nach der Einigung beim EU-Gipfel warnt der deutsche Steuerzahlerbund vor einer Verschwendung der vereinbarten Hilfsmittel aus dem 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds. "Ich sehe es äußerst kritisch, wenn Zuschüsse in Milliardenhöhe gewährt werden, die nicht mit konkreten Programmen und Maßnahmen verknüpft sind", sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel, der "Rheinischen Post". Es bestehe "die Gefahr, dass dieses Geld einfach verkonsumiert wird".

Deshalb sei es wichtig, dass die EU darauf achte, das Geld entsprechend der Vorgaben einzusetzen. "Hier muss die EU-Kommission auf die Einhaltung der selbstgesetzten Regeln drängen", forderte Holznagel. Die Aufnahme gemeinsamer Schulden in der EU sei zudem grundsätzlich der falsche Weg, sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes. "Ich sehe hohe Risiken, dass sich die EU in der Zukunft weiter verschulden wird und damit die Steuerzahler in Deutschland am Ende haften müssen."

06:54 Uhr

Twitter sperrt Tausende QAnon-Verschwörer-Konten

Twitter ist gegen die QAnon-Bewegung vorgegangen, die Verschwörungsideologien verbreitet und US-Präsident Donald Trump unterstützt. 7000 Konten mit Verbindungen zu QAnon wurden entfernt, wie Twitter mitteilte. Die Maßnahme begründete das Unternehmen damit, dass die über diese Konten verbreiteten Botschaften "Schäden im wirklichen Leben" anrichteten. Man habe sich jetzt zum Handeln entschlossen, weil etwa in den vergangenen Wochen die von diesen Konten ausgehende koordinierte Drangsalierung zugenommen habe.

Die QAnon-Bewegung verbreitet die Behauptung, dass die Vereinigten Staaten von einer kriminellen Organisation beherrscht würden, welcher etwa die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, der Milliardär George Soros sowie diverse Hollywoodstars angehören sollen. Viele QAnon-Botschaften haben antisemitischen Charakter.

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06:42 Uhr

Fast drei Millionen Kinder in Deutschland leben in Armut

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Die Corona-Krise droht die Situation für arme Kinder noch zu verschärfen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kinderarmut bleibt einer Analyse zufolge mit unverändert hohen Zahlen eine "unbearbeitete Großbaustelle". Rund 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Armut auf - 21,3 Prozent aller unter 18-Jährigen, wie die Bertelsmann Stiftung berichtet. "Seit Jahren ist der Kampf gegen Kinderarmut eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland." Dennoch gebe es seit 2014 im bundesweiten Durchschnitt wenig Verbesserungen. Mehr als jeder fünfte Heranwachsende sei betroffen - mit regional starken Unterschieden. Die Corona-Krise drohe das Problem noch zu verschärfen.

Die Untersuchung der Stiftung legt eine kombinierte Armutsmessung zugrunde. Sie berücksichtigt Kinder aus Familien, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des Durchschnitts aller Haushalte beträgt. Und es sind Heranwachsende im Grundsicherungsbezug eingerechnet, deren Familien Hartz IV erhalten.

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06:15 Uhr

"Viele Male getroffen": Trump wünscht Epstein-Vertrauter Maxwell "alles Gute"

US-Präsident Donald Trump hat der Ex-Partnerin des wegen Sexualverbrechen verurteilten und inzwischen verstorbenen Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, alles Gute gewünscht. Trump habe Maxwell "im Laufe der Jahre viele Male" getroffen, insbesondere seit er in Palm Beach in Florida gelebt habe, sagte der Präsident bei einer Pressekonferenz. "Ich wünsche ihr alles Gute, was auch immer es ist."

Die 58-jährige Maxwell wurde Anfang Juli festgenommen. Sie soll bei den Sexualverbrechen Epsteins eine maßgebliche Rollege spielt haben. Ihr werden sechs Anklagepunkte vorgeworfen, darunter Verführung Minderjähriger zu illegalen Sexhandlungen. Auf die Anklagepunkte stehen jeweils Höchststrafen von fünf bis zehn Jahren Gefängnis. Trump war bei der Pressekonferenz gefragt worden, ob er erwarte, dass Maxwell über "mächtige Männer" auspacken werde, die in den Skandal verwickelt sein sollen. Trump sagte, er habe den Fall nicht wirklich verfolgt.

06:00 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht